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Breitbandversorgung in Eisenhüttenstadt

Schnelles Internet hat Schwachstellen in Eisenhüttenstadt

Stefan Lötsch / 09.02.2013, 07:58 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) In der Stadt Eisenhüttenstadt wird überlegt, ob Fördermittel für einen Ausbau des Breitbandnetzes beantragt werden. Eine Studie für den Regionalen Wachstumskern Eisenhüttenstadt/Frankfurt (Oder) hatte ergeben, dass es durchaus unterversorgte Gebiete gibt.

Ob ein Breitbandanschluss, also die Möglichkeit, schnelles Internet zu nutzen, gut oder schlecht ist, darüber lässt sich streiten. Privatpersonen haben sicherlich einen anderen Bedarf als Unternehmen. In Eisenhüttenstadt gibt es schon seit längerem Klagen, dass manche Gebiete - zum Beispiel Teile von Fürstenberg - unterversorgt sind. Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) haben als die beiden Städte des Regionalen Wachstumskerns eine Studie in Auftrag gegeben, die Lücken in der Breitbandversorgung aufzeigen soll. Die Studie ist nicht zuletzt Voraussetzung, um Fördermittel für einen Ausbau zu beantragen.

Denn ohne Fördermittel wird ein Ausbau wohl nicht gehen. Telekommunikationsanbieter hatten bei einer Abfrage erklärt, dass der Bau neuer Leitungen oder Funkmasten in Eisenhüttenstadt nicht geplant ist. Wobei die Förderrichtlinien keinem Übertragungsweg, sei es über die Leitung oder über Funk, den Vorzug geben. Einziges Kriterium für eine Unterversorgung ist der Nachweis, dass die Übertragungsgeschwindigkeit unter 2 MegaBit pro Sekunde liegt. Legt man diesen Maßstab an, steht Eisenhüttenstadt nicht schlecht da, in den Ortsteilen Diehlo und Schönfließ gibt es keinen Ausbaubedarf.

Auch in Fürstenberg ist die Versorgung zumindest über Funk eigentlich gewährleistet. Die Studie sieht lediglich dann Erfolgschancen, um Fördermittel zu erhalten, "wenn hinreichend viele gewerbliche und auch förderfähige Breitbandnutzer einen hohen Breitbandbedarf nachweisen können", sagt Sabine Oberlein, Bereichsleiterin Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung in der Stadtverwaltung. Nachgewiesen werden müsste auch, dass dieser Bedarf nicht mit drahtloser Breitbandtechnologie gedeckt werden kann.

Spezieller Handlungsbedarf wird ebenso für die Kernstadt Eisenhüttenstadt ausgemacht. Dort könnte eine Förderrichtlinie Anwendung finden, die die regionale Wirtschaftsstruktur verbessern soll. Dabei sollen vorrangig förderfähige Betriebe unterstützt werden. Die Studie stellt dazu fest: "Trotz der vorhandenen Breitbandgrundversorgung durch UMTS können Teile der Kernstadt Eisenhüttenstadt inklusive des Gewerbegebietes Seeplanstraße, des Industrie- und Gewerbegebietes Hafen sowie des Industrie- und Gewerbegebietes am Oder-Spree-Kanal die Fördervoraussetzungen erfüllen." Allerdings müsste belegt werden, dass die vorhandene UMTS-Versorgung die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens nicht erfüllt.

Bis zum schnelleren Internet müsste allerdings noch ein längerer Weg zurückgelegt werden. Zunächst müsste der Bedarf nachgewiesen werden. Dann würde ein Fördermittelantrag folgen, danach ein mehrteiliges Angebotsverfahren. Ist dies abgeschlossen, erfolgt die Umsetzung.

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J.K. 11.02.2013 - 14:51:07

the same procedure....

Ich wiederhole mich (leicht abgeändert aus einem früheren Kommentar von mir zum gleichen Thema): Die Europäische Union hat 2010 Leitlinien für die wirtschaftliche Entwicklung bis 2020 festgelegt (Agenda 2020). In der darin enthaltenen digitalen Agenda Europa (zu finden mit einem schnellen Internetzugang unter http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2010:0245:FIN:DE:HTML Punkt 2.4 ff) ist es erklärtes Ziel, dass bis 2020 allen Bürgern der EU ein Breitbandzugang von mindestens 30 Mbit/s und mindestens 50% aller EU-Bürger 100 Mbit/s angeboten werden. Ab 2013 ist allen Bürgern der EU ein Breitbandanschluss zu ermöglichen. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) definiert einen Dienst oder ein System als breitbandig, wenn die Datenübertragungsrate über 2048 kBit/s verwendet wird (Wikipedia). Die in einigen Gebieten Fürstenbergs angebotenen Lösungen (meist via Funk) für einen - vor allem östlich der Königstrasse befindlichen - Internetanschluss haben Datenraten von "bis zu xx Mbit/s" und keine garantierte Mindestgeschwindigkeit; oft liegt der wirkliche Durchsatz vor allem in Spitzenzeiten erheblich unter der 2 Mbit- Grenze. Ebenfalls begrenzt die für Funklösungen üblche Volumeneinschränkung (xx GByte/Monat) die Anwendungsvielfalt. Mit einigem technischen Aufwand und sehr hohen monatlichen Kosten (im Vergleich mit einem normalen DSL-Anschluss) habe ich inzwischen einen leidlich schnellen(noch immer langsamen) Internetzugang. Doch die Geschwindigkeitsmessungen gelten für einzelne Datenpakete. Was bringt es mir aber, wenn in Spitzenzeiten zu viele Nutzer ihre Daten versenden/empfangen wollen und jedes Datenpaket lange warten muss, bevor es durch die viel zu eng gestrickten Netze gelangen kann? Das beweist auch der Kommentar von @Betroffener Hausbesitzer. Eine Grenze von 2Mbit ist ausserdem kein akzeptables Ziel für einen Internetzugang (s.o.); viele bereits heute angebotene Anwendungsmöglichkeiten sind mit diesem Bummelzugtempo nicht annähernd möglich. Dass überall in Fürstenberg Funklösungen existieren, erscheint mir schlichtweg falsch - kommen Sie doch einmal an's Bollwerk oder in den Kietz und versuchen Sie per Handy zu telefonieren (Warnung: schalten Sie vorher die automatische Netzwahl aus, sonst kann es teuer werden - sie sind dort bestenfalls im polnischen Mobilfunknetz). @Felix Trinidad: Ein Buch in seiner gedruckten Form ist seit Gutenberg nicht mehr aus unserer Kultur wegzudenken. Ich glaube nicht, dass in naher Zukunft das Vergnügen des Lesens eines gedruckten Buches durch digitale Medien endgültig verdrängt sein wird. Aber das Internet ist mehr als Literaturersatz; abgesehen davon, dass eine Bibliothek nur einen Bruchteil der im Internet verfügbaren Informationen zur Verfügung stellen kann. Und, wie Sie wissen dürften - Sie sind ja auch "drin", wie Ihr digitaler Kommentar beweist - das Internet ist durch seine vielfältigen Möglichkeiten aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken; fehlendes Internet wird uns aber in Zukunft das Leben immer schwerer machen.

Internetzer 11.02.2013 - 08:37:45

Internetverbindung

Ich wollte eigentlich auch einen kommentar schreiben aber meine internetverbindung ist abgebr ;-)

Felix Trinidad 10.02.2013 - 20:32:11

Internetanschluss überbewertet

Wer braucht schon einen Internetanschluss? Wer nach Informationen sucht, kann in jedem Ort in die Bibliothek gehen. Aber das macht Arbeit und kostet Zeit, die kaum jemand hat. Wer aber mal sein Wissen durch Bücher erweitert hat, wird gern auf das "ach so tolle Internet" einen grossen Bogen machen. Fernsehen, Internet und Mobilfunk werden hoffnungslos überbewertet.

betroffener Hausbesitzer 10.02.2013 - 19:52:49

Funkversorgung ist gewährleistet

Auch in Fürstenberg ist die Versorgung zumindest über Funk eigentlich gewährleistet. EIGENTLICH heist man habe doch bitte zwei Internetsticks, am besten von zwei verschiedenen Anbietern, denn einer der zwei Funkmasten ist tagsüber immer überlastet, so das man Hausaufgaben die über das Internet erledigt werden müssen am besten um 3:30 früh macht . Da wird man wenigstens nicht permanent aus dem einen oder anderen Netz rausgeworfen. Das nennt man dann Funkversorgung gewährleistet. Ich verstehe darunter etwas ganz anderes und da rede ich noch nicht mal von Fernsehen über Internet

Adlerauge 10.02.2013 - 18:10:24

Frage?

Die Studie mag zwar richtig sein und daran habe ich kein Zweifel. Aber Grundlage einer Studie sind immer die Daten auf denen Sie beruht und ob die dem momentanen Stand für Eisenhüttenstadt entsprechen? Ich versuch das mal mit meinem Laienverstand wiederzugeben was so zur Zeit möglich ist (Ich lass mich da gern korrigieren): - Telekom meines Wissen 1.WK - 5.WK DSL bzw. begrenztes VDSL im Umkreis von der Post. - Primacom sind überall wo ein Kabelanschluss vorhanden ist bis zu 128 Mbit möglich. Sicher Eigenheimbesitzer haben eine Satellitenschüssel. aber auch da gibt es Alternativen bei den einzelnen Funknetzbetreibern zum Teil sogar mit Fernsehanschluss. Muss man denn unbedingt neue Schulden machen, nur weil es ein bestimmten Teil des Geldes als Förderung gibt. Also ich persönlich kaufe mir auch kein neues Auto nur weil ich vielleicht eine 0% - Finanzierung und ein Tankgutschein dazu bekomme. Wenn schon Geld ausgeben, dann da wo wirklich die Schwachstellen sind und nicht gleich wieder Märchenschlösser bauen. kann sich EHST das leisten. Also muss doch die Frage lauten, neue Schulden oder Schuldenabbau?

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