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Bauaufsicht und Denkmalschutz wollen Wobau-Geschenk nicht in der Innenstadt sehen

Kreis zeigt Wappenuhr die Rote Karte

So ist es bislang geplant: Am Laubenganghaus, im Durchgang zur Alten Brauerei, will die Wobau die hinter Glas geschützte Wappenuhr in vier Metern Höhe anbringen. Die Denkmalschützer des Kreises können diesem Ansinnen wenig abgewinnen
So ist es bislang geplant: Am Laubenganghaus, im Durchgang zur Alten Brauerei, will die Wobau die hinter Glas geschützte Wappenuhr in vier Metern Höhe anbringen. Die Denkmalschützer des Kreises können diesem Ansinnen wenig abgewinnen © Foto: Jörg Funke/MOZ
Sabine Rakitin / 01.03.2013, 23:22 Uhr
Bernau (MOZ) Zu Bernaus künftigem Wahrzeichen, der Wappenuhr, bahnt sich neues Ungemach an. Die Denkmalschutzbehörde des Landkreises will das Teil auf keinen Fall in der Innenstadt sehen.

Knapp eineinhalb Jahre ist es her, dass die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) ein Modell der Wappenuhr in der Stadthalle ausstellte, um herauszufinden, was die Bernauer davon halten. Die zustimmenden Reaktionen machten Jens Häßler und Antje Mittenzwei, den Geschäftsführern des städtischen Unternehmens, Mut, nach einem Standort in der Innenstadt zu suchen. Sie fanden ihn am Laubenganghaus - im Durchgang an der Bürgermeisterstraße zwischen den Häusern 3 und 5 - und stellten einen entsprechenden Antrag auf Errichtung einer Stahlkonstruktion zur Montage der Wappenuhr.

Vier Monate brauchte die Eberswalder Behörde, um das Wobau-Anliegen zu prüfen. In dieser Woche informierte Jens Häßler seinen Aufsichtsrat darüber, dass die Bauaufsicht die Aufstellung der Wappenuhr für nicht zulässig erklärt hat. Die Untere Denkmalschutzbehörde, die anzuhören ist, weil der Bernauer Stadtkern denkmalgeschützter Bereich ist, versagte ihre Genehmigung. Begründung: Wird die Wappenuhr in dem Durchgang befestigt, ist die Sicht von der Bürgermeisterstraße auf Bernaus ältestes Wohngebäude, das Kantorhaus in der Tuchmacherstraße, versperrt. "Von der Bürgermeisterstraße kommend tritt das Kantorhaus in der Wahrnehmung des Betrachters hinter die massive Stahlkonstruktion mit der geplanten detailreichen Uhr zurück, so dass der angestrebte, Zeitschichten überspannende Gesamteindruck des Denkmalbereiches in unverträglichem Maße beeinträchtigt wird", argumentieren die Denkmalschützer. Ironie der Geschichte: Genau diese Sichtachse war es, die Wobau-Chef Häßler 2001 als Argument angeführt hatte, um den Teilabriss des Laubenganghauses für den Durchgang zur Alten Brauerei durchzusetzen.

Kampflos will sich die Wobau jetzt nicht ergeben. Immerhin soll die Wappenuhr ja Touristen anziehen und damit für eine Belebung der Innenstadt sorgen. Wie aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft verlautete, hat Geschäftsführer Häßler inzwischen eine Erwiderung nach Eberswalde geschickt. In der verweist er darauf, dass sich die Wappenuhr als Kunstwerk einer bauordnungsrechtlichen Beurteilung entzieht. Auch die vom Denkmalschutz angeführte Sicht zum Kantorhaus lässt er nicht gelten: Da die Wappenuhr in einer Höhe von vier Metern aufgehängt werde, könne von einer Beeinträchtigung der Sichtbeziehung nicht die Rede sein, sagt Häßler.

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Vogelfütterer 05.03.2013 - 20:50:40

Wappenuhr -unglauglich- Wobau Bernau -Häßler

"Herr Häßler hat in den Häusern Aushänge mit seiner Unterschrift aushängen lassen, wo er das Füttern von Vögeln verboten hat. Das Futterverbot wurde unteranderen damit begründet, dass damit eine Geräuschbelästigung verbunden ist. " Die Kommentare müssen offentsichtlich von Häßler oder seinen Zuträgern zur Kenntnis genommen werden. Häßler hat seine Hausmeister auf den Weg geschickt, damit er sein peinliches Schreiben entfernt wird. Die außergewohlichen Kosten hierfür wird den Mietern auferlegt, als Betriebskosten, obwohl es Botengange sind und somit Verwaltungskosten die nicht umlagefähig sind. Aber wenn sich das die Mieter gefallen lassen und der Aufsitzratsvorsitzender -Hanke- duldet,kann ein Einzelner nichts machen

Tja ... 02.03.2013 - 23:40:24

Die "Kunst"-Uhr

Also mal ganz ehrlich und unparteiisch: Das Monstrum sieht einfach nur potthäßlich aus und dürfte schon wegen des in der Landesbauordnung verfügten Verunstaltungsverbotes nicht zulässig sein. Da es obendrein anscheinend über einem Durchgang / Gehsteig hängen soll, müßte es auch sicherheitstechnisch abgenommen werden (TÜV), ehe es da in der Luft bammelt. Hat dieser Herr Häßler, der seinem Namen alle Ehre macht, keine sinnvollere Möglichkeit das Geld loszuwerden?

Vogelfütterer 02.03.2013 - 22:45:24

Unglaublich

Herr Häßler hat in den Häusern Aushänge mit seiner Unterschrift aushängen lassen, wo er das Füttern von Vögeln verboten hat. Das Futterverbot wurde unteranderen damit begründet, dass damit eine Geräuschbelästigung verbunden ist. Wenn das Kunstwerk nicht geräuchlos ist, gehört es dann auch nicht wegen Geräuchbelästigung verboten? Es betrift in diesen Fall nicht nur seine Mieter, sondern auch andere unschuldige Personen und Vögel. Ein Tierschutzverein sollte prüfen, ob durch Klingelschläge die Vögel aus der Stadt vertrieben werden. Die Stadtverordneten sollten einen entsprechenden Beschluss fassen.So könnte Herr der Fraktionsvorsitzende der CDU Herr Goral im Hauptausschuss etwas heilen.

Müller 02.03.2013 - 21:32:48

Mieter tragen zweifelsfrei die Kosten

"Wer trägt nun die Kosten und werden diese womöglich auf die Mieter der WOBAU umgelegt?"fragte Herr Sauer. Wenn ich die Berichte in der MOZ richtig gelesen habe, ware ja Sinn des Anzeigers die Staatsanwaltschaft den Vorgang zu prüfen, ob es rechtens sei, dass die Mieter der WOBAU die Uhr bezahlen müssen. Bei der Staatsanwaltschaft für Korruption bestand zunächst auch der Verdacht, dass Häßler das so einfach aus einer persönlichen Laune heraus nicht darf.Deshalb wurde ein Ermiitlungsverfahren gegegen Häßler eroffnet. Die Staatsanwaltschaft kam zum Schluß, dass das Rechtens ist. Jeder steht es frei zu denken, ob dies auch rechtens ist-

Günter 02.03.2013 - 18:45:30

Wappenuhr perverser Gedanke -ein Wahnsinnsgedanke

Der Gedanke, die Uhr zwischen die beiden Gebäuteteilen ist doch pervers. Die armen Mieter, alle viertel Stunde ob Tag oder Nacht schlägt die weltgrößte Uhr mit der dazugehörigen weltgrößten Lautstärke. Das kann einen ja in den Wahnsinn treiben. Herr Häßler betreibt damit eine aktive Vergraulung seiner Mieter und die Verödung der Innenstadt. Er zeigt, dass er kein Herz für seine Mieter hat. Das gehört angezeigt und verboten.

Mühlentorwächter 02.03.2013 - 18:19:04

Wappenuhr - Mühlentor

Was hat Häßlers häßliche Wappenuhr und das häßliche Mühlentor gemeinsam ? Sie sind nicht für die Menschen dieser Stadt, sondern für die Fremden da. Beide haben keine Funktion, Für beide bezahlt die Stadt nichts.(EU-Fördermittel-Mieter der WOBAU) Was unterscheidet beide ? Das Mühlentor ist 14,50 m . die Kuckuksuhr ist 15,00 m und somit der größere Unsinn. Wenn Häßlers Arbeitsaufgabe ( seit Mai 2012- http://www.maerkischer-markt.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1019267/) darin besteht, sich mit den Kuckuk zubeschäftigen und nicht mit der Verwaltung der WOBAU dann ist es natürlich frustierend, wenn man ihm Knüppel in die Beine schmeißt. Da hilft sicherlich nur eine Anzeige, da hat er ja Erfahrung als Returkutsche auf eine Anzeige gegen Ihm. Häßler war ja derjenige, der sich mit Händen und Füßen der Übernahne des Kantorhause wegen fehlender Finanzmittel streubte. Es ist ja nur die Frage, welche Uhr die richtige Zeit in Bernau schlägt, wenn die Kirchtumuhr und der Kuckuk um die Wette beumeln? Gott segene, wie das Mühlentor beim Richtchtfest, dass die Verwaltung standhaft bleib t!!

G.Schmidt 02.03.2013 - 11:36:56

Wiederspruch

Begründung 1: Wird die Wappenuhr in dem Durchgang befestigt, ist die Sicht von der Bürgermeisterstraße auf Bernaus ältestes Wohngebäude, das Kantorhaus in der Tuchmacherstraße, versperrt. "Von der Bürgermeisterstraße kommend tritt das Kantorhaus in der Wahrnehmung des Betrachters hinter die massive Stahlkonstruktion mit der geplanten detailreichen Uhr zurück, so dass der angestrebte, Zeitschichten überspannende Gesamteindruck des Denkmalbereiches in unverträglichem Maße beeinträchtigt wird" Begründung 2: Wird das Mühlentor gebaut, ist die Sicht von der Mühlenstraße auf Bernaus Rathaus, Marktplatz und die Kirche versperrt. "Von der Mühlenstraße kommend tritt das Rathaus in der Wahrnehmung des Betrachters hinter die massive Konstruktion des Mühlentors zurück, so dass der angestrebte, Zeitschichten überspannende Gesamteindruck des Denkmalbereiches in unverträglichem Maße beeinträchtigt wird" Huch…

G.Schmidt 02.03.2013 - 11:36:45

Wiederspruch

Begründung 1: Wird die Wappenuhr in dem Durchgang befestigt, ist die Sicht von der Bürgermeisterstraße auf Bernaus ältestes Wohngebäude, das Kantorhaus in der Tuchmacherstraße, versperrt. "Von der Bürgermeisterstraße kommend tritt das Kantorhaus in der Wahrnehmung des Betrachters hinter die massive Stahlkonstruktion mit der geplanten detailreichen Uhr zurück, so dass der angestrebte, Zeitschichten überspannende Gesamteindruck des Denkmalbereiches in unverträglichem Maße beeinträchtigt wird" Begründung 2: Wird das Mühlentor gebaut, ist die Sicht von der Mühlenstraße auf Bernaus Rathaus, Marktplatz und die Kirche versperrt. "Von der Mühlenstraße kommend tritt das Rathaus in der Wahrnehmung des Betrachters hinter die massive Konstruktion des Mühlentors zurück, so dass der angestrebte, Zeitschichten überspannende Gesamteindruck des Denkmalbereiches in unverträglichem Maße beeinträchtigt wird" Huch…

Dieter Sauer 02.03.2013 - 11:11:27

KREIS ZEIGT WAPPENUHR DIE ROTE KARTE

Na dann sollte die Wappenuhr vielleicht doch an das Mühlentor auf der der Innenstadt abgewandten Seite angebracht werden? Ich kann mich noch gut daran erinnern, als der Fraktionsvorsitzende der CDU Herr Goral im Hauptausschuss den Vorschlag für den Erwerb der Wappenuhr einbrachte. Da jedoch eine Finanzierung über die Stadt offensichtlich nicht durchsetzbar war, entschied sich die WOBAU diese zu übernehmen. Auf eine Anzeige hin ermittelte die Staatsanwaltschaft in Neuruppin ob die Finanzierung durch die WOBAU rechtens sei. Man konnte jedoch wie auch bei anderen Vorhaben Bernaus keine Verstöße feststellen und hat das Verfahren eingestellt. Herr Häßler hat daraufhin öffentlich dem anonymen Einreicher der Anzeige mit einer Klage gedroht. (Alles in der MOZ nachzulesen!) Wer trägt nun die Kosten und werden diese womöglich auf die Mieter der WOBAU umgelegt?

Karl Sasse 02.03.2013 - 09:57:15

Ohgottohgott!

Das nächste Attentat auf den guten Geschmack. Der nächste stadtplanerische Tiefschlag. Karl Valentin hat mal gesagt: " Kunst kommt von Können und nicht von Wollen. Sonst würde es ja Wunst heißen." Hoffentlich hat die Kreisverwaltung einen langen Atem und verhindert diese Wunst.

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