Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Steinhöfels Verwaltung schlug Dorfgemeinschaftshaus-Sitz in Feuerwehr-Scheune vor / Ortsbeirat geschockt

Alternative zum Herrenhaus Heinersdorf

Cornelia Link / 01.02.2013, 07:45 Uhr
Heinersdorf (MOZ) Der Ortsbeirat hielt bei seiner Sitzung am Dienstag weiter am Herrenhaus als Dorfgemeinschaftshaus fest, legte vom Verein "Denk-Mal-Kultur" für den Bauantrag auch ein entsprechendes Nutzungskonzept vor. Dies reichte der Steinhöfeler Verwaltung nicht aus. Sie schlägt als Alternative nun die Nutzung der leerstehenden Feuerwehrscheune vor.

Für das Herrenhaus muss der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für einen Bauantrag zur Nutzung stellen, mit Brandschutzgutachten und Nutzungskonzept, erklärte Steinhöfels Bauamtsleiter Ralf Artelt schon im Herbst und beauftragte den Ortsbeirat das Konzept für das gemeindeeigene Haus zu entwickeln. Der ging mit dem Verein "Denk-Mal-Kultur" ans Werk, der Vereinsvorsitzende Wolfgang Funke stellte die Ideen nun in der Sitzung vor.

Demnach sei das Erdgeschoss dank zweier Fluchtwege nutzbar, die Treppe sei gesichert. In einem großen Raum können Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden. Das alte Zahnarzt-Zimmer werde zur Toilette und die beiden Räume des Allgemeinmediziners für die Senioren umgebaut. Wintergarten, Küche und Abstellraum seien vorhanden. Die Mieten aus vier Wohnungen im Südflügel finanzieren den Erhalt des Herrenhauses.

Bauamtsleiter Ralf Artelt sprach dagegen von allein 6400 Kubikmetern umbauten Raum im Haupthaus. Das bringe immense Heizkosten, der Umbau im Erdgeschoss würde rund 400 000 Euro kosten, dazu kämen rund 20 000 Euro für Bauantrag und Gutachten, weitere 10 000 Euro für Wasser und Gas. Dies könne sich die Gemeinde nicht leisten, sagte Artelt und berichtete, Heinersdorfs Wehrführer Dirk Simon habe ihn auf eine Alternative gebracht - die leerstehende Feuerwehrscheune nebenan. Sie hat Platz für bis zu 100 Leute, könnte Dorfgemeinschaftshaus werden. Der Umbau für Toiletten und Aufenthaltsraum der ABMler koste viel weniger. "Wenn man das Herrenhaus als Denkmal erhält, das Dorfgemeinschaftshaus davon trennt, könnte man für die Scheune 2014 planen, dann bauen. Das wäre eine gute Alternative, die wir alle noch erleben würden", sagte Artelt und hatte sofort die anwesenden Rentner, bislang in der Feuerwehr untergekommen, auf seiner Seite.

Der Vorschlag schockte den Ortsbeirat und Vereinsmitglieder. "Warum machen wir ein Konzept, wenn doch wieder alles anders wird", schimpfte Ursula Seefried, während Jane Gersdorf fand, in anderen Ortsteilen würden auch teure Dorfgemeinschaftshäuser gebaut, daher sollte man doch Fördermittel für das Denkmal besorgen. "Sonst haben wir ja zwei Baustellen, das Schloss muss ja auch erhalten werden." Mehr als eine halbe Million Euro flossen bislang von Bund und Land in das Schloss. Neues Geld für Vordach, einen Raum und Fenster (35 000 Euro) ist vorhanden, weiteres in Aussicht.

"Das ist doch ein Spiel auf Zeit, die Entscheidung gefallen", schimpfte Ortsvorsteher Steffen Adam über die Aussage von Bürgermeisterin Renate Wels. Man habe die Planungskosten für den Bauantrag nicht eingestellt, da es 2013 wohl nicht dazu kommt. Außerdem reiche das Nutzungskonzept nicht aus. Man brauche es für das gesamte Haupthaus. Dies will der Ortsbeirat noch im Februar erstellen und Ralf Artelt soll im Ortsbeirat, noch vor dem Gemeinderat im März, die Kosten für die Scheune darlegen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
EH 11.02.2013 - 17:05:08

Kleine Aufmerksamkeit

Die Gemeindevertreter haben den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Jänickendorf für 300.000,00 € beschlossen! Der Wohnblock in Jänickendorf verfügt nicht einmal über Wärmedämmung! Es sind natürlich auch 3 Minuten zum Freizeitzentrum in Beerfelde zu fahren! Unzumutbar!

HDFin 02.02.2013 - 08:18:02

Frau Wels hat mal wieder was dagegen

Ist das Herrenhaus vielleicht grösser als im geliebten Beerfelde? Ich finde das Herrenhaus sehr schön und hoffe auf eine sinnvolle Nutzung. Heinersdorfer steht zu eurem Dorf und lasst nicht alles mit euch machen.

Steffen Adam, Ortsvorsteher 02.02.2013 - 00:03:19

Schade um die ganze Arbeit

Seit vielen Jahren investiert die Gemeinde aus Fördermitteln des Bundes, des Landes, des Kreises und durch Spenden vieler Bürger unseres Ortes in die denkmalgerechte Rekonstruktion des Herrenhauses mit seinen seltenen Stuckdecken. Nun präsentiert die Verwaltung aus heiterem Himmel einen Vorschlag, die geplanten Räume für Senioren, Bibliothek, für die Vereine und Veranstatungen in eine alte Feldsteinscheune ohne Fenster entstehen zu lassen. Dabei war es doch diese Verwaltung, die von den Bürgern Heinersdorfs und dem Ortsbeirat ein Nutzungskonzept verlangten. Bevor überhaupt die Ideen diskutiert werden konnten, wurde nun das Engagement der Bürger zu Nichte gemacht. Vielen Dank liebe Gemeindeverwaltung für dieses Glanzstück von Bürgerverarschung! Da habe ich doch gleich wieder ein "schönes" Beispiel dafür, wie man es lieber nicht machen sollte!

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG