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Strausbergs Stadtverordnete beschließen Konzept und Beitritt zur Erklärung von Barcelona

Verpflichtung zur Barrierefreiheit

Schlussspurt: Arbeiter pflastern den Bahnsteig der Straßenbahnhaltestelle Elisabethstraße. Der hat auch einen Blindenleitstreifen. Die Station ist die Letzte, die für die neuen barrierefreien Flexity-Bahnen umgerüstet wird.
Schlussspurt: Arbeiter pflastern den Bahnsteig der Straßenbahnhaltestelle Elisabethstraße. Der hat auch einen Blindenleitstreifen. Die Station ist die Letzte, die für die neuen barrierefreien Flexity-Bahnen umgerüstet wird. © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 08.04.2013, 20:01 Uhr
Strausberg (MOZ) Die Stadtverordnetenversammlung hat bei ihrer jüngsten Sitzung ein Konzept "barrierefreies Strausberg" mit dazugehörigem Maßnahmekatalog verabschiedet. Zugleich hat sich Strausberg der Erklärung von Barcelona "Die Stadt und die Behinderten" angeschlossen.

Große Diskussionen gab es in der Stadtverordnetenversammlung zu dem Tagesordnungspunkt nicht mehr. Einzig Dieter Kartmann (Linke) hob angesichts von mehr als 5500 Personen mit einem Behinderungsgrad von über 30 Prozent in der Stadt noch einmal die Bedeutung des Themas hervor und regte an, die Vereine um Unterstützung für die Umsetzung der Ziele zu bitten.

Vorerst umfasst der Katalog nur den Themenbereich Öffentlicher Personennahverkehr. Der sei so zu gestalten, dass er von allen Bürgern genutzt werden kann, so die Maxime. Schwerpunkte sind die barrierefreie Gestaltung der Haltestellen, der Fahrzeuge und der Fahrgastinformationen. Blindenleitstreifen zählen zu den Dingen, die relativ kurzfristig - innerhalb von ein bis drei Jahren - angepackt werden sollen. Umbauten für barrierefreies Einsteigen an Bushaltestellen sollen hingegen erst langfristig - in neun bis 16 Jahren - angegangen werden.

Die Arbeitsgruppe, zu der Behindertenbeauftragte und weitere Verwaltungsmitarbeiter, Vertreter von Fraktionen und Behindertenbeirat sowie Bürgermeisterin gehören, will sich bei den verabredeten regelmäßigen Treffen jährlich einen weiteren Bereich vorknöpfen und den Katalog dann darum ergänzen. Als Nächstes folgen öffentliche Einrichtungen und Gebäude, dann öffentlicher Verkehrsraum, barrierefreier Wohnraum und zum Schluss die Themenfelder soziale und gesellschaftliche Teilhabe sowie Öffentlichkeitsarbeit. Ende 2013 soll erstmalig abgerechnet werden, danach jährlich.

Bereits 1995 war in der spanischen Stadt Barcelona die entsprechende Erklärung verabschiedet worden. Darin sind 17 Punkte fixiert, die Kommunen im Sinne von Menschen mit Behinderungen umsetzen wollen. Sie reichen vom Verbreiten von Informationen und Wecken von Verständnis für die Belange von Gehandicapten bis hin zu Aktionsplänen und Vereinheitlichung von Zeichen und Symbolen. Als Strausbergs Stadtverordnete Mitte 2011 den Beschluss fassten, die Lebensqualität behinderter Menschen in der Stadt zu verbessern, und als einen ersten Schritt die Stelle der Behindertenbeauftragten geschaffen haben, war ebenfalls verabredet worden, dass der Beitritt zur Erklärung von Barcelona erst nach Vorliegen von Grundsatzdokumenten erfolgen soll.

In dem Papier wird zugleich darauf verwiesen, dass Barrierefreiheit nicht nur Menschen mit Behinderungen nützt, sondern allen Bürgern - Älteren, Kindern, Eltern mit Kinderwagen, Radfahrer, Menschen mit Verletzungen oder Lernschwierigkeiten ... Zudem werde die Zahl derer, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, in Zukunft deutlich wachsen. Momentan ist rund ein Viertel der 26 000 Einwohner Strausbergs älter als 65 Jahre, und in 20 bis 30 Jahren rechnet man damit, dass es mehr Bürger im Alter zwischen 60 und 80 gibt als in der Altersgruppe zwischen 20 und 40.

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