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24.000 Kubikmeter sollen bis Mitte Juni aus wichtigem Zufluss zur Hauptspree geholt werden

Bagger befreit Spree-Nebenfluss von Eisenschlamm

Ein Bagger befreit am Freitag  in der Nähe von Gross Radden die Wudritz von Schlamm. Die Arbeiten unter der Leitung des Wasser- und Bodenverbands "Oberland Calau" gehören zu mehreren Massnahmen, die den Spreewald vor Verockerung schützen sollen.
Ein Bagger befreit am Freitag in der Nähe von Gross Radden die Wudritz von Schlamm. Die Arbeiten unter der Leitung des Wasser- und Bodenverbands "Oberland Calau" gehören zu mehreren Massnahmen, die den Spreewald vor Verockerung schützen sollen. © Foto: dapd
dapd / 05.04.2013, 15:18 Uhr
Lübbenau (dapd) Die infolge des Lausitzer Braunkohlenbergbaus mit Eisen und Sulfat belastete Spree soll wieder sauberer werden. Bei Lübbenau startete am Freitag die Entschlammung der Wudritz. Das ist ein wichtiger Zufluss zur Hauptspree. Das erste Projekt zum Schutz des Spreewaldes vor der zunehmenden Verockerung durch Eisenhydroxid und Sulfat realisiert der Wasser- und Bodenverband Oberland Calau gemeinsam mit dem Bergbausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

Nach Angaben eines LMBV-Sprechers wird der Bagger bis Mitte Juni den bereits rotbraun gefärbten Nebenfluss Wudritz auf einer Länge von mehr als zwölf Kilometern entschlammen. Bei der Aktion sollen bis zu 24.000 Kubikmeter mit Eisenhydroxid belasteter Klärschlamm abgebaggert werden. Zusätzlich wird den Angaben zufolge ab dem 22. April ein Schwimm-Saugbagger in Ragow eingesetzt.

Neun Millionen zur Abwehr von Bergbau-Späfolgen

Die Entschlammung der Wudritz gehört zum 20-Punkte-Sofort-Katalog der LMBV für eine saubere Spree im nördlichen und südlichen Spreeraum. "Damit wollen wir die gefährliche Eisenfracht noch vor der Hauptspree stoppen", sagte LMBV-Chefingenieur Klaus Zschiedrich. Mithilfe weiterer Projekte solle eine hydraulische Barriere zum Spreewald geschaffen werden. So soll die Wasserreinigungsanlage Vetschau wieder in Betrieb genommen werden. Auch eine veränderte Wasserableitung vom Schlabendorfer zum Lichtenauer See ist geplant.

Für die Gesamtmaßnahmen zur Abwehr der ökologischen Spätfolgen des Braunkohlebergbaus sollen rund neun Millionen Euro aus dem Verwaltungsabkommen für die Braunkohlesanierung eingesetzt werden.

Der hohe Eisen- und Sulfatgehalt der Spree ist eine Folge der Stilllegung von Tagebauen. Vor Jahren brachten die Braunkohlebagger bei abgesenktem Grundwasser die Minerale Pyrit und Markasit ans Tageslicht. Durch den Kontakt mit Sauerstoff zerfielen sie in Eisenhydroxid und Sulfat. Mit dem ansteigenden Grundwasser in der Bergbaufolgelandschaft werden jetzt Eisenhydroxid und Sulfat in die Gewässer gespült.

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