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Polnische Starthilfe für Wolfslake

Die Speedway-Bundesliga kehrt auf den Eichenring zurück Foto: Nicole Scharmer
Die Speedway-Bundesliga kehrt auf den Eichenring zurück Foto: Nicole Scharmer © Foto: Nicole Scharmer
Thomas Gutke und Birgit Hradetz / 04.03.2013, 19:15 Uhr
Wolfslake (gu/hra) Das Speedwayteam Wolfslake kehrt nach einjähriger Auszeit in die Bundesliga zurück - dank einer Starthilfe aus dem Nachbarland. In polnischen Zielona Góra unterzeichnete Club-Chef Jürgen Ehmke gestern einen Partnerschaftsvertrag mit dem Spitzenverein Falubaz.

Die Vertragsunterzeichnung war in Polen - wo Speedway Zehntausende in die Arenen lockt - ein regelrechtes Medienereignis. Mehrere Kamerateams hielten den Moment fest, als Jürgen Ehmke und Robert Dowhan, die beiden Clubpräsidenten, im westpolnischen Zielona Góra ihre Unterschriften unter die Kooperationsvereinbarung setzten. Dazu sei gesagt, dass Dowhan für die Bürgerplattform im polnischen Senat sitzt und damit zu den einflussreichen Politikern des Landes zählt. Die Bürgerplattform stellt mit Donald Tusk derzeit den polnischen Ministerpräsidenten.

Doch zurück zum Sport: Zielona Góra und Wolfslake werden als "Wolfslake Falubaz Berlin" in der Bundesliga an den Start gehen. Der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) hat der Renngemeinschaft dazu nachträglich die Lizenz erteilt. Falubaz Zielona Góra zählt in Sachen Speedway zu den ersten Adressen im motorsportverrückten Polen. 2011 gewann der Verein seine letzte von insgesamt sechs nationalen Meisterschaften in der Speedway Ekstraliga, die als die stärkste Liga der Welt gilt.

"Zielona Góra ist an uns herangetreten. Sie wollen uns wieder etwas auf die Beine helfen und gleichzeitig den Speedway in Deutschland etwas pushen", so Wolfslakes Sportleiter Jörg Reinnel. Ein erstes Treffen beider Vereine gab es bereits im Januar. Der Speedwayclub Zielona Gora erhofft sich von der Zusammenarbeit vor allem einen Marketing-Effekt. Der eine oder andere deutsche Zuschauer soll in die Stadien nach Polen gelockt werden, umgekehrt könnten natürlich auch polnische Fans bald nach Wolfslake pilgern. "Sie bringen sehr viele Ideen mit", freut sich Reinnel.

Erste Vorstellungen von der Zusammensetzung des Kaders zum Saisonstart am 1. Mai gibt es bereits. Die Wolfslaker Club-Urgesteine Mathias Bartz, Erik Pudel und Marcin Sekula werden laut Sportchef Reinnel wohl auf jeden Fall dazu gehören. Hinzu kommen offenbar auch die polnischen Spitzenfahrer Piotr Protasiewicz und Patryk Dudek. Maximal 13 Fahrer darf der Kader umfassen, jeweils fünf gehen dann an den Bundesliga-Renntagen an den Start.

In der deutschen Fachpresse wird die deutsch-polnische Allianz als echter Coup bewertet. Für "Motorsport aktuell" steigt das Speedwayteam Wolfslake "damit zum Bundesligafavoriten auf". "Speedweek.de" schreibt: "Wolfslake will Großes erreichen."

Doch Jörg Reinnel stapelt erst einmal tief: "Das ist schwer zu sagen, denn einzig mit ausländischen Fahrern werden wir sehr gut besetzt sein". Hintergrund: In der Bundesliga müssen in den Rennen mindestens zwei von fünf Startern einen deutschen Pass haben. "Doch durch unsere späte Anmeldung sind die deutschen Spitzenfahrer alle schon bei anderen Clubs unter Vertrag."

Sein erstes Liga-Rennen fährt Wolfslake Falubaz Berlin am 1 Mai in Brokstedt, das erste Heimrennen findet dann am 8. Juni gegen Titelfavorit Landshut statt. Spitzen-Speedway auf dem Eichenring gibt es aber bereits am 9. Mai zu sehen. An Himmelfahrt wird ein Feld aus internationalen Spitzenfahrern die Rennsaison auf der 335 Meter langen Bahn in Wolfslake einläuten. Erwartet werden aus Polen Piotr Protasiewicz, Jaroslaw Hampel (Vizeweltmeister 2010) und Patryk Dudek, aus Schweden Andreas Jonnsen (Grand-Prix-Fahrer) und aus Dänemark Mikkel Jensen.

Das Speedwayteam Wolfslake startete letztmalig 2011 in der Bundesliga und beendete die Saison seinerzeit auf Rang drei. Nach einigen vereinsinternen Turbulenzen gingen einige Vorstandmitglieder 2012 nach Wittstock - darunter der langjährige Vorsitzende Fritz Mauer - und gründeten dort den MSC Wölfe Wittstock. Der startete dann in der zurückliegenden Saison beim Teamcup, in etwa vergleichbar mit einer 2. Liga. In diesem Jahr fährt auch Wittstock in der Bundesliga. Zum Aufeinandertreffen beider Clubs kommt dann es ebenfalls am 9. Mai auf dem Heidering in Wittstock.

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