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Gerda Tews feiert ihren 100. Geburtstag in Biesenthal

Gar nicht ans Alter gedacht

Anstoßen auf ein ganzes Jahrhundert: Gerda Tews (vorn links) feierte den 100. Geburtstag. Schwägerin Gerda Jahn (r.) begeht in wenigen Monaten das gleiche Jubiläum.
Anstoßen auf ein ganzes Jahrhundert: Gerda Tews (vorn links) feierte den 100. Geburtstag. Schwägerin Gerda Jahn (r.) begeht in wenigen Monaten das gleiche Jubiläum. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Marc Schütz / 18.04.2013, 20:09 Uhr
Biesenthal (MOZ) Gerda Tews sagt, um ihr Leben zu beschreiben, bräuchte man eigentlich "einen ganzen Roman." Tatsächlich hat die Rentnerin eine Menge erlebt. Gestern ist sie 100 Jahre alt geworden.

In der Seniorenresidenz am Wukensee in Biesenthal steht eine große gelbe 100 auf dem Tisch. Daneben jede Menge Blumen, Kuchen und Kaffeekannen. Für den Präsentkorb, den Bürgermeister André Stahl (Linke) vorbeigebracht hat, ist gar kein Platz mehr zwischen dem ganzen Geburtstagsbuffet. Er wünscht ihr trotzdem alles Gute: "Feiern Sie schön". Das tut Gerda Tews. Auch wenn sie gesteht: "Ich bin ein bisschen aufgeregt".

Das Sprechen fällt ihr trotz der lauten Musik nicht schwer. "Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling", singt der Discjockey, während Gerda Tews aus ihrem Leben erzählt: "Krieg hat jeder erlebt", sagt sie, als wäre das, was sie in Kindheit und Jugend mitmachen musste, ganz normal. Zwei Weltkriege liegen hinter ihr. Irgendwie hat sie sich immer über Wasser halten können. Vor allem wegen ihrer Flexibilität. "Von der Reinemach- bis zur Kauffrau habe ich schon alles gemacht", sagt sie.

Und durch gute Freunde: "Die haben sich bei mir immer sauwohl gefühlt." Nicht selten hat die Neuköllnerin ganze Gesellschaften aus ihrem Mietshaus in ihrer Wohnung bekocht. Den Umzug nach Biesenthal, wo sie heute zuhause ist, hat Gerda Tews nicht bereut. Seit 2006 wohnt sie jetzt zwischen Wald und Wukensee. "Als wir noch Berliner waren, bin ich mit meinem Mann jede freie Minute ins Grüne gefahren." Eine Unterbringung in der Hauptstadt kam deshalb für sie nicht in Frage.

Nicht alle Freunde, die früher bei ihr vorbeischauten, haben heute Platz an der Gerburtstagstafel. Aber sie haben Briefe geschrieben, die noch halb geöffnet auf dem Tisch liegen. Auch ein Schreiben des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) ist dabei. Er sendet seine besten Grüße per Post aus Potsdam. Ganz so wichtig ist das Gerda Tews nicht, die ihr Geheimnis, hundert Jahre alt zu werden, eher beiläufig preisgibt: "Ich habe lange Zeit gar nicht an mein Alter gedacht."

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