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Bürgerverein ehrt Kinderbuchautor / Walter Krumbach lebte drei Jahrzehnte in Groß Schönebeck

Weg erinnert an Sandmännchen-Dichter

Ehrung: Eine Groß Schönebecker Straße trägt den Namen Walter Krumbachs. Für die Benennung des Weges hat sich der Bürgerverein eingesetzt.
Ehrung: Eine Groß Schönebecker Straße trägt den Namen Walter Krumbachs. Für die Benennung des Weges hat sich der Bürgerverein eingesetzt. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Ellen Werner / 11.03.2013, 07:44 Uhr
Groß Schönebeck (wer) Mehr als 90 Kinderbücher entstammen seiner Feder. Über 200 Geschichten mit Herrn Fuchs und Frau Elster und viele andere Abendgrüße hat er erdacht. Und schließlich dichtete Walter Krumbach auch die berühmtesten Worte des Sandmännchens: "Kinder, liebe Kinder" - ein Lied, mit dem Millionen Menschen groß geworden sind.

In Groß Schönebeck erinnert nun eine Straße an den 1985 verstorbenen Wortkünstler. Im Beisein von Anne Tausch, der Tochter des Kinderbuchautors, hat der Bürgerverein Groß Schönebeck am 1. März die zwei Straßenschilder mit dem Titel "Walter-Krumbach-Weg" enthüllt.

"Wir haben dem prominentesten Unbekannten ein Denkmal gesetzt", sagt Rainer Klemke, Sprecher des Vereins. "Und wir hätten dafür keinen prominenteren Ort finden können. Alle Kinder des Ortes müssen daran vorbei." Der Weg, abgehend von der Hauptstraße, beginnt genau neben der Kleinen Grundschule und der Kita "Borstel".

"Ich bin stolz und mein Vater wäre bestimmt glücklich", sagt die Krumbach-Tochter Anne Tausch. Den Weg zwischen Friedhofsmauer und wilder Natur, der die Berliner Straße und die Friedensstraße miteinander verbindet, sei er oft entlang gelaufen.

Fast drei Jahrzehnte lang lebte Walter Krumbach in Groß Schönebeck. Geboren wurde er 1917 in Grimnitz. Zunächst erlernt er in Joachimsthal einen Beruf in der Verwaltung. Später, nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in Amerika, wird er Neulehrer, bald zum Schulleiter in Dabelow (Gransee).

Schon seit seinem 17. Lebensjahr aber dichtet Krumbach auch. 1955 entscheidet er sich ganz für die Schriftstellerei und lässt sich kurz darauf mit der Familie in Groß Schönebeck nieder. Dort ist er äußerst produktiv, genau wie im Fernsehstudio in Berlin Adlershof. 1959 flimmert das Sandmännchen erstmals über den Bildschirm. Danach viele hundert Male unter Krumbachs Zutun.

Nach seinem Tod im Alter von 68 Jahren gerät der Autor, der oft neben dem Schreibtisch schlief, um neue Gedanken gleich zu Papier bringen zu können, dennoch in Vergessenheit. Erst 22 Jahre später setzt sich ein Neu-Groß Schönebecker für die Ehrung des Sandmännchen-Dichters ein. Bernd Mehlitz, einst Rockbeauftragter des Berliner Senats, entdeckt Walter Krumbach für den Ort neu. Im Begleitband zur 707-Jahr-Feier des Ortes 2007 gibt es eine erste Ehrung. Vier Jahre später erinnert der neu gegründete Bürgerverein auf Mehlitz' Initiative hin mit einer Gedenktafel dauerhaft an den Autor. Ein Sandmännchen-Trio bewacht seither die Tafel vor Krumbachs einstigem Wohnhaus im Hirschweg 30. Auch die Idee, eine Straße nach Krumbach zu benennen, stammt vom 2011 verstorbenen Maler Mehlitz.

"Wir wollen jedenfalls Krumbach weiter in Ehren halten", sagt Rainer Klemke vom Bürgerverein. Außer den Sandmännchen-Figuren, die sommers an der Kirche aufgestellt werden, könnten noch weitere Figuren etwa am Spielplatz hinzukommen.

Anne Tausch ist gerührt vom Interesse der Groß Schönebecker. "Er hat nicht nur uns viel mitgegeben, sondern überhaupt viel für Kinder gemacht", sagt die 58-Jährige. "Das Reimemachen hat er ein bisschen vererbt", verrät die jüngste Krumbach-Tochter zur Benennung des Weges. "Ich mache das auch gern. Und irgendwann schreibe ich auch noch ein Buch." Vorerst ist sie über die neue Verbindung zum verstorbenen Vater froh: Ihre eigene Adresse lautet nun Walter-Krumbach-Weg.

Am 1. April wäre der Schriftsteller Krumbach 96 Jahre alt geworden.

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