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Zeitloses Sehvergnügen

Bei der Er÷ffnung: Maler Michael Bartsch (2. v. r.) unterhõlt sich in der Galerie des Stõdtischen Museums Eisenh³ttenstadt vor dem Werk "Reiterszene" angeregt mit Besuchern. Foto: GMD/J. Neiser
Bei der Er÷ffnung: Maler Michael Bartsch (2. v. r.) unterhõlt sich in der Galerie des Stõdtischen Museums Eisenh³ttenstadt vor dem Werk "Reiterszene" angeregt mit Besuchern. Foto: GMD/J. Neiser © Foto:
JNEISERN / 14.04.2008, 08:00 Uhr
Eisenhüttenstadt "Ich bin wirklich begeistert. Das ist so unheimlich farbenfroh. Toll." Immer wieder huscht ein Lächeln über das Gesicht von Renate Klaus und immer wieder bleibt sie fasziniert vor den gemalten Pferdekarussells und der "Reiterszene" von Michael Bartsch stehen. Die Kunstwerke des Berliner Malers sind seit Sonnabend in der Galerie des Städtischen Museums zu sehen. "Das ist alles ganz anders als noch vor etwa sieben Jahren. Da waren seine Bilder viel düsterer", erinnert sich Renate Klaus. Woher sie das weiß? "Na ja, der Michael ist doch mein Kuss-Cousin", flüstert sie. "Er ist der Sohn von meiner Cousine. Da verfolge ich natürlich, was er macht." Zwei Bilder habe sie schon von ihm daheim in ihrer Eisenhüttenstädter Wohnung.

Wer jetzt allerdings denkt, diese Begeisterung sei nur familiär begründet, der irrt. Nur wenige Minuten, nachdem Museumsleiter Hartmut Preuß die Ausstellung eröffnet hat, tippt ihm ein junger Mann auf die Schulter. Er meldet Interesse an einem gerahmten "Karussell" aus dem Jahr 2007 an. Wenig später klebt ein roter Punkt darunter. Das bedeutet: verkauft. "Das Bild ist einfach gut", sagt der Kunstliebhaber. Seinen Namen möchte er zwar nicht nennen, aber soviel verrät er noch: "Es ist nicht das erste Bild von Michael Bartsch, das ich besitze. Ich sammle sie."

So weit ist Romy Dubral, Kunstlehrerin am Albert-Schweitzer-Gymnasium, noch nicht. Sie sieht die Farbkompositionen des 1963 in Leipzig geborenen und seit seiner Kindheit in Berlin lebenden Malers das erste Mal. "Handwerklich ist das schon toll", sagt sie.

Dabei sind einige der Kunstwerke noch gar nicht vollendet, erzählt Bartsch. Im "Porträt J.S." bekommt der von ihm so verehrte Musiker Jordi Savall beispielsweise höchstwahrscheinlich noch Gesellschaft von seiner Frau. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Schon jetzt wollen sich die Augen von der Szenerie nicht lösen. Der Betrachter sieht, spürt und hört förmlich das Leben, das im Rahmen pulsiert. Zwar hat Michael Bartsch nur eins seiner Bilder "Sehvergnügen" genannt - der Titel aber würde auf viele andere auch passen. Egal, ob es sich um die feinen Siebdrucke handelt oder aber um großformatige Malerei. "Manchmal brauche ich zur Fertigstellung zwei bis drei Jahre. Da stehen drei oder vier Bilder bei mir im Atelier", betont Bartsch. Und immer, wenn er denkt, er müsste etwas verändern, greift er zu Pinsel, Kreide oder Buntstift.

"Dass ich hier im Museum ausstellen kann, freut mich sehr", versichert der Maler, der an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studiert hat. Solche Räumlichkeiten finde man heutzutage selten. Die meisten Galerien seien viel kleiner. Außerdem bestimme dort der Galerist, was an die Wände kommt. In Eisenhüttenstadt hatte er da freie Hand. Zum Glück.

Wie sagte Laudator Thomas Kumlehn vom Potsdamer Kunstverein bei der Eröffnung? "Herzlichen Glückwunsch zu dieser Ausstellung, Michael Bartsch!"

Bis 17.5., Galerie, Städtisches Museum, Löwenstr. 4, Di-Fr 10-16 Uhr, Sa/So 13-16 Uhr

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