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"Wir müssen uns kümmern"

Engagiert sich seit 2009 auch politisch: der Torhorst-Schüler Marco Eckert.
Engagiert sich seit 2009 auch politisch: der Torhorst-Schüler Marco Eckert. © Foto: MZV/Anja Hamm
Mein Freistil-Jugendredaktion / 03.04.2013, 21:54 Uhr
Oberhavel (MZV) Nachdem der Oberhaveler Kreisschülerrat lange Zeit inaktiv war, soll sich das nun ändern. Sich einmischen und wahrgenommen werden will der neu gewählte Vorstand, zu dem auch der Leegebrucher Marco Eckert gehört.

Bildungspolitik interessiert ihn. So einfach begründet Marco sein Engagement als Schülervertreter. An seiner Schule, der Torhorst-Gesamtschule in Oranienburg, erlebt der 18-Jährige gerade, wie politische Entscheidungen sich direkt auf den Alltag Jugendlicher auswirken: Die Stadt will die Verantwortung für seine Schule ab- und an den Landkreis übergeben.

Marco Eckert beobachtet, wie Stadt und Kreis agieren. Er befürwortet den Trägerwechsel, denn er denkt, dass es der Wettbewerbsfähigkeit der Gesamtschule zugute kommen wird. Der junge Mann mit den kurzen blonden Haaren hat die Themen fest im Blick, die ihn und seine Altersgenossen angehen. Als Vorsitzender des neugewählten Kreisschülerrats will er weitere junge Menschen dafür gewinnen, mitzumischen.

Der Leegebrucher ist ein Mann der Taten. Wenn ihn etwas interessiert, ist er hinterher. So liest er sich mit 14 Jahren zum Beispiel durch die Programme aller Parteien, um die passende für sich zu finden, er knüpft Kontakte, macht Verantwortliche, von denen er sich Antworten auf seine Fragen erhofft, ausfindig. So zum Beispiel die Schulrätin, um die Neuwahl des Kreisschülerrats zu erreichen, auch wenn es bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode nur noch wenige Monate sind.

Seitdem sich Marco politisch engagiert - 2009 trat er dem Leegebrucher Ortsverband der SPD und den Jusos Oberhavels bei -, hätte er noch nie etwas vom Kreisschülerrat mitbekommen, erzählt er. Nun ist er im Vorstand und berichtet, dass nicht einmal eine Einladung zur Sitzung des Bildungsausschusses kam. "Wir Schülersprecher müssen uns kümmern und um Einladung bitten", steckt der 18-Jährige ein Ziel für seine Amtszeit. Es ist nur eines von mehreren. Den Kreisschülerrat will er populärer machen, das sei seine Pflicht als Vorsitzender.

Netzwerken lautet Marcos Idee, um den Rat auf den neuesten Stand zu bringen. Er hat sich vorgenommen, alle weiterführenden Schulen in Oberhavel zu besuchen, mit den Klassensprechern persönlich ins Gespräch zu kommen und nach den Themen zu fragen, die wichtig sind und deren sich das Gremium annehmen kann. Ein großer Plan, der viel Kraft und Zeit benötigt. Deswegen sagt Marco dann auch: "Ich wäre schon mit regelmäßigen Treffen zufrieden."

Drei Themen haben er und seine Vorstandskollegen Josephine Bär vom Oranienburger Runge-Gymnasium und Thomas Ilic von der Jean-Clermont-Oberschule Sachsenhausen, auf die Agenda gesetzt. Die Nachwuchswerbung der Bundeswehr an Oberhaveler Schulen gehört dazu. "Ich habe mitbekommen, dass es darum Konflikte gibt", sagt Marco. Als Elftklässler hat er schon selbst erlebt, "wie die Bundeswehr die negative Seite des Berufs eines Soldaten weglässt." Künftig sollen die Schulleitungen miteinbezogen werden, wenn es um solche Werbeaktionen geht, erklärt der Leegebrucher.

Daneben will der Schülerratvorstand Rechtsextremismus thematisieren. Erst kürzlich haben Neonazis mit ihrer Schulhof-CD-Aktion vor dem Runge-Gymnasium gezeigt, wie gegenwärtig Rechtsextremismus im Schulalltag ist. Auch verweist Marco auf die Aktionen von Pro-Deutschland kürzlich in Oranienburg und Hennigsdorf. Dass SPD und Linke in Oberhavel in ihrem Engagement gegen Rechts gut vernetzt sind, wie er sagt, reicht ihm aber nicht: "Ich will auch privat Zivilcourage zeigen." Um das Thema in Schulen stärker einzubinden, könnte das Mobile Beratungsteam der richtige Ansprechpartner sein.

Etwas zurücklehnen will sich der Leegebrucher nur beim Thema Zentralabitur, das für Proteste sorgte. "Das Thema ist abgehakt", habe ihm der bildungspolitische Sprecher Thomas Günther (SPD) gesagt. "Aber wann taucht es wieder auf?", fragt Marco. Vielleicht schon in der nächsten Legislaturperiode des Kreisschülerrats. Die beginnt im Herbst, und für Marco Eckert steht fest: Er will weitermachen. Oder besser gesagt: richtig loslegen.

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