Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stillstand bei Bus und Straßenbahn

Entschlossen: Mit einem Warnstreik in der Frühschicht haben SVF-Mitarbeiter Mittwochmorgen am Betriebstor auf ihre Lohnforderungen aufmerksam gemacht.
Entschlossen: Mit einem Warnstreik in der Frühschicht haben SVF-Mitarbeiter Mittwochmorgen am Betriebstor auf ihre Lohnforderungen aufmerksam gemacht. © Foto: Michael Benk
Annette Herold / 30.01.2013, 17:50 Uhr
Frankfurt (MOZ) Auf Bus und Bahn mussten Frankfurter und Pendler Mittwochmorgen in der Oderstadt verzichten. Zur Durchsetzung höherer Löhne bei den Verkehrsbetrieben im Land hatte die Gewerkschaft Ver.di zum Warnstreik aufgerufen.

Wer Mittwochfrüh zur Arbeit oder zur Schule wollte, gelangte jedenfalls nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort hin. Mit Beginn der Frühschicht standen bei der Stadtverkehrsgesellschaft SVF alle Räder still; Bis 8.45 Uhr fielen mehr als 40 Busse und Straßenbahnen aus. Gefahren sind lediglich die Busse, für die die SVF Dienste der Firma Homann nutzt. Unter anderem drehte deshalb auch ein von den Cottbuser Verkehrsbetrieben geliehener Bus seine Runden.

Wer konnte, wich aufs Auto aus. Taxis schienen gefragter als sonst, sobald am Bahnhof ein Zug eintraf, fuhren die Wagen mit Passagieren davon. Andere gingen im Berufsverkehr zu Fuß. Schüler seien ihrem Eindruck nach von dem Streik nicht so betroffen gewesen, berichtete Kerstin Müller, stellvertretende Leiterin der Grundschule Am Botanischen Garten. Verspätet habe sich eine Lehrerin, die zu Fuß vom Bahnhof zur Schule kam. Von Verspätungen in den Größenordnungen war auch an anderen Schulen nichts zu hören. Schüler und Lehrer hätten sich anders beholfen, um zur Schule zu kommen, war etwa an der Friedensgrundschule zu erfahren.

Hintergrund des Warnstreiks sind Lohnforderungen der Beschäftigten von Brandenburgs öffentlichen Nahverkehrsunternehmen. Die Gewerkschaft Ver.di spricht von Erhöhungen um sechs Prozent und einer Arbeitszeitverkürzung. Für den Ver.di-Verhandlungsführer Jens Gröger eine legitime Forderung. Im Vergleich zu ihren Kollegen im öffentlichen Dienst hätten Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe auf beträchtliche Summen verzichtet, rechnet er am Tor der Stadtverkehrsgesellschaft vor. Dort haben sich Mittwochmorgen nicht nur die zur Frühschicht eingeteilten SVF-Mitarbeiter versammelt. "Hier sind auch Kollegen dabei, die eigentlich frei haben", sagt Carsten Thiele, Bus- und Straßenbahnfahrer und im Ehrenamt Gewerkschaftssprecher. Froh ist er, dass sich die gesamte Frühschicht beteiligt hat und Bus und Bahn im Depot geblieben sind. Es gehe nicht darum, die Fahrgäste zu verärgern, sondern darum, den Arbeitnehmerforderungen Nachdruck zu verleihen.

Dafür habe er durchaus Verständnis, sagt SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann am Nachmittag. "Ein Warnstreik ist in einem Rechtsstaat ein legitimes Mittel zur Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen." Den Zeitpunkt des Arbeitskampfes hält er allerdings für unpassend. "Das hätte auch zu weniger verkehrsstarken Zeiten passieren können", moniert Ebermann und fügt an, dass er sich auch eine zeitigere Information gewünscht hätte. "Dann hätten wir auch unsere Fahrgäste genauer in Kenntnis setzen können", sagt er. Die SVF hatte seit Dienstagnachmittag auf ihren elektronischen Anzeigetafeln an den Haltestellen darauf aufmerksam gemacht, dass am nächsten Morgen ein Warnstreik drohe.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Carsten Thiele 01.02.2013 - 21:33:19

Anmerkung zu den Kommentaren

Ich bewundere gerade die vielen Kommentare zu diesem Thema. Wie einer meiner Vorkommentatoren gesagt hat gibt es sehr viele Fahrgäste, die nur die negative Seite sehen. Es gibt kaum mal ein gutes Wort für unsere Fahrer, die jeden Tag; und das an 365 Tagen im Jahr eine gute Arbeit erledigen und eine Menge Verantwortung tragen. Das "Gästebuch" der Internetseite der SVF wurde seit Jahren als Beschwerdestelle genutzt (mit teilweise sehr beleidigenden Worten) und kaum treten die Mitarbeiter mal für 5 Stunden in einen Warnstreik, sind alle Fahrgäste hoch empört, wie man es sich erlauben kann mehr Gehalt zu fordern. Warum hacken jetzt alle auf diese (für Ihren Job wirklich zu gering bezahlten) Arbeitnehmer herum ? Beamte können viel eher in Pension gehen und bekommen durch Ihr hohes Gehalt auch eine ordentliche Pension. Ein Busfahrer soll aber bis 67 arbeiten und geht dann mit Mindestrente nach Hause. Sozial gerecht verteilt ?! Es gibt viele Beispiele aus der Wirtschaft die man hier nennen kann, aber bitte hört auf nur über unsere Mitarbeiter her zu ziehen. Im übrigen habe ich mit vielen Fahrgästen nach unserer Aktion gesprochen, der Großteil hatte dafür Verständnis und dafür danke ich unseren Fahrgästen. Heute fand der zweite Warnstreik in Potsdam statt und auch dort beteiligten sich 100 % der Mitarbeiter, es fuhr keine Bahn und auch kein Bus. Bitte verstehen Sie auch die Kollegen, wenn Sie mal einen nicht so guten Tag haben, aber schauen Sie auch einmal wie sich manche Fahrgäste in unseren Verkehrsmitteln verhalten. Und noch etwas, denken Sie wirklich Fahrpreiserhöhungen hängen nur mit den Lohnforderungen der Arbeitnehmer zusammen ? Wissen Sie eigentlich, wieviel Geld die SVF im Jahr für Vandalismusschäden (Haltestellen zerstört, Scheiben zerkratzt, Sitze herausgerissen) bezahlen muss ? Wenn sich einige dort an die Regeln halten würden, würden auch die Fahrpreise etwas geringer sein. Zuammenfassend noch einmal, die Forderung der Gewerkschaft verdi liegt im Gesamtvolumen bei 10 %, das heisst aber nicht 10 % mehr Gehalt. Hier spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. Reduzierung der Arbeitszeit etc. Wenn man das alles betrachtet, dürfte einer gerechten Forderung nichts im Wege stehen und die versuchen wir durchzusetzen. Carsten Thiele Vertrauenssprecher verdi bei der SVF Frankfurt (Oder)

Hinweisender 01.02.2013 - 20:26:53

Ein Recht wahrgenommen !

Gemäß Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz ist die Koalitionsfreiheit gegeben. Arbeitnehmer haben das Recht, sich zu Koalitionen - Gewerkschaften zusammen zuschließen. Sie besitzen damit eine Tarifautonomie zur Durchsetzung ihrer Interessen. Man kann davon ausgehen, dass von den betreffenden Kollegen alle Vorbereitungen zu diesem Streik bis hin zu den Informationen für die Öffentlichkeit und den Arbeitgebern , getroffen worden sind. Also ist der abgelaufene Streik eine nur zu begrüßende Maßnahme des Arbeitskampfes der betroffenen Kollegen. Besser als teilweise beleidigende Äußerungen , wäre eine Solidarisierung anderer Arbeitnehmer mit diesem Streik. Es gehört zur Marktwirtschaft, dass Arbeitnehmer und besonders gewerkschaftliche organisierte, ihre Forderungen durchsetzen. Daran sollten sich alle gewöhnen. Prognostisch kann man heute schon sagen, dass bei der gegenwärtigen Entwicklung der Preise und Mieten weitere Arbeitskampfmaßnahmen nur legitim sind.

Birgitt Baron 01.02.2013 - 19:33:02

@ EX-BUS- UND BAHNFAHRER

Wenn die SVF Mitarbeiter mal im Öffentlichen Dienst wären !!!!!!!! Schon mal auf die genaue Bezeichnung geschaut GMBH , Also Füße stillhalten möchte ich mal sagen ! Desweiteren möchte ich noch anmerken das gerade die Bus - und Bahnfahrer hier in der Stadt einiges auszuhalten haben. !!!! Sicherlich kann man es nicht jeden Recht machen aber meiner Meinung, machen diese Menschen einen super Job. Jeder der hier seine negative Meinung vertritt sollte mal überlegen das dieser Beruf eine Verantwortung von Tausenden Menschen am Tag in seiner Schicht beinhaltet. Achso ja und es gibt solche und solche Fahrer. Negatives ist schnell gefunden aber Positives wird nicht erwähnt. Es gibt auch Fahrer die sofort nach hinten Eilen wenn jemand Probleme mit dem Fahrscheinautomaten hat. Ohne Aufforderung kam ein junger Mann aus seiner Fahrerkabine als ein Ortsunkundiger Probleme hatte. So etwas nenne ich Service und daher kann ich diesen Streik auch verstehen. PS : Ich war auch betroffen aber konnte durch die Informationen am Vortag mein Auto nehmen. Kämpft weiter so !!!!

ROESSLGAENGER 01.02.2013 - 18:08:54

Unglücklich

Es ist nicht besonders hilfreich, wenn die Höhe der Gehälter in solchen Diskussionsforen durchdiskutiert werden. Wir alle wissen, dass einige Berufsgruppen gerade in Ostdeutschland hoffnungslos unterbezahlt werden. Da ist es verständlich, dass solche Menschen nicht darüber erbaut sind, wenn Arbeitnehmer , die in ihren Augen viel verdienen für noch mehr streiken. Doch niemanden ist gedient, wenn alle wenig Lohn bekommen. Solche Diskussion spielt den Arbeitgebern in die Hände, diese profitieren von den durch sie selbst angezettelten Neiddebatten. Es wird Zeit für einen flächendeckenden Mindestlohn!

SVF- Kutscher 01.02.2013 - 17:30:33

@Knut Schmund

Mein Einstiegsgehalt lag bei ca. 1500 € Brutto, nach ca. 5 einhalb Jahren bin ich bei ca. 1700 € Brutto, plus den ganzen Zuschlägen die es gibt, hab ich noch nicht mal 1360 € ausgezahlt. Soll nur mal so zur Info sein.

ex-bus- und bahnfahrer 01.02.2013 - 16:04:35

Verstehe die ganze Aufregung nicht

Sollen doch die Angestellten der SVF ihre Forderung von 10% Lohnerhöhung ruhig mittels Streik durchsetzen. Diese werden dann auf die Fahrpreise umgelegt. Anschließend gibt es dann das große Staunen, wenn Busse und Bahnen dann leer durch die Stadt fahren. Also immer schön auf dem Teppich bleiben. Immer noch gilt der Satz: "Angebot und Nachfrage regeln den Preis". Und dann sehen wir mal weiter. In Unternehmen der sogenannten (vogel)freien Wirtschaft ist das Problem ganz einfach zu lösen. Die Leute bekommen mehr Geld, nur müssen die Arbeit die vorher fünf Mitarbeiter machten dann eben nur noch drei machen. Und genau das sollten auch Angestellte des Öffentlichen Dienstes einmal bei ihren Forderungen bedenken.

Arbeitnehmer 01.02.2013 - 14:57:33

Anmerkung

Nicht nur Busfahrer unterliegen einer starken Belastung am Arbeitsplatz, müssen in Schichten arbeiten und auch am Wochenende. Dies dann auch mit weniger Gehalt. Wieso wird aber hier in den Kommentaren das scheinbare Bild erzeugt (von Busfahrern?!), dass nur Busfahrer dieser Belastung unterliegen und jeder andere Arbeitnehmer nur von 8-17 seine Zeit im Büro absitzen muss?!

Knut Schmund 01.02.2013 - 13:38:59

Nicht gleich weinen

Auch wenn sich Herr Heese nicht ganz so toll ausgedrückt hat. Grundsätzlich hat er damit recht das höhere Tarifabschlüsse auch die Inflation anheizen. In den nächsten Jahren heißt es bei den Tarifverhandlungen für Verwaltungsangestellte: nicht nur die Energiekosten sind gestiegen sondern auch die Fahrpreise um x %, irgendwie müssen die Angestellten auf die Arbeit kommen. Der Schluss daraus das die Löhne runter müssen ist allerdings meiner Meinung nach, auch falsch das würde Deflation bedeuten, sinkende Löhne, sinkende Preise, sinkende Gewinne. Genauso falsch ist aber die ständige Betonung steigend Löhne sind gut für die Binnenachfrage. Stimmt das Umfeld nicht, legen die Leute mehr beiseite, die Firmen haben mehr Kosten aber die Gewinne steigen nicht. Zu den Busfahrern. Natürlich geht auch der Berufseinsteiger nicht mit 1200 € Netto nach Hause. Es sei denn er arbeitet nicht Nachts und am Wochenende. Ich nehme an 2-300 € zusätzlich dürften das schon sein. Muss er eine Familie ernähren hat er natürlich auch nicht Steuerklasse 1. Dann wären es etwa 1360 netto plus Zuschläge. Zugegeben auch nicht viel. Aber er ist auch Berufseinsteiger. Was verdient so ein Busfahrer nach fünf Jahren? Ich habe nichts gegen Lohnsteigerung. Die muß auch sein. Aber 10 % ist schon eine Ansage. Natürlich ist da der Verhandlungsspielraum mit angegeben. Trotz allem tun mir die Mitarbeiter nicht leid. Spricht die Gewerkschaft, möchte man im ersten Reflex ja Taschentücher gegen die Tränen rausholen. Natürlich ist auch viel Gerassel dabei um die Lohnabschlüsse durch zubekommen.

na hallo 01.02.2013 - 12:12:58

An Robin Hut

Der Streik war angekündigt worden. Und warum sollen die Arbeitenden Menschen in Osten nicht das gleiche Recht haben eine Lohnerhöhung zu Vordern wie die im Westen. Wobei man sagen muss, dass sich die Forderung in Grenzen hält. Und eins noch zu den Satz von Ihnen, Zitat: „ Diese Menschen können einfach selbstverständlich kein Verständnis dafür aufbringen, dass jemand, der einen gesicherten Arbeitsplatz mit geregelten Arbeitszeiten (auch wenn diese in oft auch in unschönen Schichten sind) und einem Gehalt von dem man tatsächlich und menschenwürdig leben kann, einfach mal 10 % mehr verlangen ohne mehr dafür leisten zu wollen“. Wo her haben sie die Weisheit, dass es noch gesicherte Arbeitsplätze außer als Beamter gibt? Und wie können sie den einschätzen was ein Busfahrer oder Fahrerin leisten muss? Der Verkehr wird immer dichter, weil sich auch einige arbeitende Menschen auch „mahl“ ein Auto leisten können, natürlich viele auf Pump (Kredit). Aber da hat der Busfahrer oder Fahrerin ja keine Verantwortung für die Fahrgeste. Fahren sie doch mahl einige Stunden konzentriert durch die Strassen von Ffo., da werden sie erleben, was diese Menschen leisten müssen. Also halten sie mahl den Ball flach und reden sie doch erst mahl mit den Leuten, bevor sie über sie reden. MfG

Robin Hut 01.02.2013 - 11:14:35

es stimmt mich nachdenklich

wie hier auf F.Heese eingehackt wird. Wenn es um den Beitrag vom 30.01.2013 23:32:21 geht, (einen anderen kann ich nicht finden) verstehe ich den Aufstand nicht so ganz. Sicher ist das nicht gerade diplomatisch ausgedrückt worden, aber worum geht es denn in den Äußerungen von F. Heese? Doch nur darum, dass es inzwischen viel zu viele Menschen gibt, die vom normalen Arbeitsmarkt (also den Arbeitsplätzen die noch einen Lohn bieten von dem man leben kann) komplett abgekoppelt sind und keine Chance mehr für sich sehen. Für diese Menschen ist ein solcher Streik mit solchen Forderungen durchaus ein Schlag ins Gesicht, erst Recht dann, wenn sie auch noch persönlich darunter leiden müssen, weil ihnen Ihre Beweglichkeit genommen wurde und Sie KEIN Geld für ein Taxi hatten. Diese Menschen können einfach selbstverständlich kein Verständnis dafür aufbringen, dass jemand, der einen gesicherten Arbeitsplatz mit geregelten Arbeitszeiten (auch wenn diese in oft auch in unschönen Schichten sind) und einem Gehalt von dem man tatsächlich und menschenwürdig leben kann, einfach mal 10 % mehr verlangen ohne mehr dafür leisten zu wollen. Bitte versteht mich nicht falsch. Ich bin durchaus der Meinung, dass ein Bus- oder Straßenbahnfahrer für seine verantwortungsvolle und sicher nicht leichte Arbeit einen ordentlichen Lohn verdient. Was mich aber ärgert, ist, dass hier offenbar niemand versteht, dass es viel zu viele Menschen gibt, die aus Ihrer eigenen Notsituation heraus einfach den Vergleich zu sich selbst ziehen und in diesem Vergleich die hier beschriebene Forderung natürlich als ausverschämt ansehen. Es ist auch keine Neiddebatte, wie viele jetzt einwenden werden, und wie Sie leider von F. Heese hier tatsächlich mehr oder weniger geführt wird, was natürlich Mist ist. Nein, eigentlich geht es um Gerechtigkeit. Gerechtigkeit für ALLE Menschen in unserer Gesellschaft. Und man sollte vielleicht auch mal aus diesem Blickwinkel auf die Angelegenheit schauen und nicht sich mit einem AUF IHN alle auf den einen stürzen, der es wagt zu sagen: "ihr seid ausverschämt, wenn man sich die vielen Menschen ansieht, die nie die Chance hatten das zu verdienen was ihr jetzt sicher habt..." Denn aus diesem Blickwinkel hat F. Heese durchaus Recht, auch wenn er die Schuld dafür völlig kurzsichtig nicht dort sucht, wo sie eigentlich liegt... Kritisiert ihn wegen seiner Art seine Meinung zu sagen aber nicht so wie hier erfolgt... Das ist mindestens genauso erbärmlich...

Carsten Thiele 31.01.2013 - 21:29:43

Anmerkung des verdi-Vertrauenssprechers der SVF

Sehr geehrter Heese, ich weiß zwar nicht wo Sie Ihre Schulbildung genossen haben oder aus welchem sozialen Umfeld Sie kommen, aber wahrscheinlich sollten Sie doch einmal bei mir vorbeikommen um Ihre Grundrechenarten aufzufrischen. Erst einmal möchte ich sagen, dass es den Mitarbeitern der SVF leid tut, soviele Fahrgäste im Regen stehen gelassen zu haben. Andererseits ist es für die Mitarbeiter klar, dass eine Lohnerhöhung bei den derzeit festgefahrenen Tarifverhandlungen nur durch einen Arbeitskampf durchgesetzt werden kann. Ein Arbeitskampf ist laut Grundgesetzt ein legales Mittel. Vielleicht ist Ihnen nicht bekannt, dass ein Busfahrer bei einem Einstiegsgehalt von 1700 Euro brutto neben seinen Kosten für Wohnung, Strom, Lebensmittel, Auto etc. auch noch andere Kosten zu bewältigen hat, von denen Sie wahrscheinlich keine Ahnung haben. Alle 5 Jahre muss er sich ärztlich untersuchen lassen um einen neuen Führerschein zu erhalten, alle 5 Jahre muss er zu einer Berufskraftfahrerqualifikation, die ebenfalls Geld kostet. Was meinen Sie wer diese Kosten trägt ? Laut Ihrer Aussage sind alle Bus- und Straßenbahnfahrer nicht gut ausgebildet ? Ich denke dass ich Sie hier enttäuschen muss, da alle Fahrer mindestens einen 10-Klassen Abschluss (teilweise Abitur) und eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen können. Was Ihre Bemerkung zu Lohnsenkungen betrifft, kann ich nur sagen, wahrscheinlich leben Sie noch in einer Plattenbauwohnung und zahlen noch 47,50 Mark Miete mit Aluchips. Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass die Inflationsrate in Deutschland in den letzten Jahren drastisch gestiegen ist und alles teurer geworden ist ? Offensichtlich nicht, denn dann hätten Sie Ihren Kommentar hier wahrscheinlich nicht veröffentlicht. Ihr Kommentar ist eine Beleidigung für alle Mitarbeiter der SVF. Im übrigen haben Sie auch mit Ihrer Anspielung auf Rentner und Arbeitslose unrecht. Auch Rentner, Arbeitslose, Hausfrauen etc. können Mitglied der Gewerkschaft verdi werden und aktiv an Streiks teilnehmen. Gerne schicke ich Ihnen ein Aufnahmeantrag zu und werde Sie persönlich betreuen. Im übrigen möchte ich Sie darauf hinweisen, dass die derzeitigen Arbeitslosen und Rentner von den Geldern finanziert werden, die alle Arbeitnehmer in die gesetztlichen Kassen einzahlen. Wenn Sie natürlich vorhaben unsere Gehälter zu senken, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Renten und Arbeitslosengelder ebenfalls drastisch gekürzt würden. Ich bitte Sie nochmals, Ihren dummen Kommentar zu überdenken und lade Sie gerne einmal ein, um sich über den Bildungsstand bei der SVF zu erkundigen. Eine letzte Bemerkung, ich glaube nicht, dass jemand bereit ist, in einen Busführerschein für mehrere tausend Euro zu investieren, um dann für 5 Euro je Stunde im Schichtdienst (auch an Sonn- und Feiertagen) arbeiten zu gehen. Wenn Sie denken damit den Arbeitslosen etwas gutes zu tun, sage ich Ihnen nur, beachten Sie bitte auch soziale Komponenten wie z.B. die Familie. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und würde mich freuen, Sie in einem persönlichen Gespräch mit unseren Kollegen kennen zu lernen.

G.W. 31.01.2013 - 20:58:50

Antwort an F. Heese

Ein Mensch der dieses System immer noch nicht begriffen hat. Ein Arbeitsloser hat ca. 900 € wenn man alle Zulagen und Vergünstigungen mitrechnet. Ein Bus und Straßenbahnfahrer ( der einen abgeschlossenen Beruf als Berufskraftfahrer hat) und nicht so wie der Kommentarschreiber, wahrscheinlich nur die Hilfschule besucht hat, denn ansonsten kann man nicht so viel geistigen Dünnsch.... schreiben. Ich glaube nicht das dieser geistig Hochbegabte früh um 03:45 Uhr zu arbeiten anfangen muß und das obendrein auch noch an Sonn und Feiertagen an denen sich dieser Schreiberling wahrscheinlich in seiner Lieblingslokalität aufhält

Beteiligter 31.01.2013 - 20:20:12

@ Heese

Kommen Sie persönlich bei der SVF vorbei und sagen SIE den Fahrern ins GESICHT das sie keine Bildung haben. Ich denke das Sie ein verbitterter Rentner sind, der nicht besseres zu tun hat als sich den ganzen Tag über etwas aufzuregen. Wenn es Ihnen nicht passt gehen zu Zukünftig zu Fuß !!!!!!!! PS: Die Forderungen sind mehr als gerechtfertigt.

lupo 31.01.2013 - 18:28:44

@ M. Kaufmann

Natürlich ist den Bus- und Strassenbahnfahrern von mir aus ein Bruttogehalt von 3000 Euro zu gönnen. Nur haben sie dann keine Fahrgäste mehr. Anders unsere Politgrössen in Potsdam, die sich angesichts leerer Kassen eine Diätenerhöhung nach der anderen selbst genehmigen können, ohne das ihnen die dummen Brandenburger Wähler davon laufen.

M. Kaufmann 31.01.2013 - 17:39:28

@ F. Heese

Wen es keine steigenden Löhne gibt, gibt es auch keine Rentensteigerung.

Frankfurter 31.01.2013 - 15:01:55

@ Angestellter

Ihnen ist der Begriff Tantieme nicht bekannt. Mitglieder von Gewerkschaften müssen einen großen Teil ihrer Grundvergütungen der Hans-Böckler-Stiftung abführen. Normale Aufsichtsratsmitglieder können maximal einen Selbstbehalt von 4600 € vornehmen. Beim Stellv. Aufsichtsratsvorsitzenden sind es 6.900 €. Der Chef kriegt dann 9.200 €. Also welche Bereicherung besteht hier, denn von zusätzlichen Erstattungen für Aufwand und Sitzungsgeld sind auch 90 % abzuführen Ausserdem sollte jeder Arbeitnehmer, so viel Geld verdienen, dass er beruhigt sein Leben organisieren und nicht bei der Arbeit abgelenkt wird, wie die Kinder ihr Stullenbrot oder warmes Essen erhalten. Jeder bezuschusste Arbeitsplatz in Deutschland ist ein Armutszeugnis für die deutsche Wirtschaft. Die deutsche Automobilindustrie hat 2011 mehr Gewinn gemacht, als im Top-Jahr 2007, aber sie schreien nach Unterstützung durch Kurzarbeit. Jeder Arbeitnehmer muss eine Grundvergütung und der Rest nach oben regelt sich über Leistung

frankfurter 31.01.2013 - 12:01:57

@Josef Lenden

Zitat: "Die Stadtverwaltung ist nicht Vertragspartner." Jetzt werden Sie aber zum Korinthenpicker. Die Stadt ist indirekt Vertragspartner der SVF. Eigentümer der SVF ist die Frankfurter Dienstleistungsholding GmbH (FDH), welche wiederum der Stadt Frankfurt gehört. Benötigt die SVF mehr Geldmittel, so müssen sie aus dem Haushalt der Stadt über die FDH zufließen.

Steffen 31.01.2013 - 11:35:08

Antwort

Ich weiß, dass sich kein öffentlicher Nahverkehr von selbst finanzieren lässt und das der Staat bzw. das Bundesland Geld bei gibt.. Ich meine auch damit die allg. Situation auf dem Arbeitsmarkt.. Jeder sollte für seine Arbeit eine gerechte Vergütung bekommen;)

Josef Lenden 31.01.2013 - 11:34:17

Schlechtmensch

Die Stadtverwaltung ist nicht Vertragspartner. Die Forderungen sind nicht auf Frankfurt (Oder) begrenzt. Forderungen auf mehr Lohn/Gehalt ist legitim. Warum werden die Bus/Straßenbahnfahrer fast ausgegrenzt und auch beschimpft? Mit allgemeinen Kosten bei Lohn/Gehaltserhöhungen muss immer gerechnet werden. Mit freundlichen Grüßen Josef Lenden

Schlechtmensch 31.01.2013 - 10:18:11

@Steffen

Was hat der ÖPNV mit freier Marktwirtschaft zu tun? :-)

Schlechtmensch 31.01.2013 - 10:15:23

Woher soll es kommen?

Es gibt doch nur 2 Möglichkeiten, wie die geforderten Lohnerhöhungen finanziert werden können. Entweder über Fahrpreiserhöhungen oder aus Steuergeldern. Mir persönlich wären Fahrpreiserhöhungen ganz recht, da ich dann nicht betroffen wäre. Im Falle, dass die Finanzierung aus Steuergeldern erfolgt, bitte ich hier um Vorschläge an Frau Possardt, wo sie entsprechend Einsparungen und Umschichtungen realisieren kann.

Josef Lenden 31.01.2013 - 10:08:37

F. Heese und Angestellter

Ihre Diskussionsbeiträge gehen total am Thema vorbei. Was ein Gewerkschaftsboss verdienen sollte oder verdient ist hier nicht Gegenstand. 10% Erhöhung, Herr Heese, sind eine Zahl aber kein Ergebnis. udem findet sich so eineZahl in, meistens, Jahresscheiben wieder, so das die ausgehandelten Ergebnisse auf 3, 5 bis 4 % kommen werden. Dieser allgemeine Rundumschlag ihrerseits ist für jeden Werksschaffenden ein Schlag ins Gesicht. Die Aussage -Zitat: Kein Busfahrer sollte je den Mund aufmachen, kann sich doch einen anderen Job suchen - oder reicht seine Bildung dafür nicht aus?? - Zitat Ende. ist eine Unverschämtheit schlecht hin. Mit freundlichen Grüßen Josef Lenden Stadtverordneter

Steffen 31.01.2013 - 08:35:42

Kann manche Menschen nicht verstehen

Leute die gegen Lohnerhöhung sind, haben wenig Ahnung von einer sozialen bzw. freien Marktwirtschaft.. Warum haben Rentner wenig Geld im Rentneralter? Weil man zu wenig Geld als Arbeitnehmer verdient hat. Warum müssen ALG 1 Bezieher noch zusätzlich ALG 2 beantragen, um ihre Familie zu ernähren? Weil sie viel zu wenig Geld verdienen... Es gibt genug arbeit und hier in unsere Region, aber es ist eine absolute Frechheit denn Arbeitnehmer mit 800-1000 Euro abzuspeisen wie z.B im Call Center oder als Friseur wo man sogar noch weniger bekommt.. Man sollte gemeinsam sagen " für das Geld gehen wir nicht arbeiten" Somit sind die Arbeitgeber gezwungen mehr zu zahlen, die Menschen haben mehr in der Tasche und geben mehr aus.. Arbeitslose haben ein anständiges Arbeitslosen Geld falls es dazu kommt und Rentner können ihr Leben im alter genießen.. Warum geht in München, Hambug oder Stuttgart keiner für so wenig Geld arbeiten? Weil man sich nicht unterm Wert verkaufen möchte und für seine Qualifikationen bezahlt werden möchte.. Ein Messi spielt auch kein Fussball für 2000 Euro im Monat..

Aktivist 31.01.2013 - 08:14:29

keine Ahnung

...haben meine beiden Vorkommentatoren: setzt euch bitte, bevor ihr hier solch ein Unsinn schreibt, mal in das erste Semester Volkswirtschaftslehre an der Uni... @F.Heese, als Rentner und sie sind Rentner, können sie das wirklich ruhig mal machen... die Leute tun ihre verdammte Arbeit, jeden Tag, bei jedem Wetter und für jeden Fahrgast! Für diese Arbeit wollen und müssen Sie auch angemessen entlohnt werden!

Angestellter 31.01.2013 - 01:31:39

mind. 461.800 Euro bzw. 626.500 Euro/Jahr ab Frühjahr

Bei den Streiks versucht doch vorrangig die Gewerkschaft ver.di ihr Dasein zu sichern. Bei schwindenden Mitgliederzahlen verliert ver.di nicht nur an Macht, sondern auch an finanziellen Mitteln für die Funktionäre. Nicht ohne Grund will der Vorsitzende Frank Bsirske weiterhin neben seinem Gehalt von ca. 160.000 Euro (April 2010) auch die Aufsichtsratsvergütungen bei RWE (166.000 Euro), Lufthansa (87.500 Euro), Postbank (48.300 Euro jeweils 2011) und IBM bekommen. Insgesamt sind das mindestens 461.800 Euro im Jahr 2011 Verdienst (IBM noch außen vor). Um diesen Verdienst zu steigern will der ver.di-Vorsitzende im Frühjahr mit aller Macht in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewählt werden, notfalls auch gegen einen Tausch des Sitzes bei der Lufthansa. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, beläuft sich doch die Vergütung bei der Deutschen Bank auf 252.200 Euro im Jahre 2011. Das wäre der dreifache Verdienst im Gegensatz zum Sitz bei Lufthansa. Für diese 626.500 Euro Gehalt pro Jahr muss ein Busfahrer mit 1.700 Euro pro Monat ganze 30 Jahre arbeiten! Einfach mal darüber nachdenken wenn wieder mal die Gewerkschaftsfunktionäre von weit her kommen und Verbundenheit mit dem kleinen Angestellten heucheln.

F.Heese 30.01.2013 - 23:32:21

Mehr als Frechheit!!

Mehr als Frechheit, diese überzogenen 10% Lohnerhöhung! Weg mir den Verbrechern von Verdi!! Die Löhne müssen runter! Wenn das so weitergeht, steht die Inflation unmittelbar vor der Tür!! Es kann nicht JEDER irrationale Forderungen stellen!! Jede Lohnerhöhung kommt einer Geldentwertung gleich, besonders hart für die, die mühsam etwas gespart haben und jetzt keine Chance mehr auf Arbeit haben oder Rentner sind! Es ist doch nicht genügend Arbeit für alle da, wann kapiert das denn endlich die Masse!! Ein Rentner oder Arbeitsloser kann nicht streiken! Ganz zu schweigen von den vielen Teilzeit- oder Minijobbern, Verkäuferinnen, Wachpersonal, Arzthelfern, Krankenschwestern, Pflegepersonal, Callcenteragenten, Frisören, Handwerkerangestellten usw., usw.. Alles Geld muß erarbeitet werden - d.h. die Kostenspirale für alle und ich meine für ALLE dreht sich weiter. Am Ende steht die Inflation und das AUS für alle die keine Chance mehr haben - irgendwo Geld zu verdienen. Lohnerhöhungen sind der falsche Weg, die Löhne müssen runter und die Managergehälter gehören gedeckelt. Nur so kann der soziale Frieden gehalten werden oder der Marsch zum Bürgerkrieg beginnt - denn der Neid auf die Leute die noch Arbeit haben wächst rasant. Dies ist kein zu rechtfertigender Streik, es gibt genügend Leute die für den jetzigen Lohn diese Tätigkeit sofort übernehmen! Es gibt genügend Beispiele wo Menschen aus dem Oderbruch nach Frankfurt fahren, um für ca. 5 Euro/Std. zu arbeiten (obendrein in der Nacht) Kein Busfahrer sollte je den Mund aufmachen, kann sich doch einen anderen Job suchen - oder reicht seine Bildung dafür nicht aus?? Ich kenne auch Ingenieure die arbeiten als Hausmeister, aber nicht weil sie dumm sind, sondern weil es keine Arbeit gibt!!!

Fahrgast 30.01.2013 - 22:21:40

Ohne uns fährt nix.

. So der Titel eines Streikplakates. Dazu kann ich nur sagen: Ohne uns aber auch nicht!

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG