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Hans Rinn wird 60: Superrodler und Schlittenspezialist

Der DDR-Rodler Hans Rinn stoppt im Auslauf des Eiskanals von Innsbruck-Igls. Er gewinnt bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1976 die Bronzemedaille im Einzel-Wettbewerb. Rinn feiert am 18. März seinen 60. Geburtstag.
Der DDR-Rodler Hans Rinn stoppt im Auslauf des Eiskanals von Innsbruck-Igls. Er gewinnt bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1976 die Bronzemedaille im Einzel-Wettbewerb. Rinn feiert am 18. März seinen 60. Geburtstag. © Foto: dpa
15.03.2013, 12:14 Uhr
Ilmenau (DPA) Am Montag wird Hans Rinn 60 Jahre alt. Kein Grund für eine große Feier - meint der weltweit erfolgreichste Rennrodler der 1970er Jahre. Heute ist er vor allem mit seiner Firma bekannt.

Der kommende Montag ist für Hans Rinn ein normaler Arbeitstag, trotz seines 60. Geburtstages. Der Ilmenauer wird wie fast immer am frühen Morgen in seine Firma nach Wümbach fahren. "Allerdings werde ich mich etwas anders anziehen", schränkt der Jubilar die "Normalität" etwas ein. "Es wird schon der eine oder andere gratulieren kommen". Heutige Geschäftspartner, aber auch Sport-Kollegen von einst. Schließlich gewann Hans Rinn allein oder mit Doppelpartner Norbert Hahn zwischen 1973 und 1980 insgesamt 25 internationale Medaillen im Rodeln, darunter 13 Mal Gold bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Zum Vergleich: Georg "Schorsch" Hackl brachte es auf achtmal Gold.

Vor 40 Jahren und zwei Monaten betrat Rinn mit einem Paukenschlag die internationale Bühne. Noch 19-jährig wurde er bei seinem ersten großen Rennen Einsitzer-Weltmeister und mit Norbert Hahn Zweiter im Doppelsitzer. "Ich bin ohne großes Bauchgefühl in die Heim-WM in Oberhof gegangen", erinnert sich der Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Langewiesen und seiner Heimatstadt Ilmenau. Dabei hätte er schon ein Jahr zuvor Olympia-Premiere in Sapporo feiern müssen. Das Nominierungsrennen hatte er gewonnen, doch nach Japan mitgenommen wurde er nicht. "Zu jung und zu unerfahren" meinten die Trainer.

Mit dem Doppelsitzer-Olympiasieg 1980 beendete der Ausnahmekönner sowohl auf dem Rodel als auch beim Schlittenbau seine aktive Laufbahn. Nur 1981 stieg er nochmals auf den Schlitten und gewann "aus der Kalten" mit Jörg-Dieter Ludwig EM-Silber. Statt Trainer - wie seine Mitstreiter Norbert Hahn und Bernhard Glass - wurde der Ingenieur für Feinwerktechnik Schlittenbauer für die Oberhofer Rodler und die Nationalmannschaft. Dabei wollte er ursprünglich auf Burg Giebichenstein in Halle Formgestaltung studieren, musste das aber trotz bestandener Aufnahmeprüfung wegen des Sports aufgeben.

Das Schlittenbauen war Bindeglied zum Start in die Selbstständigkeit mit der Wende. "Der Beruf ist mein Hobby. Ich gehe jeden Tag mit Lust und Liebe an die Arbeit", bekennt Rinn. Früher war der Bau von Wasserrutschen im In- und Ausland die Hauptarbeit seiner Firma mit vier Mitarbeitern. Inzwischen sind es Ausbauteile aus Kunststoff für Rettungs- und Ambulanz-Fahrzeuge der Ilmenauer Firma Binz.

Ganz abgerissen ist aber der Kontakt zum Kufensport nie. Ab und an repariert Rinn noch Verkleidungselemente für Rennschlitten. Auf den Bahnen in Oberhof und Calgary fahren selbstlenkende Sommerbobs "Made by Rinn". Und seit drei Jahren ist in den USA am Michigansee eine Kunststoff-Rodelbahn - ähnlich der in Zwickau und Ilmenau - aus dem Hause Rinn in Betrieb. Anfragen für weitere liegen schon vor.

Die Ilmenauer Bahn unweit von Rinns Haus sieht ihn nicht nur als Reparatur- und Service-Mann. In ihr absolviert er ab und an auch ein paar Fahrten. Zu wenig seien es im vergangenen Jahr gewesen. Vielleicht kommt er heuer öfter dazu, denn das Motocross-Fahren will er in Zukunft lassen. "Je älter man wird, umso länger braucht der Körper, um Verletzungen auszuheilen", sagt Rinn. Die täglichen Fahrten mit dem Roller zur Arbeit will er aber ebenso nicht missen wie Urlaubstouren mit seiner Frau auf dem Motorrad. Dann aber im gemächlicheren Tempo. "Die Straße ist kein Platz für Rennen", meint der Mann, der in jungen Jahren einen DKW F8 zu Schrott fuhr.

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