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Drei Küsschen für die Partnerstadt

Mit Spaß dabei: Mitglieder des deutsch-polnischen Kompetenzteams aus Frankfurt trafen in Nîmes auf Jugendliche, die genauso an einem erweiterten Jugendaustausch interessiert sind.
Mit Spaß dabei: Mitglieder des deutsch-polnischen Kompetenzteams aus Frankfurt trafen in Nîmes auf Jugendliche, die genauso an einem erweiterten Jugendaustausch interessiert sind. © Foto: Winfried Mausolf
Franziska Wegner / 21.03.2013, 12:19 Uhr
Nîmes/Frankfurt (MOZ) Frankfurter und Bürger aus dem französischen Nîmes haben in der vergangenen Woche anlässlich des Jubiläums des Elyséevertrages in Südfrankreich eine französisch-deutsche Woche gefeiert. Auch über die Zukunft des Jugendaustauschs wurde dabei geredet.

Tomasz Ciszewicz ist glücklich. Der Slubicer Bürgermeister ist zusammen mit der Frankfurter Delegation nach Frankreich gekommen, um die Doppelstadt Frankfurt-Slubice zu präsentieren. Dass sowohl die Franzosen als auch die Deutschen Schwierigkeiten haben, seinen Namen korrekt auszusprechen, amüsiert ihn, ein Lächeln huscht jedes Mal über sein Gesicht. Bald schon kennt jeder den Slubicer Bürgermeister und jeder möchte mit ihm ins Gespräch kommen. Vor allem die Ausstellung der Fotografien von Winfried Mausolf, die während der französisch-deutschen Woche eröffnet wurde, bot dafür viele Gelegenheiten. Wie die Zusammenarbeit zwischen den Städten abläuft, zwischen den Verwaltungen, welche Ebenen es noch gibt - die Bürgermeister Ciszewicz und Wilke dürfen viel über ihre Städte berichten. Auf den Bildern wird deutlich: Frankfurt und Slubice leben ihre Partnerschaft.

Zum französischen Nîmes in Südfrankreich pflegt Frankfurt seit 1976 eine Städtepartnerschaft. Jedes Jahr nehmen Jugendliche aus Nîmes am Sommercamp der Partnerstädte im Eurocamp teil. Als Zeitzeugin war daher auch die Leiterin der pewobe Heidemarie Langisch eingeladen. Zusammen mit dem Sonderbeauftragten für internationale Zusammenarbeit, Klaus Baldauf, berichtete sie von der Zusammenarbeit mit der südfranzösischen Stadt. Gemeinsam wurde die Frage erörtert, welche Perspektive es für die Städtepartnerschaften heute noch gibt. "Wir müssen die jungen Leute noch mehr mit einbinden", findet Heidemarie Langisch. Um den Austausch auf diesem Gebiet voranzutreiben, sind vier Mitglieder des deutsch-polnischen Kompetenzteams aus Frankfurt nach Frankreich gekommen.

"Wir haben die Kontakte zu Jugendlichen aus dem Sommercamp, diese wollen wir nun festigen. Die Jugendlichen können selbst die Richtung bestimmen. Sie leben im heutigen Europa, haben die Chance zu reisen und andere Kulturen zu treffen. Das wollen wir intensivieren", erklärt Manuela Demel, Sprecherin des Teams. "Wir wollen sogar noch internationaler werden, und im Sommer eine Begegnung mit Franzosen, Deutschen und Polen machen", sagt Julia. Das Zusammentreffen mit anderen Kulturen, nicht nur im Internet, gefällt ihr sehr - auch in Nîmes. Ein Küsschen mit besten Freunden kennt die Polin beispielsweise, die drei üblichen französischen Küsschen hingegen sind neu für sie. Für Victor Marcoux sind diese normal. Der Franzose war selbst schon in Frankfurt zu Gast und freute sich auf das Wiedersehen mit den Mädchen. Zum Treffen kam er aber nicht allein, er brachte zahlreiche Jugendliche mit, die sich alle engagieren möchten. "Wir wollen ein eigenes Team bilden und dann mit den Deutschen und Polen zusammenarbeiten", beschreibt er seine Idee. Seine Mutter, die sich ebenfalls mit den Vertretern aus Deutschland getroffen hat, unterstützt das sehr.

"Wir können gar nicht genug Kontakte haben", pflichtet Oberbürgermeister Martin Wilke bei. Er nutzt die Gelegenheit am Freitagabend mit Vertretern der Stadtverwaltung Nîmes' zu reden, vor allem mit Bürgermeister Jean-Paul Fournier und der Beigeordneten für Städtepartnerschaft, Marie-France Junanico. Gegenstand der Gespräche war zudem die mögliche Zusammenarbeit zwischen der neugegründeten Universität Nîmes und der Viadrina. Slubices Bürgermeister Tomasz Ciszewicz könnte sich auch gut vorstellen, Kontakte aufzunehmen. Auf Französisch richtete er einige Worte beim Empfang an alle Gäste. Dass seine Aussprache dabei nicht immer perfekt war, zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der Franzosen. Dr. Rüdiger Stephan, Hauptorganisator der Woche in Nîmes, war zufrieden mit den Ergebnissen. "Jetzt schauen wir, was in Frankfurt passiert", sagte er. Dort findet im Juli ebenfalls eine deutsch-französische Woche statt.

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