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Grünheide bittet um Spenden

Stolpersteine können in Grünheide verlegt werden

Platz für zwei Stolpersteine: Initiator Erwin Donner an der Luisenstraße 5
Platz für zwei Stolpersteine: Initiator Erwin Donner an der Luisenstraße 5 © Foto: MOZ
Anke Beißer / 02.02.2013, 07:45 Uhr
Grünheide (MOZ) Die Vorarbeit ist geleistet: Am 2. April sollen in Grünheide die ersten acht Stolpersteine verlegt werden und an die Schicksale jüdischer Einwohner von Grünheide in der NS-Zeit gedacht werden. Bürgermeister Arne Christiani bittet jetzt Einwohner, die das Anliegen unterstützen wollen, um Spenden.

Erwin und Heidi Donner sind zufrieden. Seit Jahren kümmert sich das Fangschleuser Rentnerpaar darum, dass das Schicksal jüdischer Einwohner der Gemeinde Grünheide, das ihnen in der Nazi-Zeit widerfahren ist, nicht in Vergessenheit gerät. Mehr als zehn Jahre haben sie sich auf dem Friedhof um die letzten Ruhestätten von nach dem Faschismus in den Ort zurückgekehrten Juden gekümmert - die der Familie Philippson und Luise Jellinek. Und eben so viele Jahre unzählige Nachbarn befragt, Archive durchstöbert, Bücher gelesen. 2012 nun forderte das Ehepaar die Gemeinde auf, sich an der Stolperstein-Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig zu beteiligen. Mit Erfolg, die Recherche ist inzwischen so weit gediehen, dass am 2. April in Grünheide acht Stolpersteine - messingüberzogene Pflastersteine - verlegt werden können. Die Namen und dazugehörigen Orte sind: Siegfried und Charlotte Philippson (Altbuchhorster Straße 14), Luise und Max Jellinek (Löcknitzstraße 38), Gertrud Dymak und Cäcilie Becker (Luisenstraße 5) sowie Max und Minna Baude (Waldeck 1).

Die Vorbereitung auf die Aktion hat maßgeblich eine Arbeitsgruppe vorangetrieben, die von Erwin Donner und Pfarrer Steffen Madloch im Mai 2012 ins Leben gerufen wurde. Der 75-jährige Rentner hat zahlreiche Fakten zu den Lebensläufen zusammengetragen, der Pfarrer das Grünheider Gotteshaus für eine besondere Form der Erinnerung an die Opfer des Nazi-Regimes geöffnet. Er ließ am 9. November, um 17 Uhr, die Glocken läuten, sprach über die historischen Ereignisse. Erwin Donner verlas die Namen der jüdischen Opfer. Zudem hat die Gruppe Geld zur Finanzierung der Steine (je 120 Euro) gesammelt. Rund 325 Euro sind bisher eingegangen.

Jetzt hat sich Bürgermeister Arne Christiani an die Bevölkerung gewandt und um weitere Spenden gebeten - egal, in welcher Höhe. Wer die Aktion unterstützen will, kann seinen Betrag auf ein spezielles Konto einzahlen. Eine Spendequittung wird auf Wunsch ausgestellt.

Spenden gehen an: Gemeinde Grünheide, Sparkasse Oder-Spree, Konto: 3892011167; BLZ: 170 550 50, Zweck: 52311 Stolpersteine (Angabe, für welchen Stein, ist möglich).

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seb 04.02.2013 - 15:12:13

ps

selig mit kurzem, also einfachem "e" - das hatte ich vergessen

seb 04.02.2013 - 10:18:57

seelig seeli

"Die böse NS Zeit aber auch" ist unangebrachter Sarkasmus. Es geht hier um Opfer eines Regimes das mehr als 6 Mio. Menschen bestialisch umgebracht hat und noch weitere 6 Mio. auf seinen Vernichtungslisten hatte. Es scheint so, als fällt es vielen Menschenn zusehends leichter diese Zeit zu verharmlosen.

Ramona K. 02.02.2013 - 13:16:53

Bitte um eine milde Spende

Diese böse NS Zeit aber auch. Der Herr möge ihrer Seelen seelig werden. Vielleicht auch der anderen.

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