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Verbandsarbeit bewegt Stadtverordnete

Druckleitung liegt im Zeitplan

Brigitte Horn / 18.02.2013, 21:32 Uhr
Biesenthal (MOZ) Obgleich nicht als Tagesordnungspunkt ausgewiesen, spielte die Wasser- und Abwasserproblematik eine größere Rolle in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Eckpunkte waren die Abwasserdruckleitung, Altanschließerbeiträge sowie die Diskussion im Forum von www.biesenthal.de.

Wenngleich etwas ambivalent zu betrachten, dürfte die Nachricht vom Fortgang des Baus der Abwasserdruckleitung auf positive Resonanz gestoßen sein. Damit besteht jetzt die reale Aussicht, dass das Geruchsproblem im Umfeld des nah am Stadtzentrum gelegenen Klärwerks aus der Welt geschafft werden kann. Zum 20. sei die Leitung ausgeschrieben worden. Ambivalent deshalb, weil es aus ökologischen Gründen und wegen zu befürchtender Unterhaltungskosten für die Abwasserdruckleitung auch etliche Befürworter des Klärwerkes gibt. Doch ein Klärwerk sei politisch nicht durchzusetzen gewesen, hieß es in der Sitzung der Stadtverordneten.

Das berührt auch das Austrittsbegehren von Bernau aus dem Wasser- und Abwasserverband "Panke/Finow", das momentan zwar gestoppt, aber noch nicht endgültig entschieden ist. In dem Zusammenhang informierte Biesenthals Bürgermeister André Stahl (Linke), dass er sich in Gesprächen auch um die Erhaltung des Verbandes mit Bernau bemüht.

Dessen ungeachtet, ob mit oder ohne Bernau, werden in den kommenden Wochen auch die ersten Altanschließer einen Beitragsbescheid vom WAV erhalten. Das veranlasste Anne Schulz (Fraktion Linke/Grüne), nach der sozialen Verträglichkeit zu fragen. Sie habe gehört, dass Biesenthaler auf Grund der Beitragshöhe ihr Haus verlieren würden. Dies werde in der Regel nicht sein, sagte Stahl. In diesem Falle könne eine Stundung eingeräumt werden, gegebenenfalls auch ein Leben lang. Das werde aber immer im Einzelfall entschieden, ergänzte Dirk Siebenmorgen (Fraktion Linke/Grüne), Vertreter der Stadt in der WAV-Verbandsversammlung.

Widerspiegelung findet die Wasser-und Abwasserproblematik auch im Forum auf der Internetseite www.biesenthal.de. Dort sehen sich die Verantwortlichen in der Stadt teils heftigen und mitunter auch anonymen Anwürfen ausgesetzt. Für Carsten Bruch (Fraktion CDU/BfB/FDP/ProDanewitz) ein Grund klären zu lassen, ob das rechtens sei. In der Art sei das Forum auch kein gutes Aushängeschild für die Stadt, etwa wenn jemand in Biesenthal ein Grundstück kaufen möchte, erläuterte er. Auf Bruchs Anregung hin wird sich nun der Hauptausschuss von Biesenthal in seiner nächsten Sitzung damit befassen.

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Holger Scheifler 24.02.2013 - 11:21:13

Geruchsbelästigung

Die Orte die ich kenne und die an solcher Abwasserdruckleitung angeschlossen sind, stinken alle buchstäblich zum Himmel. Denn die geschlossene Druckleitung verläuft nur außerorts, während innerorts natürlich nicht mit Druck gearbeitet wird, da es sonst ja in den Häusern aus dem Klo schießen würde. Wenn dann die Kanaldeckel im Ort nicht gasdicht ausgeführt sind, stinkt es bestialisch. Die Kanaldeckel sind in der Regel die alten, mit den großen Öffnungen entlang des Randes. Es ist mit Blick auf die Haltbarkeit der Schächte auch nicht gewollt, gasdichte Deckel einzubauen, da die schwefeligen Säuren des Fäkalgases sonst schnell die Betonschächte zerfressen würden. Das systemimmanente Problem der Abwasserdruckleitungen ist die temporäre Ansammlung von anfallenden Abwässern, die dann nur schubweise mal durch die Überlandleitung gepumpt werden. Das Abwasser läuft also nicht frisch ab, sondern gärt und fault an Ort und Stelle schon vor, ehe es schließlich weitertransportiert wird. Das muß einfach stinken, anders geht es gar nicht.

Ronald Krüger 24.02.2013 - 11:07:28

Geteiltes Leid ist halbes Leid

In dem Zeitungsartikel wird davon ausgegangen, dass das Geruchsproblem im Umfeld der Kläranlage aus der Welt geschafft werden kann. Dies könnte nur geschehen, wenn die vorhandenen Becken nicht als Havariespeicher bzw. Zwischenspeicher genutzt werden, sondern für diese ein anderer Standort gewählt wird. Denn die Geruchsbelästigung wird nicht nur von der Zusammensetzung der Abwässer beeinflusst, sondern auch von der Menge an Niederschlagswasser, das bei Starkregenereignissen in die Kanalisation gelangt. Diese Becken sollen entsprechend dem Vorgutachten abgedeckt werden, was ein Überlaufen in den zuvor geschilderten Fällen aber nicht verhindert. Hinzu kommt noch, dass die Aufleitung der Abwässer - entsprechend der Variante 2 (Verlegung entlang der L 200) - an einer Stelle erfolgt, in die auch das Pumpwerk Albertshofer Chaussee fördert und bei Parallelbetrieb,des noch zu errichtenden Hauptpumpwerkes in Wullwinkel, beide nur mit reduzierten Fördermengen (60 %) arbeiten können. Im Normalfall arbeiten beide Pumpwerke zeitversetzt. Eins wird erreicht, die Geruchsbelästigung wird zwischen Wullwinkel und Biesenthal aufgeteilt werden. Frei nach dem Motto, geteiltes Leid ist halbes Leid.

Dr. B. Meißner 19.02.2013 - 14:26:28

Pyrrhussieg in Biesenthal?

Die Mehrheit der von den DIE LINKE dominierten SVV von Biesenthal war politisch nicht in der Lage, ein Klärwerk an anderer Stelle durchzusetzen. Einwände der Bürgerinitiative Wasser u- Abwasser sowie sachkundiger Bürger gegen sozialunverträgliche Beitragserhebungen und Errichtung einer Abwasserdruckleitung wurden - trotz Forderung eines runden Tisches - nicht öffentlich diskutiert. Basisdemokratie lag den Stadtverordneten von Biesenthal nie. Was die SVV dazu bewogen hat, solchen Kurs zu fahren, bleibt ihr Geheimnis. Wenn der Bürgermeister und sein Vize behaupten, dass die nun ins Haus stehenden Beitragsbescheide in der Regel nicht zum Verlust des eigenen Hauses führen werden, so ist dies zwar zu wünschen aber nicht ausgeschlossen. Weiterhin führen sie aus, dass Stundungen im Einzelfall auch ein Leben lang eingeräumt werden können, was aber nicht bedeutet, dass dies ohne lebenslange Zinszahlungen in satzungsgemäß astronomischer Höhe zu haben ist;- den Offenbarungseid voraussetzt. Die Behauptung, dass die Errichtung einer Abwasserdruckleitung jegliche Geruchsbelästigung ausschließt, ist äußerst fraglich, da in jedem Fall eine Abwassersammelanlage notwendig sein wird, die je nach Situation eine Geruchsbelästigung mit sich bringen kann. Die Bürgerinitiative ist bislang nie müde geworden, Vorschläge zu Problemlösungen beim WAV u. den Kommunen einzubringen, z. B. eine Gebührenfinanzierung anstelle der fortführenden Erhebung und ungerecht(fertigt)en Nachforderung von Beiträgen von Angeschlossenen vor Zweckverbandsgründung. Was bezwecken Einige mit der Infragestellung der Rolle des Biesenthaler Forums? Es ist eine der wenigen Möglichkeiten, sich zu Wort melden zu können, wenngleich man vor den Anfeindungen offensichtlich Bestellter nicht gefeit bleibt.

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