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Erster Flexity-Zug erreichte in der Nacht zu Mittwoch Strausberg / Heute beginnen die Testfahrten auf der Strecke

Neue Straßenbahn kommt mit Verspätung

Passt: Mitarbeiter von Hersteller Bombardier, Transportfirma und Strausberger Eisenbahn verfolgen am Lustgarten das Absetzen der Flexity-Bahn aufs Gleis
Passt: Mitarbeiter von Hersteller Bombardier, Transportfirma und Strausberger Eisenbahn verfolgen am Lustgarten das Absetzen der Flexity-Bahn aufs Gleis © Foto: MOZ/Uwe Spranger
Uwe Spranger / 27.02.2013, 19:42 Uhr - Aktualisiert 28.02.2013, 10:11
Strausberg (MOZ) Die erste der beiden neuen Flexity-Straßenbahnen für die Strausberger Eisenbahn ist in der Nacht zum Mittwoch angekommen. Rund ein Dutzend Schaulustige verfolgten nach Mitternacht am Lustgarten das Abladen. Heute soll der Zug erstmalig zu Testzwecken auf die Strecke gehen.

Strausberg, 27.2.2013 Ankunft der ersten Flexity-Straßenbahn für Strausberger Eisenbahn am Lustgarten
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Ungewöhnlich viele Menschen halten sich am Dienstagabend kurz vor Mitternacht an der Haltestelle Lustgarten auf. Neben Mitarbeitern der Strausberger Eisenbahn sowie Medienvertretern sind eine Reihe von Schaulustigen gekommen, um die Lieferung des neuen Zuges mitzuerleben. Zuerst wird ihre Geduld strapaziert. Laut Zeitplan war die Ankunft gegen 23 Uhr vorgesehen. Doch erst kurz vor Mitternacht kommt die Nachricht, dass der Schwertransport mit Polizeieskorte vom Autobahnrasthof Seeberg gestartet ist. Er rollt nicht direkt in Richtung Strausberg, sondern zunächst zum Gewerbegebiet Hönow, weil die Kurvenradien für den rund 40 Meter langen Lastzug nicht ausreichten. Neuralgischer Punkt auf dem Rückweg ist nicht wie vermutet der Kreisel Elefantenpfuhl, sondern die schmale Stelle an der Fußgängerinsel am Ortsausgang von Radebrück.

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Neue Flexity-Straßenbahnen für Strausberg

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Gegen 0.45 Uhr ist der Tieflader mit der gelb-weiß-schwarzen Fracht schließlich am Ziel. "Mensch, du kriegst als Geschenk 'ne Straßenbahn. Fehlt nur die Schleife", witzeln Straßenbahner mit ihrer Kollegin Doris Kempe, die trotz ihres Geburtstags die nächtliche Aktion verfolgt. Seit 30 Jahren ist sie mittlerweile im Betrieb und wird demnächst auf den neuen Zug umsteigen. "Gefahren sind wir ja schon", erinnert sie an Vorbereitungskurse für das Personal bei den Berliner Verkehrsbetrieben.

Inzwischen ist die Rampe an den Hänger montiert, wird selbiger in Schräglage gebracht. Etwa 1.35 Uhr gibt Uwe Schramm von der Transportfirma UTM am Flaschenzug die ersten Zentimeter abwärts frei. Auslöser klicken, Blitzlichter flackern. Kurz darauf, nun am Stahlseil des Spills der Zugmaschine, rollt die Bahn dann etwas schneller hinunter, und gegen 2 Uhr ist sie komplett auf den Schienen. Während die Zuschauer, neben Anliegern und anderen Strausbergern auch mehrere Berliner, sich nun zerstreuen, hat das STE-Werkstattteam noch gut drei Stunden zu tun, bis die Bahn am vorgesehenen Platz im Depot steht.

Dort blieb sie auch den gesamten Mittwoch. Heute startet die erste Testfahrt. Am 8. März soll voraussichtlich die technische Aufsichtsbehörde für die Zulassung auf der hiesigen Strecke kommen. Zudem würden noch Kratzschutzfolien aufgebracht und das Fahrgastinformationssystem programmiert, so STE-Chef Andreas Gagel. Fahrgäste könnten die Flexity wahrscheinlich ab Ende März nutzen, sagte der Geschäftsführer.

Übrigens soll die Bahn vorerst gelb bleiben. Die "Briefmarkensammlung" von Werbung, die auf den alten Tatra-Zügen zu finden ist, werde es nicht mehr geben. "Wenn Werbung, dann was Exklusives", so Gagel.

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Demokrat 28.02.2013 - 19:49:35

zu spät?

Aber Herr Spranger... Das ist doch ein Top-positive Nachricht mit der neuen SRB-Tram. Da freut sich der Fahrgast sogar ueber eine erste VERSPÄTUNG. Hauptsache, sie faehrt dann immer pktl., wenn ich auf sie warte und möglicht unfallfrei!!! Also allzeit gute Fahrt, liebe TRAM!

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