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Uckermärkische Literaturgesellschaft wird 20 Jahre alt / Festakt im Angermünder Rathaus

Hüter der Sprache und Poesie

Festakt im Rathaus: Vor großem Publikum feierte die Uckermärkische Literaturgesellschaft Angermünde ihr 20-jähriges Bestehen im Ratssaal und würdigte Mitstreiter und Wegbereiter.
Festakt im Rathaus: Vor großem Publikum feierte die Uckermärkische Literaturgesellschaft Angermünde ihr 20-jähriges Bestehen im Ratssaal und würdigte Mitstreiter und Wegbereiter. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Daniela Windolff / 15.04.2013, 15:24 Uhr
Angermünde (MOZ) Die Uckermärkische Literaturgesellschaft gab es schon, als noch vier eigenständige Landkreise um ihren Platz im künftigen Großkreis Uckermark rangelten. Diese Eigenschaft wohnt ihr bis heute inne. Aus dem kulturellen Leben ist sie nicht mehr wegzudenken. Ein Grund, das 20-jährige Bestehen würdig zu feiern.

20 Jahre sind für einen Verein keine lange Zeit. Doch in diesen zwei Jahrzehnten hat sich eine Menge bewegt. Die Wendejahre waren noch von Aufbruch und Orientierungslosigkeit geprägt. Aus vier Altkreisen wurde ein gemeinsamer Großkreis. Menschen suchten einen neuen Platz in der neuen Zeit. All das spiegelt die Uckermärkische Literaturgesellschaft wie kaum ein anderer Verein wider. Nicht nur durch seine eigene Geschichte, sondern auch in den Geschichten, die hier geschrieben, diskutiert und gelesen wurden und werden.

Und so liest sich die Anthologie, die die Uckermärkische Literaturgesellschaft zu ihrem 20. sich selbst und allen Literaturfreunden der Region zum Geschenk machte, wie ein Almanach jüngster uckermärkischer, brandenburgischer und deutscher Geschichte aus ganz persönlicher Sicht. Sie vereint Geschichten und Gedichte von Mitgliedern der Literaturgesellschaft, die von Chancen und Enttäuschungen, Suche und Ankunft, Liebe und Trauer erzählen, von Heimat und Sehnsucht.

Literatur in Brandenburg bewahren und fördern und das Erbe Ehm Welks als Heimatdichter in Angermünde lebendig halten - nicht mehr und nicht weniger hatten sich eine Handvoll schreibender Menschen auf die Fahnen geschrieben, als sie Anfang 1993 die Uckermärkische Literaturgesellschaft in Angermünde gründeten.

Dabei gehen die Wurzeln sogar bis ins Jahr 1991 zurück. In der unruhigen Wendezeit wuchs das Bedürfnis auch nach geistigem Austausch. Wie geht es weiter mit der Literatur? "Damals hatte der Landrat des Kreises Angermünde, Rüdiger Schenk, die Idee, ein Literatursymposium zu veranstalten und sogar einen Literaturpreis auszuschreiben", erinnert Julia Wallentin, Leiterin des Angermünder Ehm Welk- und Heimatmuseums, in der Festveranstaltung an die Anfänge.

1992 fand im Ehm Welk-Literaturmuseum Angermünde ein Workshop zum Thema Heimat statt. Um diese Arbeit fortzuführen, wurde 1993 die Literaturgesellschaft gegründet, dessen erster Vorsitzender der Prenzlauer Journalist Wolfram Otto war. Vorausschauend nannte sich der Verein, der seit jeher seinen Sitz in Angermünde hat, bereits Uckermärkische Literaturgesellschaft, dabei wurde die Kreisfusion erst Monate später vollzogen. Auch Landrat Schenk blieb seinem Versprechen treu, einen Ehm Welk-Literaturpreis zu stiften, der seitdem alle zwei Jahre vom Landrat ausgelobt wird. 1994 fand das zweite Literatursymposium zum Thema "Angekommen? DDR-Literatur in der Bundesrepublik" statt und lockte voller Zündstoff über 40 Autoren aus Ost und West nach Angermünde. Literatur eroberte sich einen Stellenwert und prägt wie Ehm Welk bis heute auch Angermündes Kultur, stellte Bürgermeister Wolfgang Krakow heraus.

Inzwischen zählt die Gesellschaft 45 Mitglieder und es werden ständig mehr. Viele Partner unterstützen und fördern die Arbeit, zum Beispiel das Angermünder Museum, wo der Verein seinen Sitz hat, die Sparkasse Uckermark, das Brandenburgische Literaturkollegium, der Landkulturverein Biesenbrow, die Uckermärkischen Bühnen Schwedt oder das Dominikanerkloster Prenzlau.

Regionalgruppen treffen sich regelmäßig in den vier Uckermarkstädten und zu gemeinsamen überregionalen Veranstaltungen wie Lesungen, Werkstätten und Seminaren, literarischen Spaziergängen und Poesie mit Musik.

Zahlreiche Namen prägten den Verein über die vielen Jahre, zum Beispiel Iris Riesebeck aus Angermünde, die zehn Jahre lang eine überaus rührige Vorsitzende war und die uckermärkische Literatur besonders ideenreich aus den Schreibstuben und Zirkelrunden in die Öffentlichkeit trug , oder Andrea Beutel aus Schwedt, die sich heute vor allem um die Nachwuchsgewinnung bemüht. So gibt es beispielsweise Song- und Lyrikwerkstätten für junge Leute und erstmals zum Jubiläum wurde ein Kinder- und Jugendliteraturpreis ausgerufen.

Welche wichtige Aufgabe der Literatur, dem Lesen und Schreiben heute wieder zukommen, betonte Doris Schulze, Kulturamtsleiterin der Stadt Schwedt. "Es ist auch ein Bündnis für Bildung, das wir in den nächsten Jahren ganz dringend brauchen werden. Dafür müssen auch Schulen als Partner gewonnen werden. Die Literaturgesellschaft ist da auf einem sehr guten Weg."

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