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Bürgermeister Jörg Schröder sieht in Verbandsgemeinden Möglichkeit, doch noch zueinander zu kommen

Auch ohne Fusion miteinander

Stürmisch gefeiert: Der Chor Kariolle aus Alt Rosenthal begeisterte die Gäste.
Stürmisch gefeiert: Der Chor Kariolle aus Alt Rosenthal begeisterte die Gäste. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 22.01.2013, 19:19 Uhr - Aktualisiert 23.01.2013, 10:57
Seelow (MOZ) Zum dritten Mal luden Stadt und Amt Seelow-Land zum gemeinsamen Neujahrsempfang ins Kulturhaus ein. Gesprächsthema waren immer wieder die gescheiterten Fusionsverhandlungen. Versichert wurde jedoch, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt werden soll.

Der Abend wird in zweierlei Hinsicht ins Rekordbuch eingehen. Um 48 Minuten wurde der offizielle, ohnehin schon auf 100 Minuten geplante Teil überzogen. Und zum ersten Mal forderten die Gäste bei einem Neujahrsempfang für einen Kulturbeitrag eine Zugabe. Letzteres schaffte die Gruppe Kariolle aus Alt Rosenthal. Erst 2012 gegründet, begeisterten die Akteure um Leiterin Judith Leopold mit ihrem lebensfrohen und rhythmischen internationalen Folk-Mix. Für eine nicht geplante Sondereinlage sorgten die Gäste aus dem polnischen Klodowa, der Partnergemeinde von Seelow-Land. Bürgermeisterin Anna Genowefa Molodciak hatte ein Tanz-Duo mitgebracht - ein Geschenk für den Abend.

 21.01.2013/Seelow (MOL): Neujahrsempfang im Seelower Kulturhaus:   Auszeichnung Seelower Ehrenamtliche
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Der hatte mit einem Rückblick auf 2012 und dem unumgänglichen Thema gescheiterte Fusion begonnen. Für den Amtsausschussvorsitzenden Wolfgang Wolter wurde das Thema in den drei Gemeinden Lietzen, Vierlinden und Fichtenhöhe zu schnell abgelehnt. Einzelne Personen hätten aus seiner Sicht Diskussionen entfacht, die der Sache nicht dienlich waren. Es sei viel von Eigenständigkeit die Rede gewesen, die er jedoch nur für möglich halte, wenn die Kommunen dafür die finanzielle Grundlage haben. Und die gebe es derzeit nicht, wie Amtsdirektorin Roswitha Thiede bekannte. Alle fünf Gemeinden arbeiten mit einem Haushaltsminus. Die Finanzierung werde zunehmend von außen bestimmt. Von den 3,5 Millionen Euro Einnahmen aller fünf Kommunen würden 1,2 Millionen als Amts- und 1,8 Millionen Euro als Kreisumlage fließen. Doch die Bürger hätten demokratisch entschieden und letztlich gezeigt, dass sie mitgestalten wollen, sagte die Verwaltungschefin.

Einig sind sich beide Seiten, dass man weiter zusammen arbeiten wolle und werde. Das unterstrich auch der Stadtverordnetenvorsteher Jörg Menz. Bürgermeister Jörg Schröder forderte neue gesetzliche Rahmenbedingungen, nannte als Möglichkeit eines Zusammengehens die Bildung von zwei Verbandsgemeinden im Altkreis. Sie würden die kommunale Eigenständigkeit sichern.

Das war auch das Stichwort für Landrat Gernot Schmidt (SPD). "Wir brauchen eine kommunale Ordnung, die die Identität der ländlichen Gemeinden sichert", sagte er. Und man brauche eine Verwaltung vor Ort, sonst würde auch Bürgerengagement nicht mehr funktionieren. Er ermutigte die Runde, die Region nicht klein zu reden. Es werde viel geleistet. "Und wir liefern das Wichtigste für die Entwicklung der großen Wirtschaftsmetropolen, unsere hier gut ausgebildeten Kinder. Sie sichern in den großen Ballungszentren den Wohlstand aller."

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Ronny 22.01.2013 - 21:00:57

Auwaia

toll.. dass unsere gut ausgebildeten Kinder den Wohlstand in den Ballungszentren sichern.. die restlichen "blöden" Hiergebliebenen können sich hier überlegen, wie sie den Alltag der immer mehr werdenden "Alten" organisieren ?!?!

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