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Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau investiert in den nächsten Jahren rund 6,6 Millionen Euro

"Seehaus-Siedlung" wird aufpoliert

Charme der 1950er: Bis auf Dach und Fenster sehen die meisten Gebäude der "Seehaus-Siedlung" nördlich des Klub am See noch so aus wie vor vielen Jahren. Im Mai soll mit der Hüllensanierung des ersten Blocks begonnen werden.
Charme der 1950er: Bis auf Dach und Fenster sehen die meisten Gebäude der "Seehaus-Siedlung" nördlich des Klub am See noch so aus wie vor vielen Jahren. Im Mai soll mit der Hüllensanierung des ersten Blocks begonnen werden. © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 29.03.2013, 20:14 Uhr
Strausberg (MOZ) Die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Aufbau geht in diesem Jahr ihr nächstes Großprojekt an: Im Mai will sie mit der Sanierung im Wohngebiet Wriezener/Nord-/Ringstraße beginnen. Geschätzte Gesamtkosten: 6,6 Millionen Euro. Zeitrahmen: etwa zehn Jahre.

"Meine Vorgänger wollten das schon, als wir 2004 die Häuser erworben haben", erzählt WBG-Vorstand Carsta Göring. Allerdings seien zunächst formulierte Denkmalschutzauflagen für die Genossenschaft aus wirtschaftlichen Gründen "nicht umsetzbar" gewesen. Denn ein Großteil der in den 1950er-Jahren entstandenen "Seehaus-Siedlung", so damals wohl der Arbeitsname, steht unter besonderem Schutz, sollte beispielsweise ausschließlich Innendämmung erhalten.

Eher zufällig stieß die WBG auf eine Lösungsmöglichkeit. Eine Einladung nach Eisenhüttenstadt 2011 brachte den Strausbergern die richtigen Partner. Dort waren ähnliche Bauten saniert worden, ebenfalls von einer Genossenschaft. Aufbau nahm Kontakt zu dem beauftragten Ingenieurbüro auf. "Das passte ganz gut", so Carsta Göring. Ende 2011 waren schon erste Ansätze vorgestellt worden, doch es brauchte noch das gesamte Jahr 2012, bis Denkmalschutzbelange und Wirtschaftlichkeit für die WBG unter einen Hut gebracht waren.

Das Gesamtkonzept sieht laut Carsta Göring nun vor, dass alle Häuser eine Außenwanddämmung erhalten, außer die Gebäude Wriezener Straße 15-17 und 19-21 sowie "eventuell" noch die Wriezener 13 und die Mittelstraße 2. Mit diesen schwierigeren und teureren Objekten wolle man allerdings nicht anfangen, sagt die Vorstandsfrau. Losgehen soll es vielmehr Anfang Mai mit der Ringstraße 2-4 und einen Monat später mit der 6-8. Die Mieter haben bereits Ankündigungsschreiben erhalten. 2014 seien dann die ungeraden Nummern der Nordstraße 3-13 geplant. In den Folgejahren soll es Stück für Stück weitergehen. Insgesamt sind etwa zehn Jahre veranschlagt.

Die Gebäude sollen außen Dämmung erhalten, dazu an der Kellerdecke. Im Dachgeschoss wird noch eine Schicht aufgelegt, damit neueste Werte erreicht werden. Treppenhausfenster und Eingangstüren würden aufgearbeitet. Zudem solle der Keller einen Nässeschutz erhalten. Die Firma Modäne, die das Gros der Arbeiten ausführt, werde zudem die Gesimse so anpassen, das hinterher "alles wieder so aussieht wie jetzt" - bei dem knappen Dachüberstand nicht ganz einfach, wie Carsta Göring bescheinigt. Ähnliches gelte für die Türfassungen - einige sind mit Travertinsäulen versehen.

Die Häuser würden außen einen hellen Putz erhalten. Auf einen Farbton hat man sich nach einer "restauratorischen Befunduntersuchung" geeinigt, die ungefähr zehn Farben zum Vorschein brachte. Der Mietpreis werde jedenfalls nach der Sanierung nicht über 6,25 Euro kalt liegen, Steigerungen würden zum Teil durch geringere Heizkosten ausgeglichen, sagt sie.

Pro Haus wird mit 14 Wochen Bauzeit gerechnet. Wohnungen seien nur Einzelne betroffen, sofern die Fenster noch nicht ausgewechselt wurden. Das werde in dem Zuge mit erledigt.

Der Gesamtkostenumfang ist auf 6,6 Millionen Euro geschätzt, allein 2013 würden 620 000 Euro eingesetzt. Das Gros der Summe kommt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau als Darlehen für "Effizienzhaus" und Denkmal, zu einem sehr günstigen Zins. "Wir sind heilfroh, dass es nun endlich losgehen kann", so Carsta Göring.

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