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Gemeinde beschließt neue Satzung

Windräder mit 1200 Metern Abstand zum Ort

Brigitte Horn / 21.03.2013, 19:30 Uhr
Sydower Fließ (MOZ) Die dritte Änderung des Bebauungsplans für den Windpark Tempelfelde hat ihre letzte Hürde in der Gemeindevertretung genommen. Die Anlagen werden jetzt höher, haben aber einen größeren Abstand zur Wohnbebauung. 1200 Meter hat die Gemeinde ausgehandelt.

Die Windanlagenbetreiberfirma und die Gemeinde Sydower Fließ sind gute Bekannte. Seit 1997 drehen sich deren Windräder auf der Tempelfelder Gemarkung, die bis an Willmersdorf heranreicht. Jetzt sollen auf dem Gebiet größere und bedeutend leistungsfähigere Windräder aufgestellt werden. Mit den Anlagen auf Willmersdorfer Gebiet bilden sie einen der größten Windparks im Barnim.

Waren die bisherigen Windräder 100 Meter hoch, werden die neuen bis zum höchsten Punkt 200 Meter hinauf reichen. Das stellte die Gemeinde jetzt vor die Frage, wie sich das auf die Wohnqualität im Ortsteil Tempelfelde auswirken werde. "Wir haben intensiv mit den Investoren verhandelt und mit Blick auf die größere Höhe auch einen größeren Abstand zur Wohnbebauung erreicht. Er beträgt mindestens 1200 Meter", sagt der amtierende Bürgermeister Klaus-Peter Blanck zufrieden. Ziel sei gewesen, dass sich die Landschaftskulisse nicht ändere. Möglich geworden sei dies nicht zuletzt durch eine angenehme Partnerschaft mit den Betreibern der Anlage Kauen und Haase", erklärt Blanck. Man müsse ja das Interesse beider Seiten berücksichtigen. Auf der einen Seite stehe die "Windernte" und auf der anderen Seite der "Wohlfühlfaktor" für die Gemeinde.

Die Leistung steigt mit den neuen Anlagen ganz enorm. Der Bürgermeister spricht von einer Steigerung um das Sechsfache im Vergleich zu Anlagen aus den 1990er Jahren. Davon stehen 16 im Tempelfelder Windpark. Sie werden aktuell im Rahmen der jetzigen Änderung des Bebauungsplans durch neun neue Anlagen ersetzt. Außerdem sind bereits im Jahr 2005 im Zuge des Repowering, der Fachbegriff für die Installation leistungsstärkerer Anlagen, zwei neue Windkraftanlagen aufgestellt worden. Vor dem Hintergrund habe die Gemeinde im Plan verankert, dass sich die neuen Windräder erst drehen werden, wenn die alten abgebaut sind. "Es soll schließlich kein Windparkfriedhof werden", stellte Klaus-Peter Blanck fest.

Auf der Wunschliste der Gemeinde stand außerdem die Einschränkung der nächtlichen Beleuchtung, auch Befeuerung genannt. Sobald als möglich soll Transpondertechnik eingesetzt werden. Das heißt, dass nur die Windräder an den äußeren Ecken des Windpark ständig befeuert und die übrigen erst auf das Signal vom Flugzeug aus in Betrieb gesetzt werden.

Der geänderte Bebauungsplan lag öffentlich aus. Hinweise von Trägern öffentlicher Belange und von Bürgern sind von der Gemeindevertretung abgewogen und damit teils berücksichtigt, teils als nichtig bewertet worden. Diese Entscheidungen sowie die Satzung zum Plan sind einstimmig beschlossen worden.

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Untertan 22.03.2013 - 17:40:47

Windräder

Uns wurden trotz der Ablehnung durch unseren Gemeinderat voriges Jahr zwei weitere Windräder vor die Nase gestellt, in Hauptwindrichtung vor unserem Ort gelegen, 179 m hoch und 860 bzw. 1.040 m von den ersten Häusern entfernt. Das hat alles seine Richtigkeit, fand das Landesumweltamt.

Windlocke 22.03.2013 - 17:34:18

Ihr geht wohl auf dem Mond spazieren?

Der eigentliche Blödsinn liegt doch nicht beim Abstand. Das man uns darüber, also "Scheinwindenergie", abzockt, ist doch der Punkt, worüber man sich aufregen muß. Wir sind doch in Deutschland schon lange soweit, dass viele Windräder und Solaranlagen auf einen "Scheinverbraucher" den Strom abgeben. Im Netz kommt der Strom schon lange nicht mehr an. Aber alle sollen diesen Strom bezahlen. Doof ist nur eins. Auch die Betreiber von Windrädern und Solaranlagen bezahlen ihren erzeugten Strom selbst. Dümmer geht's immer. Also hat auch diesmal Einstein recht: Dummheit ist unendlich. Macht weiter so Jungs, und streitet euch über die Abstände.

R.Ebeling 22.03.2013 - 16:46:34

größerer Abstande sind eine Mindestforderung

Es gibt aber auch noch bessere Beispiele, z.B. in der Altmark mit 1500m oder England mit 3000m Abstand.Außerdem ist das alles relativ denn man kann auch 250m hohe Anlagen bauen und die Größe eines Windfeldes spielt sicherlich auch eine Rolle.Daher ja auch die Forderung nach höhenabhängigen Abständen. Wenn Sie 20 oder mehr Windräder in nur 1000m vor der Tür haben, na dann gute Nacht Marie.

Wolfgang Neumann 22.03.2013 - 16:43:38

1200 m Abstand zu WKA als Wohlfühlfaktor

Was geht dann da, wenn eine 200 m hohe Anlage nur 1200 m von der Wohnbebauung weg ist? Da wird Freude einziehen im Ort. Diese Anlagen erzeugen Schallausbreitungen, die sich der Bürger noch gar nicht vorstellen kann. Ich klage gegen Anlagen die 1500 m weit weg stehen und 150 m hoch sind. Da werden - mit geeichten Geräten über 2 Monate jeden Tag gemessen und aufgezeichnet - die theoretisch angegebenen Berechnungswerte um 230 % überschritten. Die Tonhaltigkeit noch nicht einmal betrachtet. Diese muss nun auch erfasst werden. Warum diskutieren die Damen und Herren im UK - Unterhaus über die Gesetzesvorlage des Oberhauses, der da z.B. 3000 m MIndestabstandsmaß für Anlagen bis 200 m Höhe vorsieht. Auf Basis von wissenschaftlichen Erkentnissen und Studien. 1.200 m ist ein gefährlicher Schwachsinn und wird die Bürger noch lange beschäftigen. Eine 100 m Anlage kann man niemals mit einer 200 m hohen Anlage vergleichen. Die Höhenwinde werden bei 200 m Höhe in der Nacht zuschlagen und dem Ort den Schlaf rauben. Aber was sagte doch der Bürgermeister dort "Wir haben ein super Verhältnis mit den Betreibern" Logisch, bei so viel Dummheit. Mich würde das persönlcihe Verhältnis des Bürgermeisters zu den WKA- Investoren doch schon mehr interessieren. das ist bestimmt besonders gut.

BI "Hände weg vom Liepnitzwald" 22.03.2013 - 15:58:35

Es geht ja doch !

An diesem Beispiel zeigt sich mal wieder, was Engstirnigkeit und Lobbyismus für Folgen hat und wo Vernunft und Miteinander der Bürger hinführen kann. Das die 1.000m Abstandsgrenze zur Wohnbebauung, die von Lobbyisten der Windradbauer in den Regionalplan hineingedrückt werden sollen, keine tragfähige Lösung und überwindbar sind, dass ist zumindest ein gutes Beispiel der Wahrnehmung der Sorgfaltspflicht der Beteiligten. Es wäre nicht nur wünschenswert, dass dieser Geist die künftige Arbeit des Regionalrates Uckermark-Barnim erfüllt und unsere Forderung auf den 10-fachen Nabenhöhenabstand von Windkraftanlagen bis zu jeder Wohnbebauung zum Standard der Plaung wird, es wäre ein Zeichen vor der Wahl zum Landtag. Wir brauchen gemäß der aktuell intensiv medial beschriebenen Lage keine weiteren Windkraftwerke in Brandenburg. Wir haben eh schon zuviel und sollten es uns zukünftig leisten können, sorgsamer mit der Gesundheit unserer Mitbürger umzugehen!

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