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"Wenn es nur Kritik hagelt, schaltet das Kind auf Durchgang"

Kindern beim Taschengeld nicht hineinreden

Kindern beim Taschengeld nicht hineinreden
Kindern beim Taschengeld nicht hineinreden © Foto: dapd
dapd / 12.03.2013, 06:43 Uhr
Hof (dapd) Taschengeld soll Kinder im selbstständigen Umgang mit Cents und Euros schulen. Häufig allerdings kollidieren die Kaufentscheidungen der Sprösslinge mit elterlichen Auffassungen über Sinn und Nutzen der erstandenen Dinge. "Eltern sollten sich von der Idee lösen, dass Kinder mit ihrem Geld etwas 'Vernünftiges' anfangen müssen", rät Andreas Engel, stellvertretender Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. im bayrischen Hof. Das widerspreche der Grundidee, dass jemand freie Verfügungsgewalt über sein Geld hat und sich damit seine Wünsche erfüllt.

Erwachsene müssten lernen zu tolerieren, wenn Kinder sich von ihrem Taschengeld Süßigkeiten, Comics, überteuerte Sammelkarten und andere Dinge kaufen, die Erwachsene für wertlos halten. "Eltern können eine Kaufentscheidung kommentieren, sollten aber aufpassen, dass ihre Aussagen nicht permanent negativ sind", sagt der Erziehungsberater. Feedback sollte überwiegend positiv oder neutral ausfallen. "Wenn es nur Kritik hagelt, schaltet das Kind auf Durchgang", warnt Engel.

Der Familienberater plädiert dafür, Kindern ähnliche Autonomie bezüglich ihres Geldes zuzugestehen wie Erwachsenen. Auch wenn Kinder sich überwiegend Cola, Chips und Co. vom Taschengeld kauften, sei eine Kürzung eher der "letzte Notausgang". Stattdessen sollten Eltern dem Kind in Gesprächen deutlich machen, dass diese Dinge ungesund sind und gemeinsam nach akzeptablen Alternativen suchen. Engel: "Auch wenn der Vergleich nicht mehr ganz zeitgemäß ist: Es wäre undenkbar, dass ein Ehemann seiner Frau das Taschengeld kürzt, nur weil sie sich etwas davon kaufte, das ihm nicht gefällt."

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