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Austrocknung des Erlenbruchwalds am Schlangengraben gestoppt / Naturnahes Moor geschaffen

Neues Leben im schwarzbraunen Torf

Am Schlangengraben: Bei der Bauabnahme werden die Ergebnisse der Renaturierung begutachtet. Mit dabei sind (v.l.) Henry Wengler von der bauausführenden Firma, Stephan Reimann vom Wasser- und Bodenverband und Joachim Berg von der Planungsfirma.
Am Schlangengraben: Bei der Bauabnahme werden die Ergebnisse der Renaturierung begutachtet. Mit dabei sind (v.l.) Henry Wengler von der bauausführenden Firma, Stephan Reimann vom Wasser- und Bodenverband und Joachim Berg von der Planungsfirma. © Foto: Micha Winkler Berlin
Brigitte Horn / 17.02.2013, 07:40 Uhr
Biesenthal (MOZ) Am Freitag war am Schlangengraben Bauabnahme. Auf einem Stück von 150 Metern ist aus einem künstlich angelegten verwahrlosten Fließ wieder ein Stück ursprüngliche Natur geworden. Naturschützer hoffen auf eine neue Moorfauna und -flora.

Tief im schwarzbraunen Torfboden versteckt befinden sich noch die moortypischen Samen. Die dürften im günstigsten Fall wieder auskeimen. Die Bedingungen dafür sind jetzt jedenfalls geschaffen worden, indem eine "tiefe Wunde in der Landschaft" beseitigt worden ist. Das sagt Thomas Kutter, Projektleiter für den Förderverein Naturpark Barnim.

Mehr als zwei Meter schnitt ein künstlich geschaffener Graben in die Landschaft ein. Betonteile waren zerbrochen, so dass sich kein schönes Bild bot. Andererseits bewirkte der Einschnitt, dass der Erlenbruchwald schon zum Teil trocken gefallen war. Wäre dass jetzt nicht gestoppt worden, hätte der Graben immer weitere Teil entwässert. Damit wären nicht nur Moorflächen verloren gegangen, sondern im weiteren Verlauf bei starken Niederschlägen auch Hochwasser begünstigt worden.

Mit der Baumaßnahme im Rahmen des EU-Projektes zur ökologischen Sanierung von Teileinzugsgebieten der Oder wird dafür gesorgt, dass das Wasser in der Region bleibt und so auch zum Hochwasserschutz beigetragen, erläutert der Projektleiter. Noch sind die Schlussrechnungen nicht da, doch gekostet hat das eine fünfstellige Summe. Dass es nicht ein sechsstellige geworden sei, liege auch in der Kunst der Spezialfirma. Die habe nicht erst radikale Baufreiheit geschaffen und den Graben umgeleitet, sondern bei fließendem Gewässer und mit spezieller kleiner Technik zwischen den Bäumen gebaut, lobt Thomas Kutter. Das sei gut für die Natur, aber auch kostengünstig.

Wer sich das Ergebnis ansehen möchte, gelangt am besten in Verlängerung des Anemonenweges hinter Wullwinkel dorthin. Das Wasser kommt vom Schlangengraben trifft sich mit dem Langerönner Fließ, von dort geht es ins Pfauenfließ und dann in die Finow, erläutert Andreas Krone, als Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes mit den Gewässern der Region vertraut.

Er zeigt auf die helle sandige Erde neben dem Schlangengraben. Von dort führte das künstlich angelegte Fließ direkt zur Langerönner Mühle. Das sei einst vom Müller mit einem sicher enormen Aufwand geschaffen worden. Doch zu DDR-Zeiten wurde die Mühle nicht mehr genutzt, so dass auch der Graben verfallen ist.

Durch die Baumaßnahme des EU-Projektes sind jetzt die Erde renaturiert und der frei in der Natur mäandernde Schlangengraben von dem künstlichen Fließ völlig getrennt. Schlammreizkern oder Neunstachliger Stichling könnten dort wieder heimisch werden. Noch gibt es kein Grün, aber in die Erde wurden Weidenzweige eingearbeitet, die leicht austreiben und bald für Vegetation sorgen werden.

Und was ist mit Mücken? Die Fachleute geben Entwarnung. Das Biotop sei so beschaffen, dass sich Molche wohlfühlen, für die Mückenlarven eine Delikatesse sind.

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