Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Nach Ruck-Parteitag: Jabbour sieht Geschlossenheit

 Amid Michel Jabbour, Kreisvorsitzender der Liberalen im Havelland.
Amid Michel Jabbour, Kreisvorsitzender der Liberalen im Havelland. © Foto: MZV/privat
Patrik Rachner / 11.03.2013, 11:57 Uhr
Havelland (MZV) Der Vorsitzende der FDP Havelland, Amid Michel Jabbour, wähnt die Liberalen auf einem guten Weg. Nach dem Bundesparteitag ist er vor allem deshalb zufrieden, weil die FDP in der Summe die zuvor kritisch diskutierte Personalfrage eindrucksvoll geklärt habe. "Der Wunsch der Delegierten, Geschlossenheit zu zeigen, ist erfüllt worden. Der Schlussstrich ist gezogen", sagte er am Montag.

Seit 20 Jahren ist Jabbour in der FDP aktiv, doch habe er noch nicht so viele Parteitage erlebt, auf denen die Stimmung so gut gewesen sei, wie am vergangenen Wochenende. Das behauptet er zumindest. "Man hat von Anfang an gemerkt, dass die Partei ein neues Selbstbewusstsein gefunden hat. Wir müssen keinesfalls einen zögerlichen Blick auf den anstehenden Wahlkampf werfen. Es war ein Ruck-Parteitag", meinte Jabbour. Er war als Havelländer gemeinsam mit Max Koziolek und Tim Bremmer in Berlin.

Laut Angaben des Kreisvorsitzenden der Liberalen sei es mit Blick auf die Personalien gelungen, mit einer gesunden Mischung aus jungen und erfahrenen Politikern Aufbruchstimmung zu erzeugen. Neben den beiden Arrivierten, Parteichef Philipp Rösler und den Spitzenkandidaten für die anstehenden Bundestagswahlen, Rainer Brüderle, hat es Jabbour vor allem gefreut, dass Holger Zastrow neben Christian Linder Vize-Vorsitzender geworden ist. Den Sachsen kenne er seit 1994. Er verkörpere genau das, was Jabbour an der FDP mag. "Bei ihm steht zuerst der berufliche Erfolg im Mittelpunkt und erst daneben die Politik. Das finde ich gut." Weil auch Wolfgang Kubicki ins Präsidium gewählt wurde, sei ein Rundumpaket geschnürt worden. "Es ist immer ganz gut einen kritischen Zeitgeist im Team zu haben. Es wird Momente geben, wo er den Finger in die Wunde legt", so Jabbour.

Für die FDP gelte es nun, sich weiter nach vorne auszurichten - auch inhaltlich und vor allem mit Blick auf alle anderen Parteien abgrenzend. So gebe es neben der FDP seiner Meinung nach ausschließlich vier sozialdemokratische Partei, die sich lediglich in Konturen unterscheiden würden. "Wir werden, so wie es Rösler in seiner überaus guten Rede glaubwürdig dokumentiert hat, die politischen Gegner stellen. Wir sind die einzige Partei, die der sozialen Marktwirtschaft ein Gesicht verleiht." So vertrete die FDP eindeutige Positionen etwa zur Finanzpolitik oder zum Erneuerbare-Energien-Gesetz. Auch mit Blick auf die steuerliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften vertreten die Liberalen einen per Beschluss getragenen eindeutigen Standpunkt - "im Gegensatz zur CDU".

Dass die FDP seinerzeit bei den Wahlen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Nordrhein-Westfalen von Leihstimmen profitiert haben soll, davon will er nichts wissen. "Die Wähler sitzen nicht im Keller. Sie wissen genau, warum sie wen wählen. Sie entscheiden nach politischen Angeboten. Wir werden uns auch vom jetzigen Koalitionspartner im Bund abgrenzen, der bis zur Beliebigkeit hin abwartet, in dem Themen nicht diskutiert werden. Nur abzuwarten reicht genauso wenig wie mit dem Amtsbonus von Angela Merkel punkten zu wollen", betonte Jabbour.

"Wir werden unseren Wahlkampf selbständig führen. Es hat einen Ruck gegeben. Die Reihen haben sich geschlossen. Wir werden zeigen, wofür wir stehen. Die Partei freut sich schon", betonte Jabbour.-

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG