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Behindertenbeauftragte berichtet den Stadtverordneten / Beitritt zur Erklärung von Barcelona vorgesehen

Auf gutem Weg zur Barrierefreiheit

Uwe Spranger / 22.02.2013, 21:02 Uhr
Strausberg (MOZ) Strausberg steht auf dem Weg zur barrierearmen und am Ende barrierefreien Stadt derzeit nicht schlecht da. Diese Einschätzung traf die Behindertenbeauftragte der Verwaltung Kerstin Wendt am Donnerstag in einem Bericht an die Stadtverordneten.

Seit etwa anderthalb Jahren hat Kerstin Wendt den Posten als "Beauftragte für die Integration von Menschen mit Behinderung" im Rathaus inne. 20 ihrer 32 Wochenstunden kann sie dafür aufwenden. "Zum Antritt hat mir jemand gesagt, das wird Sie bis zur Rente begleiten. Damals habe ich das nicht geglaubt, aber inzwischen sehe ich das ähnlich", bekannte sie jetzt vor den Kommunalpolitikern.

Im Gegensatz zu anderen Orten, die noch nichts angepackt hätten, stehe Strausberg in puncto Barrierefreiheit "nicht bei null", schätzte sie ein. Insbesondere der öffentliche Personennahverkehr sei von einer im vorigen Sommer gegründeten Arbeitsgruppe unter die Lupe genommen worden. Sämtliche Haltestellen habe man analysiert, den jetzigen Zustand mit einem wünschenswerten verglichen und Gespräche mit Busgesellschaft und Strausberger Eisenbahn geführt, berichtete sie. Positiv aufgefallen sei ebenfalls die Frühförderung in Integrationskitas, wenngleich die Zahl der Plätze begrenzt sei.

Gut angekommen seien in der Stadt öffentliche Aktionen wir der Tag der Gleichstellung Anfang Mai vor der Hauptfiliale der Sparkasse oder die Vorstellung des Stadtbusses mit Einstiegshilfen für mobilitätseingeschränkte Personen. Lag der Fokus zunächst auf diesem Kreis, würde die Aufmerksamkeit zunehmend auch auf Belange von Menschen gelenkt, die schlecht hören oder sehen könnten. Kerstin Wendt begrüßte in diesem Zusammenhang den Zuwachs im Behindertenbeirat, in dem mit Stefanie Hacker nun auch eine Blinde mitarbeitet. Sie und Christel Kneppenberg (SPD) wurden von den Stadtverordneten am Donnerstag in das Gremium berufen.

Stefanie Hacker hatte kürzlich in einem MOZ-Beitrag unter anderem die mangelnde Ausrüstung der Ampelanlagen mit akustischen Signalen moniert. Bürgermeisterin Elke Stadeler reagierte in der Sitzung auf die Kritik. Wie sie sagte, habe es bereits im November eine Abstimmung im Rathaus gegeben, dass die Leitsysteme auf einen einheitlichen Stand gebracht werden, so wie jenes am Fontane-Gymnasium. Die Differenzen erklärte sie mit den unterschiedlichen Anforderungen zur Zeit der Inbetriebnahme. Es seien bereits Angebote zur Um- bzw.Nachrüstung angefordert. Die Bürgermeisterin machte aber auch darauf aufmerksam, dass sieben der 13 Ampeln in der Stadt vom Landesbetrieb Straßenwesen betreut werden.

Für den Monat April kündigte Kerstin Wendt eine Vorlage an, dass die Stadt sich zur Erklärung von Barcelona "Die Stadt und die Behinderten" bekenne. Dies erfordere, dass sämtliche Bereiche analysiert und verändert werden - nach ÖPNV auch öffentliche Einrichtungen und Gebäude, öffentlicher Verkehrsraum, Wohnraum, soziale und gesellschaftliche Teilhabe und Öffentlichkeitsarbeit. Dann könnten auch die Anforderungen für die nahe Zukunft formuliert werden.

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Peter 05.03.2013 - 08:36:34

Erholung für alle

Hallo,ich nehme mal den Kommentar meines Vorschreibers zum Anlaß meine Gedanken zu diesem Thema zu äußern. Ich bezeichne die Gedanken die der Herr vor mir machte nicht als Uneinsichtig den wer sich nicht versucht in die Situation der Betroffenen hineinzuversetzen denkt nicht weitgenug.Genau dieser Bereich am Lustgarten ist ein tolles Beispiel dafür ,das Blinde Menschen oft außen vorgelassen werden. Wie sollte es ein blinder Mensch schaffen wenn er mit der Straßenbahn nach Strausberg kommt zur Fähre zu kommen oder ins Rehazentrum zu den Ärzten wenn es nicht die Umgebauten Ampeln gäbe.Wie findet man diese Ampeln, woher kann man wissen wann Grün ist. Wie soll man Abends nach der Arbeit zu dieser Stelle kommen wo auch sie sich erholen wollen.Es ist ein schöner Fleck sich gemütlich hinzusetzen und einen Drink zu genießen.Wie ohne dieses Ortungssiegnal dürfen Menschen mit dieser Behinderung am Leben aller teinehmen. Einfach mal nachdenken und die für und wieder mit offenen Augen beobachten. Ein Tip noch am Ende,bitte sich zu Hause in seiner Wohnung für eine halbe Stunde die Augen verbinden und versuche alles so zu machen wie immer.Lassen sie sich überraschen.

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