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CCS-Gefahr sei vorerst gebannt / Letschiner Glockenturm defekt

Mahnwache stellt Treffen ein

Protest-Abschluss: Rolf Ignatz (vorn links) weist auf Volker Konstantin, der die Teilnehmer zum Abschluss der Protestaktion zu einem kleinen Mundharmonikakonzert im Haus Lichtblick einlud.
Protest-Abschluss: Rolf Ignatz (vorn links) weist auf Volker Konstantin, der die Teilnehmer zum Abschluss der Protestaktion zu einem kleinen Mundharmonikakonzert im Haus Lichtblick einlud. © Foto: Johann Müller
Heike Hahn / 09.04.2013, 07:45 Uhr
Letschin (MOZ) "Wir sind jetzt in den Stand-by-Modus gewechselt", sagt Rolf Ignatz von der Initiative Mahnwache Letschin (IML). Stand-by bedeutet, dass man sich immer wieder neu aktivieren kann, sich also nicht aufgelöst hat. Am Sonntag fand die vorerst letzte Zusammenkunft am Glockenturm in Letschin statt, um gegen die CCS-Technologie zu demonstrieren. Für Ignaz kamen überraschend viele Mitstreiter, etwa hundert waren da. Auch waren wieder die Mitglieder der Bürgerinitiative dabei, die das letzte Mal gefehlt haben. "Wir mussten unsere Kräfte aufteilen, weil in der Lausitz ein Sternmarsch gegen CCS stattfand", so Ignaz.

Seit vier Jahren gab es einmal im Monat eine Mahnwache - mal mit mehr, mal mit weniger Resonanz. Doch der Protest in den Dörfern war erfolgreich. Die Energiekonzerne haben von CCS Abstand genommen. Bei der Technologie geht es darum, dass klimaschädliches CO2 in unterirdische Lagerstätten gepresst wird. Die Gegner befürchten, dass die Einlagerung nicht rückgängig zu machen ist und den Boden schädigt. Weitere Risiken sind zudem noch unerforscht. Mario Forner von "Wir im Oderbruch" hielt die Aktiven bei den Mahnwachen auf dem neuesten Stand der Gesetzesentwicklung bezüglich CCS.

"Wir sehen vorerst nicht mehr die Gefahr, dass CCS kommen wird", erklärt Rolf Ignaz. Auch andere Länder wie Polen seien zurückgerudert. Die Ausstellung im Haus Lichtblick in Letschin zieht indessen um. Am 15. April wir sie abgebaut und im Amt Neuhardenberg wieder aufgebaut - "als Dankeschön an alle aktiven Mitstreiter und Künstler", wie die Initiatoren schreiben. Unter musikalischer Begleitung von Volker Konstantin aus Neuhardenberg wurde die Ausstellung in Letschin beendet.

Keine "Musik" kam diesmal vom Kirchturm, dessen Glocken immer zur Mahnwache geläutet wurden. Wie Pfarrer Frank Schneider bestätigt, sei die Anlage defekt. "Was genau kaputt ist, weiß ich nicht, aber Motor und Technik sind nunmal nicht für die Ewigkeit gemacht", sagt er. Vier Wochen seien sie laut Rolf Ignaz bereits außer Betrieb.

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Frau Fuchs 10.04.2013 - 14:38:37

Es ist noch lange nicht vorbei

"Hoffnungsträger CO2-Speicherung Perspektiven einer Brückentechnologie zum Klimaschutz" ist das Thema einer Tagung am 10. und 11. Mai in Berlin Näheres ist hier nachzulesen: http://www.eaberlin.de/programm_detail.php?vstg_id=10000

Susi Sorglos 09.04.2013 - 15:46:17

Wir sehen vorerst nicht mehr die Gefahr, dass CCS kommen wird

oh, da irrt, wer das erzählt. Der EU-Energiekommissar Herr Oettinger arbeitet fleißig an eine Auferstehung von CCS dank der Lobbyarbeit der großen Energiekonzerne und das auch in Deutschland!!!!!!!! Also bitte sehr sehr wachsam bleiben!

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