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Extremsportlerin Claudia Beitsch hat beim arktischen Zehnkampf in Kanada allerhand erlebt - nur keine Eisbären

Mit Hundeschlitten über den Takhini River

Christian Heinig / 16.02.2013, 07:06 Uhr - Aktualisiert 18.02.2013, 15:14
Eisenhüttenstadt (MOZ) Eisbohren, Downhill-Slalom mit dem Kanu, Hundeschlittenrennen - was die gebürtige Eisenhüttenstädterin Claudia Beitsch bei ihrem arktischen Zehnkampf im Norden Kanadas mitgemacht hat, ist wahrlich extrem. Angetreten ist sie für das Team Deutschland gegen Promi-Duos vom Playboy und Sat.1-Frühstücksfernsehen.

Ihr großer Wunsch, in den Tiefen der schneeweißen Wälder Kanadas einmal ein paar Eisbären in freier Wildbahn zu erleben, hat sich nicht erfüllt. "Leider", gesteht Claudia Beitsch etwas geknickt. Aber, fügt sie hinzu, dafür einen Elch, "der stand da plötzlich an einem Hang". Und es kam sogar noch besser: Gleich am zweiten Tag der "Fulda Challenge", einem arktischen Zehnkampf, bei dem die gebürtige Eisenhüttenstädterin und Extremsportlerin am Ende den zweiten Rang in der Mannschaftswertung belegte, standen Shelby und seine sieben Freunde vor ihr, sieben Huskys. "Die gehörten Frank Turner, der ist in Kanada ein Star", berichtet Claudia Beitsch. 130 Huskys leben auf seiner Farm "Muktuk" am südlichen Ende des Yukon, und mit acht von ihnen durfte sie für ein Wettrennen über den Fluss vor seiner Haustür jagen, dem Takhini River. "Das war ein Traum", schwärmt sie.

Das Husky-Rennen mit dem Schlitten, das wird schnell klar, war für Claudia Beitsch einer der Höhepunkte ihres siebentägigen Wettkampfs in Kanada, für den sie sich bei einem Vorausscheid in Österreich qualifiziert hatte. Dabei gab es jede Menge Höhepunkte, darunter einen Kletterparcours, Flugzeug ziehen, Blindfahrt mit dem Auto, Bergab-Slalom mit dem Kanu, Eisbohren, aber auch einen Zehn-Kilometer-Lauf zum Polarkreis. Und das bei Temperaturen von minus 30 Grad und weniger. "Zum Glück", sagt die 33-Jährige, "hat vor einiger Zeit jemand die Thermounterwäsche erfunden."

Allein hat sich Claudia Beitsch, die als selbstständige Ingenieurin für Biotechnologie arbeitet und inzwischen im oberbayrischen Rosenheim lebt, nicht durch den Yukon gekämpft. An ihrer Seite war Christian Schmid, ein Triathlet aus Regensburg. Gemeinsam bildeten sie das Team Deutschland. Ihre Gegner: sieben andere internationalen Mannschaften, darunter etliche Promis mit Kickbox-Weltmeisterin Dr. Christina Theiss, Playboy-Model Franzy Balfanz sowie die Fernsehmoderatoren Wolfram Kons (RTL Punkt 9) und Matthias Killing (Sat.1 Frühstücksfernsehen). Und wie waren die so? "Nett", sagt Claudia Beitsch, die erst während ihres Studiums durch Laufen und Moutain-Biking zum Extrem Sport gekommen ist.

Für den arktischen Zehnkampf hatten alle acht Teams ihren eigenen Geländewagen, mit dem sie an den sieben Tagen rund 1500 Kilometer durch Schnee und Eis zurücklegten, quer durch das Yukon-Territorium, das sich im äußersten Nordwesten Kanadas erstreckt, nur unweit von Alaska. "Da trifft du keine Menschenseele, bis auf ein paar Männer mit ihren riesigen Eis-Trucks, die da mit 100 Sachen über die Eisstraßen fegen", erzählt Claudia Beitsch, die bereits beim "Wettlauf zum Südpol" 400 Kilometer auf Skiern unterwegs war.

Auf fahrerisches Können kam es nicht nur auf den vereisten Straßen an, sondern auch gleich beim ersten Wettkampf: einem Buggy-Rennen auf einem Eissee. "Die Strecke war 1,5 Kilometer lang, das war ganz schon rutschig", so Claudia Beitsch. Trotzdem wurde sie Zweite. Dann folgte das Hundeschlittenrennen, ein Rundkurs über vier Kilometer. "Da setzt du dich nicht einfach auf den Schlitten, sondern redest vorher mit den Hunden und streichelst sie", hat Claudia Beitsch von Husky-Guru Frank Turner gelernt. "Man ist ein Team mit den Huskys, sonst läuft es nicht."

Der Grund, weshalb das deutsche Duo trotz des guten Zuredens nur Vorletzter wurde, lag an ihrem Einsatz als Retter in der Not. Bei einem anderen Team hatten sich die Hunde mit ihren Leinen verheddert. "Ein Husky hatte einen anderen ins Ohr gebissen, das sah schlimm aus." 15 Minuten kostete sie das Entheddern - eine Zeitgutschrift gab es aber trotz des Fair Play nicht.

Aufregend verlief für Claudia Beitsch auch der Zehn-Kilometer-Lauf zum Polarkreis. "Diese Strecke bei fast minus 30 Grad zu laufen, das ist richtig krass für die Muskeln. So, als wenn dir zehn Kilo Blei an jedem Muskeln hängt." Extrem eben, was man auch den Zeiten ablesen konnte: Im Normalfall braucht sie für einen Kilometer fünf Minuten. Das macht bei zehn Kilometern 50 Minuten. Im Ziel am Polarkreis war sie aber erst nach 1:08 Stunde. "Das war heftig", sagt sie.

Genug vom Extremsport hat Claudia Beitsch aber noch lange nicht. Als Nächstes will sie bei einem Mountain-Bike-Rennen gemeinsam mit Freund Jörg starten - auf dem Baikalsee in Sibirien.

Mehr Bilder vom Wettkampf: www.moz.de

Mehr Bilder vom Wettkampf: www.moz.de

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