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Rietz-Neuendorfs Gemeindeparlament beschließt Kauf der Trasse / Umbau dauert bis zu 10 Jahre

Bahntrasse wird Radweg

Zeugnis früherer Nutzung: Schienenstück der stillgelegten Bahnlinie Beeskow-Bad Saarow bei Groß Rietz
Zeugnis früherer Nutzung: Schienenstück der stillgelegten Bahnlinie Beeskow-Bad Saarow bei Groß Rietz © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Elke Lang / 30.01.2013, 20:20 Uhr
Rietz-Neuendorf (MOZ) Gemeindevertreter von Rietz-Neuendorf haben beschlossen, das auf ihrem Gemeindegebiet liegende Teilstück der stillgelegten Bahnlinie zu kaufen. Auf der Trasse soll ein Fahrradweg entstehen.

Nachdem schon 13 Jahre auf der Strecke kein Zug gefahren war, und fast genau vor zwei Jahren die Scharmützelseebahn GmbH begonnen hatte, die Gleise abzubauen, war der Traum einer wiederhergestellten Schienenverbindung zwischen Bad Saarow und Beeskow endgültig geplatzt. Im vorigen Jahr nun war der Rückbau vollendet worden, und nun will die Scharmützelseebahn die Trasse veräußern. Es gibt einige Interessenten, jedoch nicht für die ganze Strecke, sondern nur für Einzelstücke. Da die Gemeinde Rietz-Neuendorf das Vorkaufsrecht besitzt, gilt es für diese nun, schnell zu handeln. Sie geht nämlich mit einer neuen Vision um und zwar, daraus einen Fahrradweg zu machen. Am Montag, auf der ersten Sitzung des Gemeinderats, fand dieser durchaus erfüllbare Traum volle Zustimmung.

Eigentlich werden Immobilienangelegenheiten überall im geschlossenen Sitzungsteil verhandelt, aber Bürgermeister Olaf Klempert vertritt die Überzeugung: "Eine grundsätzliche Entscheidung darüber ist von wesentlichem öffentlichem Interesse, geht es doch um die weitere Entwicklung der Gemeinde." Der Radweg würde als Alternative zum Auto eine günstige Verbindung zwischen den einzelnen Ortsteilen und zu den Einkaufszentren in Beeskow schaffen. Mit ihm würde eine Anbindung des Gemeindegebiets, aber auch Beeskows an Tourismusbereiche in Bad Saarow geschaffen werden. Der Tourismus in der Gemeinde könnte gestärkt werden, denn für Urlauber in Bad Saarow und Fürstenwalde gewänne der Besuch des Umlandes an Attraktivität. Würden Einzelflächen verkauft, würde die Trasse zerrissen und damit ein geschlossener Radweg so gut wie unmöglich.

Diskussion gab es zu den Kosten. Der reine Kaufpreis beträgt 50 000 Euro, "und die sind aus den laufenden Mitteln abgesichert", versprach der Bürgermeister. Das Problem sind die Folgekosten, die auf 1,3 Millionen Euro geschätzt werden. Für Olaf Klempert ist klar, dass der Umbau zum Radweg nur stückweise erfolgen kann und sich über etwa zehn Jahre hinziehen wird. "Jetzt heißt es: Sichern wir uns das für die langfristige Planung!" Dabei sei auch mit einer Förderung durch Land, Bund und EU zu rechnen, und man müsse sehen, welche Partner, auch international, man beteiligen könne.

Jetzt ist von der auf Gemeindegebiet etwa 15 Kilometer langen Trasse noch das Schotterbett vorhanden, das mit Erde vermischt ist und in dem auch noch die Betonschwellen liegen. Jörn Schneider, Geschäftsführer der Scharmützelseebahn GmbH, meint, dass - den Erfahrungen bei Radwegen auf stillgelegten Eisenbahntrassen entsprechend - das Bett bis auf vielleicht einzelne Stellen für einen Radweg nutzbar ist. "Das Material wird zerschreddert und bleibt liegen." Sollten im Bereich der Gemeinde Altlasten gefunden werden, sei für deren Beseitigung der Vorbesitzer verantwortlich, aus dessen Zeit sie stammen. Ausgenommen vom Kauf sollen in Pfaffendorf die Zufahrt und der Rangierbahnhof sein. Dort wird der Radweg einen Bogen herum beschreiben.

Der gesamte Radweg wird von Pieskow-Süd mit seinem neuen Wohngebiet, seinem Seniorenhaus und seiner Jugendherberge bis nach Beeskow kurz vor den Bahnübergang am Bahnhof führen. Beeskow hat seinen Teil der Trasse schon vor zwei Jahren erworben, das Amt Scharmützelsee steht, wie Jörn Schneider sagt, bereits auf der Zielgeraden. Es seien nur noch Kleinigkeiten zu verhandeln.

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