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Täglich rund 1000 Fahrgäste von dies- und jenseits der Oder / Nachbarstadt bereitet neue Linie vor

Slubice-Bus ein Renner im Stadtverkehr

Viel genutzt: Die Fahrgastzahlen im Stadtbus zwischen Frankfurt und Slubice steigen. Inzwischen plant die Nachbarstadt eine zweite Buslinie
Viel genutzt: Die Fahrgastzahlen im Stadtbus zwischen Frankfurt und Slubice steigen. Inzwischen plant die Nachbarstadt eine zweite Buslinie © Foto: Michael Benk
Annette Herold / 20.02.2013, 19:40 Uhr - Aktualisiert 21.02.2013, 11:38
Slubice/Frankfurt (MOZ) Immer mehr Fahrgäste nutzen die Buslinie über die Oder. Im Januar lag die Durchschnittszahl der Passagiere bei 770 pro Tag, bis Mitte Februar ist sie laut Stadtverkehrsgesellschaft auf 1008 gestiegen.

"Es werden immer mehr." Diesen Eindruck von Busfahrer Manfred Lemanczuk kann Andreas Lorenz, Geschäftsbereichsleiter bei der Stadtverkehrsgesellschaft, mit Zahlen belegen. In der vergangenen Woche ist der 50 000 Fahrgast in den Stadtbus zwischen Frankfurt und Slubice gestiegen; durchschnittlich mehr als 1000 Passagiere fahren inzwischen pro Tag mit. "Manche kommen jeden Tag", hat Manfred Lemanczuk festgestellt. "Das sind oft Berliner. Wohl zum Zigarettenholen."

Lockt so manchen der zollfreie Einkauf in die eine Richtung, ist es nach Westen oft die Arbeit. Viele Pendler seien inzwischen regelmäßig von Slubice nach Frankfurt unterwegs, hat der Busfahrer beobachtet. Sie fahren morgens mit zum Bahnhof und abends wieder zurück über die Grenze. Für Manfred Lemanczuk ist es inzwischen Normalität, auf der Linie zu fahren, die 8,6 Kilometer und damit die kürzeste Strecke der SVF-Linien ausmacht. Etwa zweimal pro Woche ist er auf dem Rundkurs zwischen Frankfurts Bahnhof beziehungsweise dem Gräfin-Dönhoff-Gebäude und dem Slubicer Heldenplatz eingesetzt.

Unterwegs gibt es für Bereichsleiter Lorenz allerdings noch einige Punkte, die ihm Sorgen bereitet. Dazu gehört die Haltestelle am Supermarkt Intermarché, die sich mitten auf dem dazugehörigen Parkplatz befindet und in der Regel zugeparkt ist. Parkplatz-Ärger gibt es oft auch am ersten Halt jenseits der Grenze am Collegium Polonicum. "Dort können unsere Fahrer wegen parkender Autos oft nicht dicht genug an den Bordstein heranfahren und deshalb die Rampe für gehbehinderte Fahrgäste nicht herauslassen", berichtet Andreas Lorenz. Anderes klappe sehr gut. Die Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei, zum Beispiel, was das Linksabbiegen am plac Pryjazny auf die vierspurige al. Wojska Polskiego betrifft: Die Beamten hätten ihm versichert, dass es keine Probleme gebe, wenn der Bus dort einmal zwei Spuren blockieren müsse, um den Gegenverkehr aus Richtung Kostrzyn vorbeizulassen.

"Manche reden ja schon von einer Erfolgsgeschichte", sagt Lorenz. "Ich finde, dass wir gut gestartet sind. Die Geschichte müssen wir aber erst noch schreiben." Dennoch kann er berichten, dass die Buslinie 983 inzwischen die am drittstärksten frequentierte im Netz der Stadtverkehrgesellschaft ist. Dabei sehe die SVF durchaus noch Optimierungsmöglichkeiten, etwa mit einer ganztägigen Abfahrt am Bahnhof auf vielfachen Fahrgastwunsch. Im Raum stehe auch der Bau einer zusätzlichen Haltestelle in der Slubicer Straße, auch von Fahrgästen angeregt.

Auf Slubicer Seite ist man indes mit der neuen Buslinie so zufrieden, dass bereits eine zweite geplant wird, die nur in der Nachbarstadt verkehrt. Bürgermeister Tomasz Ciszewicz hat angekündigt, dass dieser Bus unter anderem den Großen Basar ansteuern und auch als Schulbus dienen soll.

Leserforum

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Murat 26.02.2013 - 17:38:25

Zusatzkosten

Die zwei Busse die nach Polen fahren werden von Cottbus für 5000 Euro monatlich gemietet, weil die geplanten Busse nicht zur Verfügung standen. So wurde mir berichtet. Hat die MOZ eigentlich das ihren Lesern mitgeteilt?

Nachdenkender 23.02.2013 - 11:32:54

@Paul Wust

Gemeint wahrscheinlich: wegschauen. Kostet nichts und das versprechen wurde eingelöst.

paul wust 23.02.2013 - 09:39:39

Nachtrag an Herrn Lenden

Zu der von mir angesprochenen Kriminalität empfiehlt sich in der heutigen Ausgabe des Frankfurter Stadtboten der letzte Absatz unter "Worüber man im Städtchen spricht", mit folgendem Wortlaut: "Witzig war eine Dienstreise von Kämmerin Claudia Possardt am Mittwoch nach Berlin ganz bestimmt nicht. Die auch für Sicherheit zuständige Dezernentin besuchte dort den Europäischen Polizeikongress und holte sich einige Anregungen, wie andere Städte ihre Einwohner und deren Eigentum schützen. "Was es da alles gibt", staunte sie am Mittwochabend. Sie betonte: "Wir werden nicht weiter zuschauen, wie hier die Autos wegkommen". Bleibt abzuwarten, was sie sich bei den anderen abgeschaut hat." Nun darf man als Frankfurter gespannt sein, was sich die Stadtverordneten mit der zuständigen Dezernentin nach diesem "Aha Effekt" in Berlin einfallen lassen. Hier ist nicht nur der offene Umgang mit dem Problem, sondern auch Kreativität gefragt.

Antikommunist 23.02.2013 - 09:37:37

Bus

Ach, es ging um den Bus nach Slubice? Na dann haben wir alle ja das Thema verfehlt. Na gut - der Bus ist mir egal. Die Eigenlobeshymnen bei Erfolg wären interessant und auch das Schweigen der Lämmer bei Misserfolg.

froonk22 23.02.2013 - 07:57:14

Rechtspopulistische Rattenfänger

Es geht hier sehr wohl auch um Kommentatoren, weil nicht hinnehmbar ist, dass Rattenfänger mit Vergangenheit am äußersten RECHTEN Rand, u. a. hier rechte Parolen verbreiten. @ Lenden zur Info: -2013- lautet das EINZIGSTE sichtbare Datum auf Ihrer, von mir im Ausschnitt wiedergegebenen, Seite.

paul wust 23.02.2013 - 07:40:37

Sehr geehrter Herr Lenden

Zunächst ein Mal ist fest zu halten, dass Sie der einzige Stadtverordnete sind der in diesem Forum den Dialog und Kontakt zu seinen Bürgern sucht. Die übrigen Stadtverordneten sehen dafür offensichtlich keine Notwendigkeit und machen lieber Politik nach dem Motto "Stör` mir meine Kreise nicht". Leider gibt es hier auch Kommentatoren, die substanzlos, unqualifiziert und mitunter auch beleidigend ihren Frust ablassen. Auch den muss man dann eben bis zu einem gewissen Grad aushalten können. Aber worum geht es tatsächlich in dieser Stadt? Es geht ausschließlich darum, auch in grenzüberschreitender Zusammenarbeit, das Leben in dieser Stadt wieder lebenswert zu machen. Und dazu gehört unter Anderem eben nicht nur die Einrichtung einer Buslinie über die Oderbrücke, sondern auch die Bekämpfung der Kriminalität. Die Hartleibigkeit der Politik und unserer Stadtverordneten hier unmissverständlich Flagge zu zeigen, provoziert letztlich die Bürger und so muss man sich auch im Rathaus nicht wundern, wenn ignorierender Druck Gegendruck erzeugt.

Josef Lenden 22.02.2013 - 17:52:38

@Fronk22

Schauen Sie mal, wann der Artikel geschrieben wurde. Seid dem hat sich viel getan, nur nicht an meiner Hompage. Ansonsten: Es ging hier mal um den Bus nach Slubice. Nicht um Grenzkriminalität und Kommentatoren die weder Maß noch Ziel kennen. Guten Tag Josef Lenden

Froonk22 22.02.2013 - 10:33:33

Lenden und die CDU

Es ist richtig, Lenden ist parteilos, aber er gehört der CDU-Fraktion in der Frankfurter SSV an. Scheinbar ist ihm das nicht bekannt, denn er schreibt im www *... ich als 'Abgeordneter ohne Fraktion'...* wie eine Momentaufnahme aus dem www zeigt. http://666kb.com/i/cbs32vva6xvjg7flh.jpg http://666kb.com/i/cbs3202jwj3njie2d.jpg

ewi 22.02.2013 - 08:43:00

hallo Herr Habeck

Ne ne nicht immer alles Böse mit der CDU in Zusammenhang bringen . Der Herr Lenden ist parteilos ,einfach mal google fragen .

Mark 22.02.2013 - 00:34:47

Traurig...

Die Kommentare hier unter dem Artikel sind traurig. Den Bus bezahlen in erster Linie einmal die Studenten, von denen die schweigende Mehrheit wahrscheinlich auch gegen eine solch nutzlose Geldverschwendung ist (Leider wurden die nicht gefragt, sondern die Gutmenschen im AStA haben das Projekt durchgedrückt). Aber sorry die Herrschaften - auch das Schutzargument mit dem Frankfurter Einzelhandel lasse ich auch nicht zählen. Glauben Sie im Ernst, dass die große Mehrheit der Zigarettentouristen früher in Scharen durch den Oderturm geschlendert ist und den Frankfurter Einzelhandel belebt hat? Mitnichten... Versuchen wir doch nicht, Slubice unattraktiv zu machen, sondern Frankfurt attraktiver!

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