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RE 3 hält nur zweimal in Biesenthal

Mehr Züge nach Berlin Mitte auf der Agenda

Brigitte Horn / 22.02.2013, 21:14 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Lokale Agenda 21 in Biesenthal macht mobil, um den Bahnanschluss nach Berlin-Mitte mit dem Regionalexpress RE 3 zu verbessern. Der hält derzeit nur zweimal in Biesenthal. Der VBB sieht das als ausreichend an, weil neben dem RE 3 die Regionalbahn OE 60 regelmäßig in Biesenthal hält.

Wer als Berufspendler täglich nach Berlin-Mitte muss, kann dies direkt morgens nur um 6.02 Uhr ab Biesenthal. Abends, oder besser nachts, kommen um 23.02 und um 0.03 Uhr RE-3-Verbindungen in Biesenthal an. "Das ist viel zu wenig", machte Herbert Noll von der Lokalen Agenda in der jüngsten Bauausschusssitzung klar. Der OE 60 verkehre zwar stündlich und den Frühstunden noch öfter, doch fahre der nur nach Berlin-Lichtenberg und nicht ins Stadtzentrum. Daher habe man nur die Möglichkeit, in Bernau umzusteigen, wo die Bahnsteige zugig und viel zu klein seien, oder man nehme den Umweg über Lichtenberg in Kauf. Das führe auch dazu, dass etliche dann doch wieder auf das Auto umsteigen.Noll kann nicht verstehen, dass der VBB den RE 3 nur so selten in Biesenthal halten lässt. Denn der Bedarf sei doch da. In einer Umfrage der Lokalen Agenda ist in 150 Antworten 140 mal die Befürwortung eines häufigeren Halts in Biesenthal vermerkt worden. Auch der Kreistag habe sich in einem Schreiben an den VBB dafür ausgesprochen. Um den Bedarf noch genauer zu ermitteln, läuft die Fragebogenaktion noch weiter. Unser Ziel ist es, dass die Stadt Biesenthal das Thema erneut in den Landtag bringt, um eine bessere Entscheidung für Biesenthal herbeizuführen.

Margitta Mächtig, die sowohl Stadtverordnete als auch Landtagsabgeordnete ist, setzt sich für einen erneuten Vorstoß in dieser Sache ein. Erneut, weil sie 2011 eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt hatte, die aber keinen Fortschritt brachte. "Biesenthal wird durch die Regionalbahn-Linie 60 im stabilen 60-Minuten-Takt erschlossen. Diese Linie bindet den Haltepunkt an die Metropole an und übernimmt die Zubringerfunktion zum Regionalexpress- und S-Bahn-Verkehr", war damals vom Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft beschieden worden.

Doch inzwischen müsse die Bahn doch auch einmal betrachten, was in Biesenthal alles zur Förderung des Bahnverkehrs gemachten worden ist, gibt Margitta Mächtig (Linke) zu bedenken. "Biesenthal hat alle Bedingungen für einen attraktiven Haltepunkt." Es gebe P+R-Plätze, der Vorplatz sei gestaltet und das Bahnhofsgebäude selbst warte mit kulturellen Angeboten auf. Die Bahn erkenne offenbar nicht, wie sehr sich Biesenthal um mehr Fahrgäste bemühe. Im Gegenzug müsse die Bahn aber auch etwas leisten.

Dass sich dies in einem kürzeren Takt für den RE3 niederschlagen könnte, sieht nach Auskunft des VBB momentan aber nicht so aus. Wenn der RE 3 häufiger in Biesenthal halten würde, ergäben sich Verzögerungen an den folgenden Bahnhöfen, so dass dort längeren Wartezeiten entstünden.

"Wir sehen keine Möglichkeiten sowie Notwendigkeiten für weitere Halte des Regionalexpresses in Biesenthal", teilte VBB-Pressesprecher Eike Arnold am Donnerstag mit. "Betrieblich gesehen müssen für den Regionalexpress auf großen Knotenpunkten Anschlüsse gehalten werden, die Vorrang gegenüber Biesenthal haben. Sonst ist es eben auch kein ,Express' mehr."

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Luis 23.02.2013 - 16:11:53

Diese Schlafmützen...

Lokale Agenda 21 ? 21, weil sie wohl 21 Jahre lang die Entwicklung verpennt haben ! Die Forderung, den Regionalexpress halten zu lassen, ist vermessen. Ein Expresszug ist ein Expresszug ! Im beschleunigten Regionalverkehr sollte er in etwa alle 20 Kilometer halten: Bernau, Eberswalde, Angermünde. Biesentahl besser anzubinden, war auch Bestandteil der Konzeption SX Bahn, die leider örtlich keine Unterstützung fand. Hier deren Konzept, das leider leider nie verfolgt wurde. http://www.sx-bahn.de/was.htm

Tom Berger 23.02.2013 - 11:46:50

nicht immer ist die Bahn schuld

Gerade die Politiker die hier vordern, das der Zug öfter halten soll, vergessen leider das eben auch diese Politker, z.b. Frau Mächtig als Landtagsabgeordnete, dafür zuständig sind die Leistungen die seitens der Bahn AG, der ODEG oder sonstigen Anbietern erbracht wird auch bestellen und bezahlen müssen. Und jetzt mal im Ernst, 150 Menschen am Tag? In einen RE der auf der Linie 3 verkehrt (mit 4 Dosto-Wagen) gehen ca 600 Menschen hinein. Wohlbemerkt in Einen. Ebenso würde er an Attracktivität einbüßen wenn er an jedem HP einen Stopp absolvieren soll. Sinnvoller wäre: Die ODEG dann an das fertige Ostkreuz durch zu binden, ihn so als Knoten zu nutzen. Ich meine auch so etwas mal gelesen zu haben. P.s. Die Reisezeit des RE3 von Ebw. nach Bernau beträgt 13 min. die der ODEG 28 min. Das hochgerechnet auf eine Strecke wie sie der RE3 fährt ergibt ein deutlich Plus an Fahrzeit. Hierbei wäre zu nennen: die Fahrzeit von Angermünde bis Berlin Gesundbrunnen würde von derzeit 50 min auf 100 min. steigen. Das ist sowas von unverhältnissmäßig. Leider sehen das viele nicht, sie schauen nur vor ihrer eigenen Haustür.

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