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Altersmedizin bekommt Neubau

Erste Arbeiten sind vollbracht: Wo ab 2014 der Geriatrie-Neubau stehen soll, ist jetzt eine freie Fläche mit Blick auf die derzeitige Klinik zu sehen. Alte Gebäude wurden schon abgerissen und Versorgungsleitungen verlegt
Erste Arbeiten sind vollbracht: Wo ab 2014 der Geriatrie-Neubau stehen soll, ist jetzt eine freie Fläche mit Blick auf die derzeitige Klinik zu sehen. Alte Gebäude wurden schon abgerissen und Versorgungsleitungen verlegt © Foto: Michael Benk
Frauke Adesiyan / 20.01.2013, 18:30 Uhr
(MOZ) Seit über einem Jahr ringt das Lutherstift um eine Finanzierungsmöglichkeit für einen Neubau. Nun scheint eine Lösung in Sicht und die ersten vorbereitenden Baumaßnahmen haben begonnen. Bis 2014 soll die neue ge-riatrische Klinik stehen.

Nach langen Verzögerungen steht der Bau einer neuen ge-riatrischen Klinik auf dem Gelände des Lutherstifts kurz vor dem Beginn. Mit Abrissarbeiten und der Verlegung von Versorgungsleitungen wurden bereits Vorbereitungen getroffen. Noch sind nicht alle Hürden überwunden, doch der kaufmännische Geschäftsführer Michael Bott ist optimistisch, dass die Arbeiten demnächst starten und das Gebäude spätestens nach 18 Monaten Bauzeit im Jahr 2014 bezogen werden kann. "Wenn wir das nicht machen, dann hat uns die Entwicklung abgehängt", macht Bott die Notwendigkeit deutlich.

Ähnlich klare Worte findet Chefarzt Professor Dr. Christian Zippel. "Ohne Neubau würde es uns mit Sicherheit nicht weiter geben", ist er überzeugt. Rein medizinisch können die Patienten gut im Altbau versorgt werden, betont Zippel. "Aber die Arbeits- und Unterbringungsbedingungen entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard", sagt der Chefarzt und weist unter anderem auf die vorherrschenden Mehrbett-Zimmer hin. Derzeit können 66 Patienten aufgenommen werden, zusätzlich gibt es sechs Plätze für die Tagesklinik. Im neuen Gebäude soll Platz für 80 Betten und 15 Tagesklinik-Plätze entstehen. "Damit können wir den Bedarf dann gut abdecken", schaut Zippel voraus.

Im alten Gebäude sei es aufgrund der dominierenden Mehrbettzimmer zudem schwieriger, Standards der Krankenhaushygiene einzuhalten. Außerdem brauchen Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Psychologen mehr Platz, um mit den Patienten zu arbeiten. Zippel selbst wird in dem Gebäude, für das er sich so einsetzt, nicht mehr arbeiten. Der Vertrag des 70-jährigen Chefarztes läuft Ende März auf eigenen Wunsch aus, ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht. Auch das ist ein Resultat der langen Unklarheit darüber, ob ein Neubau tatsächlich realisiert wird.

Selbst unter den derzeit 91 Mitarbeitern - darunter elf Ärzte - macht sich Unruhe breit. "Alle Mitarbeiter leben und arbeiten auch auf den Neubau zu", verdeutlicht Bott die Erwartungshaltung.

Seiner Aussage nach ist die Bauverzögerung vor allem auf ein Finanzierungsproblem zurückzuführen. 13 Millionen Euro will das evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin als Träger investieren, der allergrößte Teil sei inzwischen gesichert. Problematisch war für den Träger vor allem eine Umstellung der Krankenhausfinanzierung durch das Land. Anstatt einer bisherigen Einzel- und Pauschalförderung für Investitionen gibt es nun eine Investitionspauschale für jedes Krankenhaus.

Gestärkt wird die Geriatrie des Lutherstifts hingegen durch den Landeskrankenhausplan, der die geriatrische Versorgung der Region um Frankfurt durch das Lutherstift für ausreichend hält. Aufgrund dieser Einschätzung fand das Bemühen des Klinikums Markendorf um eine eigene Geriatrie keine Bestätigung von Seiten des Landes.

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