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Spree spült Sulfate in Briesener Wasser

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Annette Herold / 05.02.2013, 18:40 Uhr
Frankfurt/Briesen (MOZ) Hohe Sulfatwerte, aus aktiven und einstigen Lausitzer Tagebauen in die Spree gespült, belasten das Frankfurter Trinkwasser. Für die Landtagsabgeordnete Sabine Niels (Bündnis 90/Grüne) ein Problem, auf das sie zuletzt in der Aktuellen Stunde des Brandenburger Parlaments hingewiesen hat. Sulfat im Trinkwasser gilt in hohen Konzentrationen als nicht verträglich, es kann bei empfindlichen Menschen Durchfall und Erbrechen erzeugen.

Seit vielen Jahren sei bekannt, dass die Sulfatfrachten am Wasserwerk Briesen sehr hoch sind und teilweise 120 Milligramm pro Liter betragen, monierte Sabine Niels im Landtag. Auch im Wasserwerk Friedrichshagen in Berlin habe man mit sehr hohen Sulfatwerten zu tun. Ab und an seien die Berliner schon gar nicht mehr vom Wasserwerk Friedrichshagen versorgt worden, berichtete Niels, als es um die zunehmende Verockerung der Spree ging.

Gerd Weber, Geschäftsführer der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH (FWA), bestreitet gar nicht, dass die Sulfatwerte im Frankfurter Trinkwasser hoch sind, betont aber, dass sie unter dem zulässigen Grenzwert liegen. Der betrage 250 Milligramm je Liter. In der Spree Höhe Briesen sei zuletzt ein Wert von 206 Milligramm je Liter gemessen worden, im Frankfurter Trinkwasser lag er Weber zufolge bei 154 Milligramm je Liter.

Dass der Wert niedriger ist, lässt sich nach Worten des Geschäftsführers damit begründen, dass das Spreewasser erstens gefiltert und zweitens mit Grundwasser verdünnt wird, bevor es in die Wasserleitung von Frankfurt, Müllrose, Biegen, Pillgram, Jacobsdorf, Petersdorf und Sieversdorf kommt. "Wir sind nicht froh über die Sulfatwerte", sagt Weber, verweist aber auch darauf, dass sie wie das Trinkwasser überhaupt ständig kontrolliert würden. So seien die Werte auch regelmäßiges Thema in der FWA-Dienstberatung.

Langfristig könne Experten zufolge mit einem Sinken der Sulfatbelastung gerechnet werden, berichtet Weber. Die Landesregierung hat auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/ Grüne geantwortet, für den größten Teil der Sulfatbelastung in der Spree scheine der aktive Tagebau Nochten verantwortlich zu sein, während das Eisen, das die Verockerung auslöst, größtenteils aus dem Wiederanstieg des Grundwassers im Bereich der stillgelegten Tagebaue stamme."Beide Stoffe sind in höheren Konzentrationen schädlich", räumt die Regierung ein.

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Nur ein Bürger 06.02.2013 - 09:48:28

Grenzwerte eingehalten

Hallo, das die Grenzwerte eingehalten sind 206 mg/L bei Grenzwert 250 mg/L ist nur ein Teil der Wahrheit. Wie schnell erhöhte sich sich der Sulfatanteil bisher und wie geht es weiter? Auch das Verdünnen mit Grundwasser wird nicht für immer klappen, da Spreewasser und Grundwasser sich ja auch vermischen wird bald "Essigessenz mit Essiglösung" vermischt.

Günni FFO 06.02.2013 - 08:59:25

Schade das ich den eigenen Hausbrunnen nicht nutzen darf

Da trinken die Frankfurter sehr hoch belastetes Wasser aus der Spree, verdünnt mit Grundwasser. Kein Wunder, weshalb meine Frau bereits seit geraumer Zeit unter immer wieder auftretenden Durchfall leidet. Was sich die Bürger alles gefallen lassen müssen. Weshalb dürfen keine eigenen Trinkwasserbrunnen verwendet werden? Überall Vorschriften und Gesetze, um für Genehmigungen Gelder zu bezahlen. Bei den Kommunisten hat niemand nach der Qualität gefragt. Hat sich da überhaupt jemand geschädigt?

Thomas Kaiser 05.02.2013 - 23:07:09

Informationsverarbeitung

Genau zu diesem Thema findet am 06.02.2013, 18.30 Uhr eine Informationsverarbeitung statt! Das Thema ist sehr ernst! Weiteres unter www.wir-von-hier.info! !!

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