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Ostbrandenburger Bürgerinitiativen protestieren im Regierungsviertel gegen neue Anlagen

Großdemo gegen Massentierhaltung

Ein Teilnehmer einer Demonstration gegen die Praktiken der Agrarindustrie.
Ein Teilnehmer einer Demonstration gegen die Praktiken der Agrarindustrie. © Foto: dpa
Maria Neuendorff / 20.01.2013, 19:33 Uhr
Berlin (MOZ) Mit Traktoren, Imkerfahrzeugen und Tier- und Gemüse-Kostümen haben Tausende Menschen am Sonnabend im Regierungsviertel für einen besseren Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft demonstriert. Unter dem Motto "Wir haben Agrarindustrie satt. Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Jetzt!" forderten die Teilnehmer von der Bundesregierung eine klare Entscheidung für eine agrarpolitische Wende. Trotz eisiger Kälte kamen zu der Großdemonstration vom Hauptbahnhof zum Kanzleramt laut Veranstalter rund 25 000 Demonstranten.

Zu der Aktion hatte ein Bündnis aus Tierschützern, Verbraucher-, Umwelt- und Bauernverbänden im Rahmen der Grünen Woche aufgerufen, die noch bis zum 27. Januar in den Messehallen in Charlottenburg stattfindet. Mit Sprechchören wie "Wer Bauern, Tiere, Bienen quält, der wird nicht gewählt!" bekundeten die Demonstranten ihre Ablehnung gegenüber einer Industrialisierung der Landwirtschaft. Auf ihren Transparenten kritisierten sie unter anderem Tierfabriken, Umweltschäden durch den Einsatz giftiger Pestizide, Preisdruck auf die Erzeuger und die negativen Auswirkungen auf die kleinbäuerlichen Strukturen in den Ländern des Südens.

Auch aus Ostbrandenburg nahmen rund 100 Menschen an der Großdemo teil. Besonders stark waren die Landkreise Märkisch Oderland und Oder-Spree vertreten. In der Region gibt es von Anwohnern massiven Widerstand gegen den Ausbau der Industrie-Mastanlagen. Rund um Müncheberg sind Fabriken für Schweine und Hähnchen geplant. So sollen laut der Dorfgemeinschaft Steinhöfel allein in ihrer Gemeinde künftig rund 420 000 Hähnchen gezüchtet werden. In Eggersdorf bei Müncheberg sei zudem eine Mastanlage mit 10 000 Schweinen geplant.

"Die gemeinsame Demonstration hat unseren Widerstand gestärkt, denn wir haben gesehen: Wir sind nicht allein im Kampf für eine Agrarwende" sagte Sven Welk, Sprecher der Initiative "Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik in Steinhöfel", am Sonnabend.

Die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Sabine Niels unterstützt den Protest und kritisiert die rot-rote Landesregierung: "Das Land verschließt die Augen vor dem Ausbau der Intensivtierhaltung in Brandenburg", kritisierte Niels am Rande der Demonstration. Die Agrar-Expertin wies darauf hin, dass die Bundesländer nicht machtlos sind. "Über eine Verbesserung von Brandschutzmaßnahmen bei Mastanlagen oder die Unterbindung von Subventionen für großindustrielle Anlagen kann eine Landesregierung regulierend eingreifen."

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Sylvia Wadewitz 21.01.2013 - 21:22:52

Rund 100 aus Ostbrandenburg?

wer hatte wohl die ungefähr 100 Ostbrandenburger gezählt? Ich finde diese Textstelle als schlecht gewählt. Niemand kann sagen, woher diese vielen Menschen kamen, wohl kaum wieviele es aus Ostbrandenburg waren. Namentlich könnte ich allein bereits 28 Personen benennen, die aus meinem Bekanntenkreis teilnahmen.

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