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Die Bildhauerin Margit Schötschel feiert heute ihren 80. Geburtstag

Den Menschen zeigen, wie er ist

Mag zeitlose Studien: Margit Schötschel arbeitete viele Jahre mit behinderten Menschen. Heute begeht sie ihren 80. Geburtstag
Mag zeitlose Studien: Margit Schötschel arbeitete viele Jahre mit behinderten Menschen. Heute begeht sie ihren 80. Geburtstag © Foto: Micha Winkler
Angela Kowalick / 25.03.2013, 23:34 Uhr
Biesenthal (gea) Ein Vater, eine Mutter und ein Kind sitzen auf einer Bank im Bernauer Puschkin-Viertel. Sie bewegen sich nicht. Wären sie nicht aus Bronze gegossen, könnten sie aber genauso gut Bewohner eines der sie umgebenden Wohnhäuser sein. "Ich zeige den Menschen, wie er ist," erklärt Margit Schötschel-Gabriel. Die bekannte Biesenthaler Bildhauerin feiert heute ihren 80. Geburtstag.

Sie selbst sieht sich weniger als Künstlerin, mehr als "Kulturschaffende". Die Tiere und Menschen, die sie plastisch darstellt, geben keinerlei geschichtliche oder politische Zusammenhänge wider. "Das will ich nicht. Ich setze um, was ich sehe - natürlich etwas vereinfacht und geglättet. Aber es sind einfach zeitlose Naturstudien," sagt Margit Schötschel. Ihre realitätsnahen Plastiken befinden sich unter anderem in Bernau, Biesenthal und Berlin. Abstrakte Kunst ist nicht ihr Ding.

Margit Schötschel ist eine bescheidene, pragmatische und gestandene Frau. Am 23. März 1933 wurde sie als Tochter einer Krankenschwester und des Berliner Architekten Johannes Gabriel in Berlin-Weißensee geboren. In der Landwirtschaft erarbeitete sie etwas Geld und Nahrung für sich und die zwei jüngeren Brüder. Praktisch etwas mit den Händen tun, das lag der jungen Margit. Parallel zur Hauswirtschaftslehre und der Ausbildung zur Kindergärtnerin zeichnete und modellierte sie so oft es ging. Von 1954 bis 1960 studierte sie schließlich Bildhauerei.

Vier Jahre später zog sie mit ihrem Mann Friedrich, ebenfalls Bildhauer, nach Biesenthal.

Von 1969 an leitete Margit Schötschel zehn Jahre lang einen Laienzirkel für plastisches Gestalten in Bernau. Ab 1979 arbeitete sie in Lobetal unter anderem mit behinderten Menschen. Aus dem Modellierzirkel für Jugendliche wurde mit den Jahren die "Kreative Werkstatt".

Ihre eigene Schaffenskraft lebte die Bildhauerin weiterhin bei verschiedenen Auftragswerken und eigenen Entwürfen aus. Für Künstler bot die DDR eine viel sicherere Basis als es heutzutage in Deutschland gegeben ist, erklärt Margit Schötschel. Ihr Pfauenbrunnen an der Holzmarktstraße in Berlin-Mitte steht noch heute dort und wird von Anwohnern liebevoll gepflegt.

Margit Schötschel nimmt sich selbst indes nicht so wichtig. So gelassen wie das Leben geht sie auch ihren heutigen 80. Geburtstag an: "Wer kommt, der kommt," bemerkt sie schmunzelnd.

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