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Dietmar Wischmeyers Brachialhumor begeisterte im Audimax

Dietmar Wischmeyer begeisterte die Havelstädter mit derbem Witz und Scharfzüngigkeit am Wochenende gleich im Doppelpack. Foto: Rißling
Dietmar Wischmeyer begeisterte die Havelstädter mit derbem Witz und Scharfzüngigkeit am Wochenende gleich im Doppelpack. Foto: Rißling © Foto: MZV
Philip Rißling / 15.04.2013, 12:14 Uhr
Brandenburg (MZV) Er ist nicht nur Kopf des legendären "Frühstyxradios" des Radiosenders ffn, sondern zählt auch zu den gefragtesten Gagschreibern deutscher Comedians. Regelmäßig und in mittlerweile guter Tradition hält der sprachgewaltige Autor und Satiriker Dietmar Wischmeyer Deutschland den Spiegel vor und tut dies auf verschiedenste Arten - ob in Buchform, im Radio oder live auf der Bühne. Derzeit ist der 56-Jährige mit seinem Programm "Deutsche Helden" unterwegs - und knöpft sich darin eben jene vermeintlichen Heroen, quer durch alle Gesellschaftsschichten, vor.

Wer sind sie denn, diese vermeintlichen "Helden"? Jene, die im Blitzlichtgewitter stehen, die uns aus Magazinen entgegen lächeln? Natürlich. Sie bekommen ihr Fett weg, ob nun Margot Käßmann, Nina Hagen oder die gesamte Politprominenz dieses Landes. Aber auch der scheinbar ganz normale Bürger von nebenan, spießig und piefig bis in die Haarspitzen, notorische Besserwisser, Vorortbewohner, Wutbürger, gelangweilte Rentner, Baumarktmitarbeiter, Veganer - all diesen vermeintlichen "Helden" hält Wischmeyer schonungslos den Spiegel vor. Einfach alles, was seiner Meinung nach mit dem Attribut "bekloppt" treffend beschrieben ist, wird dabei in derber Sprache durch den Kakao gezogen.

So auch im Audimax der Fachhochschule. Da die Samstagabendveranstaltung schnell bis auf den letzten Platz belegt war, trat Wischmeyer am Sonntag erneut auf die, diesmal allerdings nicht ganz ausverkaufte, Bühne. Der große Zuspruch für den kompromisslosen Haudrauf-Misanthropen verwundert ein wenig - saßen all jene, die er knapp zweieinhalb Stunden lang aufs Heftigste attackierte, mit Sicherheit unter den zahlreich erschienen Gästen.

Die Show des selbst ernannten Berichterstatters aus dem "Land der Bekloppten und Bescheuerten" ist dabei absolut nichts für Zartbesaitete. Wischmeyer ist angetreten, um mit allem ins Gericht zu gehen, das für ihn verabscheuungswürdig ist. Er bedient sich dabei einer zumeist äußerst vulgären Sprache, die vor Zynismus und Negativität nur so strotzt. Das alles wird - typisch norddeutsch - natürlich staubtrocken serviert.

Schnell wird deutlich: Wischmeyer will seine "Opfer" hart treffen - eingefleischte Fans lieben ihn dafür. So kramt er "typisch deutsche" Stereotypen hervor, zerpflückt diese bis in ihre Einzelteile und überzeichnet dabei bis ins Absurde.

Das funktionierte im Audimax, wie schon in den bekannten und kurzen Kolumnen im Radio, prächtig - das Publikum johlte ob des beißenden Zynismus und verbaler Frontalangriffe auf alles und jeden unentwegt.

Die löblichen 135 Minuten, die Wischmeyer das Publikum in Brandenburg mit seinen Tiraden auf Trab hielt, honorierten die Brandenburger dann auch mit langanhaltendem Applaus - bevor sie sich auf den Weg zurück in ihren Vorort machten.

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