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Bauausschuss diskutiert Gestaltung der Anlage / Forderung nach einem Gesamtkonzept

Nachdenken über Biesenthals Friedhof

Auf dem Friedhof in Biesenthal: Größere Grabmale für Familiengräber gehören an einigen Stellen mit zum Bild des Friedhofes der Stadt.
Auf dem Friedhof in Biesenthal: Größere Grabmale für Familiengräber gehören an einigen Stellen mit zum Bild des Friedhofes der Stadt. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 03.04.2013, 07:10 Uhr
Biesenthal (MOZ) Mit einer Fläche von 36 000 Quadratmetern verfügt die Stadt Biesenthal über ein großes Friedhofsareal. Wie das Gelände entwickelt werden soll, ob zum Beispiel als Parkfriedhof, hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung diskutiert.

Der Biesenthaler Friedhof liegt am Rande der Stadt, direkt angrenzend an die freie Landschaft. Mit den Jahren ist eine Reihe von Problemen entstanden, die zum Teil auch offensichtlich sind. So machte Ausschussmitglied Anne Schulz (Fraktion Linke/Grüne) auf den desolaten Zustand der Friedhofmauer aufmerksam. Bauwerke an den Grüften seien zum Teil schadhaft, auch Zierelemente abgefallen.

Mit Blick darauf, dass es Abteilungen auf dem Friedhof gibt, in denen nur wenige Gräber vorhanden sind, sollte man ihres Erachtens auch darüber nachdenken, ob es ein Parkfriedhof werden soll oder ob man über eine Verkleinerung der Fläche nachdenken sollte. Eine Lösung würde auch für die zunehmenden anonymen Bestattungen auf der grünen Wiese gebraucht."Die Anlage mit dem Obelisk ist trostlos. Eine Alternative wären Tafeln mit Namen, die jedes Jahr ergänzt werden könnten", schlug sie vor. Der Mensch würde für die Trauer ja auch bestimmte Rituale benötigen.

Die gestalterischen Fragen zeigten sich als die eine Seite. Es gibt aber auf dem Friedhof auch organisatorische Defizite. Die Gräber seien zwar nummeriert, aber einen richtigen Plan, wo man etwa in einer Reihe beispielsweise die Gräber mit den Nummern 20 bis 30 finde gebe es nicht, schilderte Angelika Hummel von der Amtsverwaltung Biesenthal-Barnim die Situation. Wenn jemand von außerhalb nach einem Grab suche, könne die Friedhofsverwaltung keine klare Auskunft erteilen. Um sich etwas zu behelfen, seien Abteilungen eingerichtet worden, so dass man den Suchenden eine gewisse Orientierung geben könne.

Für die Bauausschussmitglieder ergeben sich damit zahlreiche Fragen. Jörg Weprajetzki (SPD-Fraktion) warf die Frage auf, ob man wirklich einen so großen Friedhof benötige. Traude Sandeck (Fraktion Linke/Grüne) empfahl, zunächst eine Bestandsaufnahme zu machen und erst zu handeln, wenn Gefahr im Verzug sei. Der Ausschussvorsitzende Andreas Jahn (Fraktion CDU/BfB/FDP/ProDanewitz) zog als Fazit, dass man überlegen muss, was man überhaupt wolle. Letztlich sei ein Fachmann nötig, der das alles beplant und ausmisst. Auch André Mewis, als sachkundiger Bürger Mitglied im Ausschuss, hielt ein Gesamtkonzept für erforderlich. Anne Schulz befand wiederum, dass man nicht gleich nach einem Planer rufen müsse.

Letztlich einigte man sich darauf, noch keine Entscheidung zu treffen, sondern zunächst das Friedhofsgelände zu besichtigen. Dies musste auf Grund des Schnees, der vieles zudeckt, vor der vergangenen Sitzung des Bauausschusses ausfallen.

Auf dem Biesenthaler Friedhof gibt es pro Jahr zwischen 65 und 75 Bestattungen, informierte Angelika Hummel die Ausschussmitglieder. 2012 waren es mehr. In dem Jahr wurden 101 Beisetzungen gezählt. Dabei würde es immer mehr Beerdigungen auf der grünen Wiese geben. Die Zahl der Einebnung von Gräbern liege jährlich bei 24 bis 28. Hinzu kämen pro Jahr zwei bis drei Umbettungen. Die Einnahmen und Ausgaben belaufen sich auf jeweils 41 000 Euro, darunter fallen rund 30 000 Euro aus dem Friedhofsgebühren.

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