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2012 rund 600 000 Euro in ökologische Sanierung von Einzugsgebieten der Oder investiert

Fischtreppe und Moorerlebnispfad

Brigitte Horn / 20.01.2013, 23:25 Uhr
Bernau (MOZ) Die Natur im Barnim ist 2012 natürlicher geworden. Möglich wurde dies durch das EU-Interreg-IV-A-Projekt, das sich der ökologischen Sanierung und der naturtouristischen Entwicklung von Teileinzugsgebieten der Oder widmet. 2012 sind dafür auf deutscher Seite rund 600 000 Euro investiert worden.

Es waren fünf Wasserläufe, an denen im vergangenen Jahr im Rahmen des EU-Projektes zum Wohle der Natur eingegriffen worden ist. Vorrangiges Ziel dabei: mehr Wasser in der Region zu halten. "So wurde am Strehlefließ zwischen Lanke und Prenden gearbeitet. Mit Unterstützung des Försters wurden tief in den Quellbereich des Gewässers einschneidende Gräben verschlossen", informierte Thomas Kutter, der das Interreg-IV-A-Projekt für den Förderverein Naturpark Barnim leitet. Auch die Erlenbrüche entlang des Fließes seien durch den Einbau von Querstauen nun besser mit Wasser versorgt und die Fußgängerbrücke am Rundweg um den Strehlesee ist erneuert worden.

Gearbeitet wurde auch im Quellbereich des Nonnenfließes südlich von Tuchen-Klobbicke, wo ebenfalls Torfdämme eingezogen wurden, um den Wasserrückhalt im Gebiet zu fördern. Am Samithsee nördlich von Biesenthal sind Moorflächen gestaut und Entwässerungsgräben unwirksam gemacht worden. Eine weitere Baustelle war das Pregnitzfließ zwischen Sophienstädt und Marienwerder, das sich nördlich des Eiserbuder Sees wieder zu einem mäandrierenden Fließgewässer entwickeln soll. "Beabsichtigt ist, dass sich neben Forellen auch andere anspruchsvolle Arten wieder im Fließ ansiedeln", sagt Kutter. Außerdem ging und geht es um Fischaufstiege an der Zainhammer Mühle in Eberswalde und an der Hellmühle bei Lanke.

In Sachen Naturtourismus und Umweltbildung, dem zweiten Schwerpunkt des EU-Projektes, seien am Naturparkbahnhof Melchow und an der Gaststätte "Der Schleusengraf" Dauerausstellungen zum Naturraum installiert worden, die zum Spielen, Lernen und Verweilen einladen, informierte der Projektleiter zur Bilanz des Jahres 2012. Hinzukomme ein Umweltbildungsangebot der Waldschulen Bogensee, Buch und des Waldsolarheims in Eberswalde, bei dem Kinder und Jugendliche mit moderner Technik, wie GPS-Geräte, und Luftbildern an ökologische Inhalte herangeführt werden. Auch die Internetseite des Vereins www.naturimbarnim.de, auf der das Projekt vorgestellt wird, wurde 2012 komplett überarbeitet.

Neben dem eigentlichen Projektmanagement im Rahmen des Naturparks brachte das EU-Projekt Arbeit für sechs Baufirmen, fünf Planungsbüros, zwei Büros, die Ausstellungen planen, drei Ausstellungsbaufirmen sowie Büros für Umweltbildung, Monitoring und Internet. "Bis zu 70 Personen waren 2012 durch ihre Arbeit in das Projekt involviert", schätzt der Projektleiter ein. Ausgegeben wurden für die Umsetzung des Projektes rund 600 000 Euro. Davon kamen 85 Prozent von der EU, der Eigenanteil von 15 Prozent von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg.

Für dieses Jahr stehen weitere anspruchsvolle Vorhaben auf dem Programm, kündigte der Chef der Naturparkverwaltung Peter Gärtner an. Dazu gehören Fischtreppen an der Langerönner Mühle sowie am Nonnenfließ in Spechthausen. Dort soll 2013 insbesondere die Blockierung durch große Abstürze hinter der ehemaligen Papierfabrik beseitigt werden. Als weitere Baustellen nennt Gärtner den Hellsee sowie den Schlangengraben im Biesenthaler Becken. Genauso wichtig sei die Schaffung weiterer touristischer Erlebnispunkte mit den Arbeiten am Schlossberg in Biesenthal, wo direkt der Fernradwanderweg Berlin-Usedom vorbeiführt, oder die Schaffung eines Moorerlebnispfades, wofür der Naturpark mit der Fachhochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde kooperiert.

"Weil bei alledem in hochsensible Gebiete eingegriffen wird, kann nicht zu jeder Zeit, etwa zur Brutzeit der Vögel, gebaut werden", erklärt Gärtner. Darum wurde eine Verlängerung des Projektes bis Ende Juni 2014 beantragt und genehmigt. "Dadurch kann alles Geplante auch umgesetzt werden", ist der Chef der Naturparkverwaltung zufrieden. Dabei geht es dort, wo die Eigentümer zugestimmt haben, auch noch um Grabenverfüllungen und Torfdämme im Finowtal, aber auch um Landschaftspflegemaßnahmen gegen die Verbuschung im Biesenthaler Becken.

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