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Fünf Golzower kommen mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus / Bürgermeister organisiert Notquartier

Brand im Mehrfamilienhaus

Brandherd: Elektriker Matthias Feldhahn von der Firma Sauer aus Manschnow zeigt den verkohlten Sicherungskasten im Eingangsflur des Hauses.
Brandherd: Elektriker Matthias Feldhahn von der Firma Sauer aus Manschnow zeigt den verkohlten Sicherungskasten im Eingangsflur des Hauses. © Foto: Johann Müller
Ulf Grieger / 11.02.2013, 18:58 Uhr
Golzow (MOZ) In Golzow hat es am Sonntagnachmittag im Mehrfamilienhaus Genschmarer Straße 1 gebrannt. Dabei sind fünf Personen durch den starken Rauch verletzt worden. Ausgelöst wurde der Brand durch ein Feuer im Sicherungskasten. Die Elektroanlage muss erneuert werden.

Sirenengeheul zerriss die sonntägliche Ruhe in Golzow und den Nachbarorten: Die Feuerwehren von Golzow, Manschnow, Gorgast und Genschmar wurden zum hellen Mehrfamilienhaus Genschmarer Straße 1 gerufen. Brand im Mehrfamilienhaus, meldete die Leitstelle. "Das Feuer selbst war für uns nicht das Problem", informiert Einsatzleiter Marco Zich. "Das hatten wir mit zwei Pulverlöschern rasch gelöscht. Aber der Qualm war gefährlich", sagte er. Deshalb hatte die Personenrettung Vorrang. Während die meisten der acht Bewohner, darunter ein gehbehinderter Mann und zwei Kinder, das Haus rasch verlassen konnten, musste eine Frau aus der oberen Etage mit Leitern aus dem Fenster gerettet werden. Ein Bewohner weigerte sich zunächst, die Wohnung zu verlassen. Er wurde herausgeführt, nachdem der Treppenaufgang wieder rauchfrei war. "Dieses Haus hat einen Rauchabzug, der sich aufkurbeln lässt", informiert Marco Zich. Fünf Personen wurden wegen der Rauch- und Qualmschädigung im Krankenhaus behandelt, einige sind deshalb noch krank geschrieben.

Der Einsatzleiter hebt die große Unterstützung hervor, die Bürgermeister Klaus-Dieter Lehmann geleistet hat. Der Bürgermeister war relativ schnell vor Ort und organisierte, dass die Familien rasch Notquartiere beziehen konnten. Denn die Wohnungen sind noch auf absehbare Zeit unbewohnbar. "Zum einen wegen des Qualms und zum anderen wegen der Elektroanlage, die jetzt komplett erneuert werden muss. Für die Familie, zu der der behinderte Mann gehört, wurde im Erdgeschoss des Gasthauses Wagner ein Quartier gefunden. Eine Familie nahm Lehmann selbst auf, eine kam in Thiemanns Pension unter. Zwei Familien zogen vorübergehend bei Verwandten ein. Damit nicht genug. Klaus-Dieter Lehmann nahm auch Kontakt zu dem Hausmeister des vor einiger Zeit von der Landwirtschafts-GmbH an einen Privatmann verkauften Hauses auf und organisierte, dass am Montag bereits zwei Elektro-Firmen den Schaden begutachteten. Die Manschnower Firma Sauer und die im Auftrag des Energieversorgers Eon.Edis handelnde Firma Simon&Ohm untersuchte den Zustand der Kabel und Verteiler. Dabei wurde der Totalschaden deutlich, so Lehmann. Dementsprechend setzte er sich mit der Versicherung in Verbindung, um so schnell wie möglich die Installation einer neuen Anlage zu veranlassen.

Eigentlich müsste er als ehrenamtlicher Bürgermeister das alles gar nicht machen. "Aber ich bin eben der Bürgermeister und da trägt man doch Verantwortung", meint er. Und so organisierte er auch noch, dass die Mieter die Waschmaschinen im Hauswirtschaftslehreraum in der Grundschule benutzen können. "Schließlich ist ja alles in Mitleidenschaft gezogen", sagt er.

Mehrere Kripo-Beamte haben am Montag die Brandursache untersucht sowie Anwohner und Zeugen befragt. Sie ermitteln wegen des Verdachts auf Brandstiftung. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Allein aufgrund der Tatsache, dass es sich bei der Elektroanlage um eine älteres Modell handelt, lasse sich der Brand nicht erklären, informiert der Elektriker Matthias Feldhahn von der Manschnower Firma Sauer. Ähnliche Sicherungskästen gebe es noch in sehr vielen Häusern in der Region, ohne dass dort die Gefahr besteht, dass die Häuser in Flammen aufgehen.

Für Feuerwehr-Einsatzleiter Marco Zich ist der Brand ein Anlass dafür, sich in den Nachbarhäusern noch einmal genau anzuschauen, in welche Zustand sich dort die Sicherungskästen befinden. "Im Nachbarhaus hätte ein solcher Brand schlimmere Folgen. Dort befindet sich der Sicherungskasten nicht gleich an der Eingangstür", weiß er.

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