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Talent 2 kuriert in Hennigsdorf seine Kinderkrankheiten aus

Frieren im Führerstand: Fahrzeugführer der Bahn klagen darüber, dass es im Talent 2 zu kalt ist. Foto: Roland Becker
Frieren im Führerstand: Fahrzeugführer der Bahn klagen darüber, dass es im Talent 2 zu kalt ist. Foto: Roland Becker © Foto: MZV/rol
Roland Becker / 01.02.2013, 17:01 Uhr
Hennigsdorf (MZV) Während noch immer Dutzende Fahrzeuge des Regionalzugs Talent 2 auf die Auslieferung warten, kommen bereits im Bahnverkehr eingesetzte Züge wieder zurück ins Hennigsdorfer Werk.

In dieser Woche ist laut Holger Auferkamp, Sprecher der Deutschen Bahn AG (DB) damit begonnen worden, die neuen Züge nach Hennigsdorf zu bringen. Bis Mitte des Jahres sollen nach und nach alle Talent 2 auf bestimmt Mängel hin untersucht werden. Damit es keinen Engpass bei den Fahrzeugen gibt, sollen die Triebwagen einer nach dem anderen zum Check.

Auferkamp beeilte sich zu versichern, dass die festgestellten Fehler in keinem Fall die Sicherheit der Züge beeinträchtigen. Konkret benannte er nur einen Mangel. Demnach müssen die Türen des Führerstands abgedichtet und die dortige Klimaanlage nachgestellt werden. Bombardier-Sprecher Immo von Fallois drückte es so aus: "Einige Zugführer haben den Eindruck, dass sie frieren." Ob sich die festgestellten Mängel im Bereich der üblicherweise auftretenden Kinderkrankheiten bewegen oder ob sie ein größeres Ausmaß angenommen haben, dazu konnte der Bahnsprecher nichts sagen.

Kurz nach der Auslieferung der ersten Züge im Juni 2012 hatte ein Zugführer gegenüber dieser Zeitung von einer hohen Empfindlichkeit der Software gesprochen. Damals waren Züge mitten auf der Strecke stehen. Probleme gab es auch noch im Herbst. Damals berichteten Reisende, dass auf der Strecken Oranienburg-Hennigsdorf-Potsdam (RB 20) sich mehrfach die Türen nicht öffnen ließen. In einem Fall habe sogar der Schaffner mit einem Hammer eine Scheibe einschlagen müssen. In der Pressestelle der Bahn sei der Vorfall nicht bekannt, sagte Auferkamp.

Apropos Türen: Dass die viel zu lange brauchen, ehe sie sich nach dem obligaten Knopfdruck öffnen, bemängelt der Bahnkundenverband. Deren Vorsitzender für Berlin/Brandenburg, FrankBöhnke, geht davon aus, dass sich dadurch die Haltezeiten an den Bahnhöfen verlängern und sich somit Verspätungen aufbauen. Dem Bombardier-Sprecher war dieses Problem am Freitag noch nicht bekannt, er sicherte aber zu: "Wir sind bereit, solchen Hinweisen nachzugehen."

Im Hennigsdorfer Bombardier-Werk dürften demnächst nicht nur die zu checkenden Talent 2 zusätzlich für Arbeit sorgen. Offensichtlich wird auch ein Teil des nach Aachen abgegebenen Auftrags zum Bau der Stuttgarter S-Bahn zurückgeholt. Zwar konnte der Bombardier-Sprecher dazu nichts konkretes sagen. Doch in Hennigsdorf sind bereits für Stuttgart gedachte Züge gesichtet worden. Laut von Fallois ist für das von Schließung bedrohte Werk in Aachen mit dem Personaldienstleister Quip ein Käufer gefunden worden. Deren Talbot Services GmbH will laut Aachener Zeitung aber nur 160 der 660 Angestellten und Leiharbeiter übernehmen.

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