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Briest plant seine 725-Jahr-Feier mit Partymeile und Umzug / Sponsoren und Unterstützer gesucht

Kleiner Ort - großes Fest

Cornelia Hendrich / 26.01.2013, 07:56 Uhr
Briest (MOZ) Stolze 725 Jahre alt wird das kleine Örtchen Briest in diesem Jahr. Und plant ein großes Fest. Die majestätische Feldstein-Kirche zeugt davon, dass der Ort nicht immer so winzig war. Der Vize-Ortsbürgermeister erzählt, wie Briest früher einmal ausgesehen hat.

Reinhard Ekelmann ist der stellvertretende Ortsbürgermeister und befasst sich intensiv mit der Geschichte von Briest. Sogar ein winziges Museum hat er in einem Stall eingerichtet. Nicht schlecht für einen 170-Einwohner-Ort.

Das Dorf Briest gehe zurück auf das Kloster Gramzow, erzählt er. "Deshalb auch unsere vergleichsweise große Kirche." Für sie ist Briest bekannt. Die Kirche ist ein beachtlicher Feldsteinbau, noch aus dem 13. Jahrhundert. Der Kirchturm hat eine Höhe von 27 Metern. Innen gibt es einen sehenswerten, wertvollen Schnitzaltar aus dem Jahr 1520 mit Passionsgemälden.

"Wir hatten nie einen Gutsherren oder ein Schloss", erzählt Reinhard Ekelmann. Aber große Höfe und Bauern. "Unsere Einwohnerzahl war sehr schwankend", erzählt er. Zu Briests Hochzeiten, so um 1850, hatte das Dorf 550 Einwohner. Das Dorf muss damals, bis vor 1945, ein ganz anderes gewesen sein. Zwei Gaststätten gab es, zwei Fleischer, zwei Schmieden, eine Stellmacherei und sogar eine Krankenschwester, erzählt er. Doch das Dorf schrumpfte immer mehr, zur Wende hatte es nur noch 250 Einwohner. Heute mit 170 Menschen gibt es natürlich nicht mehr viel, eine Auto-Werkstatt und Landwirte.

Doch nichtsdestotrotz engagieren sich die wenigen Menschen in Briest sehr für die 725-Jahr-Feier, die am 15. Juni das Dorf in eine Partymeile verwandeln soll. "Zehn bis fünfzehn Leute arbeiten gerade an den Vorbereitungen", sagt Reinhard Ekelmann. "Wir können uns nur einen Tag leisten." An dem Sonnabend wird es eine Bühne geben, auf der Tanzgruppen und Jagdhornbläser auftreten und eine Modenschau gezeigt wird. Zudem ist ein Umzug geplant, an dem, so hofft er, auch Wendemarker und Passower teilnehmen. Im Ort werde es etliche Stände geben. Oben am Spielplatz soll ein schönes Kinderprogramm veranstaltet werden mit Hüpfburg, einer Hexe und Ponyreiten. Start des Festes wird um 13 Uhr sein.

Keine Disko gibt es am Abend. Sondern es wird eingeladen zu einer "richtigen Tanzveranstaltung mit Kapelle", freut sich Reinhard Ekelmann. Und natürlich wird der Vize-Ortsbürgermeister dann auch sein kleines Museum öffnen und die Menschen hindurchführen. Der Rentner zeigt hier alte Spinnräder, eine alte Waage, Zinnkrüge, Nähmaschinen und Bügeleisen und wird voller Stolz aus seinem reichen Wissen plaudern, wie früher damit gearbeitet wurde.

Ausprobieren wird man altes Handwerk auch können. Er hat vor, mit ganz alten Zentrifugen die Herstellung von Butter zu demonstrieren.

Die Gemeinde hofft auf zahlreiche Besucher bei ihrer 725-Jahr-Feier. Und ein Besuch lohnt. Neben der St.-Nikolai-Kirche, eine der bedeutendsten der Uckermark, ist auch das daneben stehende Schul- und Küsterhaus, um 1845 erbaut, sehenswert. Bis 1969 wurden in dem Gebäude sogar noch Kinder unterrichtet. Dabei gibt es in dem Haus nur einen Unterrichtsraum und eine Lehrerwohnung. Später gingen die Schüler nach Golm und Zichow und ab 1976 in die neugebaute Passower Schule. Dort werden sie bis heute bis zur sechsten Klasse unterrichtet. Ältere Kinder müssen dann zu den weiterführenden Schulen nach Angermünde oder Schwedt fahren.

Das Fest im Juni wird ab 13 Uhr beginnen. Die Finanzen sind sehr knapp, sagt Reinhard Ekelmann. "Wir haben viele Ideen, aber die Hälfte scheitert leider am Geld", sagt er. Deshalb wäre er froh, wenn sich noch ein paar Sponsoren und Unterstützer finden würden. So wird zum Beispiel jemand gesucht, der eine Festschrift über die vergangenen 100 Jahre von Briest für die Feier verfassen könnte. Gerade in Arbeit sind Ansichtskarten mit vier oder fünf schönen Bildern des Dörfchens. Viel Arbeit für den Rentner, aber er hängt sehr an der Idee. "Ich kann mir vorstellen, dass das etwas Schönes wäre, sie bei dem Fest zu verkaufen", sagt er.

Kontakt Reinhard Ekelmann Telefon 033336 55255, 725-Jahr-Feier Briest,15. Juni, 13-18 Uhr

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Pöppel , Herbert 18.02.2013 - 15:51:00

Familie Pinkus aus Briest / Uckermark !

Hallo Herr Ekelmann , bitte wenden Sie sich an das Archiv in Angermünde , um etwas über die Familie Pinkus zu erfahren ......... Gruß Herbert Pöppel , Berlin

Herbert Poeppel 30.01.2013 - 13:05:37

Familie PINKUS ?I

Ist die Familie Pinkus bekannt ? Gruss Herbert Poeppel .Zur ZEIT in Brasilien

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