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Biber lassen Dewinsee ansteigen / Naturschutzbehörde genehmigt Begrenzung der Stauhöhe

Geschützte Tiere bereiten Ungemach

Reife Biber-Leistung: Ein rundum gleichmäßig von den Tieren angenagter Baum, der schließlich umfällt. Die Fachleute sprechen vom Sanduhrprinzip.
Reife Biber-Leistung: Ein rundum gleichmäßig von den Tieren angenagter Baum, der schließlich umfällt. Die Fachleute sprechen vom Sanduhrprinzip. © Foto: MICHA WINKLER
Brigitte Horn / 07.02.2013, 21:30 Uhr
Biesenthal (MOZ) Eine Biber-Familie hat es sich seit etwa einem Jahr am Dewinsee gemütlich gemacht. Allerdings nicht zur Freude der Anlieger. Der Anglersteg stand unter Wasser, Bäume starben ab und Anlieger bekamen plötzlich Wasser in den Keller. Jetzt ist aber wieder Land in Sicht.

Der Dewinsee war bisher ein zwar nicht gerade sehr klarer, aber kleiner und idyllisch gelegener kleiner See. Er liegt im Wald versteckt zwischen dem Biesenthaler Ortsteil Danewitz und der Siedlung Wullwinkel. Einige Grundstücke der Dewinseesiedlung reichen fast bis an das kleine Gewässer. Seit es aber eine Biberfamilie als Wohnquartier auserkoren hat, ist es mit der Idylle vorbei.

Kreuz und quer liegen Bäume im Wald. Sie sind vom Biber fein säuberlich gefällt worden, in dem er eine rundumgehende Kerbe in den Stamm genagt hat.Andere Bäume stehen Monate im Wasser und sterben ab, so dass der Wald in diesem Bereich wenig einladend aussieht. Ursache ist ein vom Biber angelegter Stau am Abfluss des Dewinsees, weshalb der Wasserstand im See immer höher wird.

"An unserem Anlegeplatz für die Boote stand das Wasser so hoch, dass wir gar nicht mehr trockenen Fußes in unsere Boote kamen", schildert der Anglervereinschef Wolfgang Balke die Situation. Sorgen bereitet ihnen auch, dass die befestigte Uferkante unter dem hohen Wasserstand leidet.

Das Wasser drang nun auch in Keller benachbarter Wohnhäuser vor. Olaf Strietzel wollte dem abhelfen, in dem er kurzerhand den vom Biber angelegten Damm entfernte. Das allerdings ist für ihn teuer geworden. Eine Kamera, die eigentlich zur Beobachtung der Biber installiert war, filmte sein Tun, so dass er noch eine Geldbuße von 300 Euro aufgebrummt bekam. Schließlich wandte er sich an den Wasser- und Bodenverband "Finowfließ", um zu erreichen, dass der Wasserstand im See auf ein erträgliches Maß gesenkt wird.

"Wir haben uns mit der Unteren Naturschutzbehörde ins Benehmen gesetzt, um zu einer allgemeinverträglichen Lösung zu kommen", sagt dessen Geschäftsführer Andreas Krone. Ausgehend von Beobachtungen im Sommer, in dem der Wasserstand niedriger war, ist jetzt eine Höhe genehmigt, die der des Sommers entspricht. "Damit kommt auch der Biber zurecht", erläutert Krone.

Es werde jetzt nicht in den Bau des Bibers eingegriffen, aber der Stau, den er angelegt hatte, ist beseitigt worden. An dessen Stelle hat der Wasser- und Bodenverband für eine Ministaumauer gesorgt. Die Fachleute sprechen von einer Sohle. Die hält den Wasserstand im See auf der Höhe, wie sie im Sommer vorherrscht. "Wenn jetzt der Biber den Stau wieder erhöhen sollte, dann wird das Material entsprechend den Festlegung der Unteren Naturschutzbehörde entfernt", erklärt Krone.

"Es ist natürlich möglich, dass der Biber dort wieder aktiv wird", so der Wasserfachmann. Mit dem Anstauen des Wassers sichere der Biber zu einen, dass der Zugang zu seinem Bau im Wasser liegt und er so optimal geschützt ist. Zum anderen sei es für ihn angenehm, wenn möglichst viel Holz im Wasser liegt und er im Wasser am Holz nagen kann.

Der Biber ernährt sich von Kräutern, Sträuchern, Wasserpflanzen und Laubbäumen. Wegen seines dichten Fells und des essbaren Fleisches wurde er bejagt und in weiten Teilen Europas ausgerottet. Durch Schutz und Auswilderungen im 20. Jahrhundert haben sich die Bestände wieder erholt.

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