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Mit Herzblut bei der Arbeit

Reinhard Schlieper führt durch die Milchviehanlage der Agrargenossenschaft. Die Kühe werden in einem modernen Stall mit hochwertigem Futter versorgt.
Reinhard Schlieper führt durch die Milchviehanlage der Agrargenossenschaft. Die Kühe werden in einem modernen Stall mit hochwertigem Futter versorgt. © Foto: MZV
Juliane Keiner / 20.01.2013, 14:37 Uhr
Mittelmark (MZV) Eine Lanze für die Tierproduktion in der Region bricht Reinhard Schlieper, Vorstandsvorsitzender der AG Fiener Bruch, der auf Einladung des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark durch die Milchviehanlage führte.

Schlechte Haltung, verendete Kadaver, gequälte Tiere können den Genuss am Fleisch, an tierischen Produkten gehörig verderben. "Schwarze Schafe gibt es immer und überall", sagt Reinhard Schlieper, doch das Groß der Tierproduktion, der landwirtschaftlichen Unternehmer agiert zugunsten des Tieres.

Schlieper, ebenso wie die insgesamt 37 Mitarbeiter der Agrargenossenschaft "Fiener Bruch"in Rogäsen, ist mit Herzblut bei der Arbeit. Enthusiastisch führt er durch die moderne Milchviehanlage. 600 Milchkühe beherbergt das Unternehmen, hinzu kommen Mastbullen und Jungtiere, sozusagen der Tierkindergarten. Dass es den Kühen gut geht, ist ihnen anzumerken. Neugierig, nicht verängstigt, leben sie in ihrem Stall voller Annehmlichkeiten.

2008 wurde der alte Bau abgerissen und für knapp 4 Millionen Euro ein moderner Stall nebst Melkhaus und Sozialräumen errichtet. "Die Tiere haben ausreichend Platz sich zu begegnen oder wahlweise aus dem Weg zu gehen", so Schlieper. Sie können in Liegebuchten, ausgestattet mit Liegematratzen, relaxen, sich an der Massagebürste massieren lassen und sie stehen dabei auf einem dreifach aufgebauten Boden. Ein automatisierter Kotschieber sorgt regelmäßig für die Entsorgung der Ausscheidungen, damit die Tiere weitgehend trocken stehen. Gegen Zugluft kann der Stall mit Jalousien verschlossen werden, es gibt stets sauberes Wasser und ein Futterrobotter agiert in den Gängen, damit die Kühe sich nicht die Hälse verrenken müssen. Nicht mal in der Milchstraße kommt Hektik auf. Modern, perfekt auf die Bedürfnisse von Tier und Mitarbeiter ausgerichtete, erfolgt das Melken voll automatisch. Dennoch ist der Anspruch an die Mitarbeiter hoch, Schichtdienst ist selbstverständlich.

Neben der Milch produziert das Unternehmen Fleisch. Die fürsorglich aufgezogenen Jungtiere werden zu Milch- oder Masttieren. "Wenn es den Tieren gut geht, kann man auch Tierprodukte verwerten", so Schlieper, "wir sind bemüht ordentliche Lebensmittel herzustellen. Nur der Verbraucher braucht Vertrauen in die Lebensmittelherstellung." Nostalgie ist hier laut Reinhard Schlieper fehl am Platze.

Unterstützende Worte erhält Schließer auch vom Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark, Wolfgard Preuß. "Die Fleischdiskussionen begleiten uns alljährlich. Und jetzt, zur Grünen Woche, veröffentlicht der BUND aktuelle Zahlen zum Fleischverbrauch in Deutschland und schrecken damit auf. Doch, wer Fleisch essen möchte, der tut dies auch. Es kommt einfach auf die artgerechten Bedingungen in den landwirtschaftlichen Unternehmen an. Ein gutes Beispiel sehen wir hier vor Ort."

Den Worten folgen auch Taten. "Sie können gern in jede Ecke des Betriebes schauen. Wir haben nichts zu verstecken. Und ich kenne kein anderes Unternehmen, welches nicht bereitwillig Einblick gewährt", so Reinhard Schlieper. Um dem Nachdruck zu versetzen verrät Preuß sogleich, dass die Eröffnung der diesjährigen Brandenburger Landpartie auf dem Gelände der Agrargenossenschaft "Fiener Bruch" in Rogäsen stattfinden wird. Das Unternehmen wird sich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren, für die Landwirtschaft und die Produkte aus der Region werben und sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Denn auch für die hiesige Agrargenossenschaft ist es nicht einfach, motivierte potenzielle Mitarbeiter zu finden.

Amtstierarzt Hans-Georg Hurttig, der dem Rundgang beiwohnte, zeigte sich ebenso begeistert. Sehr gute Lebensbedingungen, Ruhe im Stall, keine Hektik, all dies verbessert das Tierwohl. Und nicht zuletzt sind dies auch die Bedingungen, hochwertige tierische Produkte zu erzeugen.

Mit wenigen Worten resümiert Wolfgard Preuß das Jahr 2012 aus landwirtschaftlicher Sicht: "Die Landwirte der Mittelmark hatten mit Frostschäden des vergangenen Winters zu kämpfen. Die Ernteerträge waren eher durchschnittlich, wodurch die Preise leicht anstiegen. Für die Tierproduktion war es ein durchwachsenes Jahr. Die Milchpreise hatten ihren Tiefpunkt Mitte des Jahres, haben sich aber seit dem wieder regeneriert. Die überdurchschnittlich guten Fleischpreise glichen den Milchpreis etwas aus."

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