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Bewaffnete besetzen Tankstelle kurz hinter der polnischen Grenze

Schwerbewaffnete und vermummte Männer halten die Tankstelle im polnischen Krajnik Dolny besetzt, die jeden Tag auch von vielen Brandenburger angefahren wird.
Schwerbewaffnete und vermummte Männer halten die Tankstelle im polnischen Krajnik Dolny besetzt, die jeden Tag auch von vielen Brandenburger angefahren wird. © Foto: Stefan Csevi
MOZ / 21.04.2013, 20:02 Uhr - Aktualisiert 23.04.2013, 15:54
Krajnik Dolny (MOZ) 20 vermummte und mit Gewehren bewaffnete Männer haben am Sonntag eine Setpol-Tankstelle zwei Kilometer hinter der deutsch-polnischen Grenze bei Schwedt besetzt. Hintergrund ist ein Streit zweier Firmen um die Tankstelle.

Die Männer, die gegen 2 Uhr am Sonntagmorgen mit mehreren Autos auf das Tankstellengelände kamen, trugen Sturmhauben, schusssichere Westen und hatten Gewehre. Die Mitarbeiter glaubten zuerst an einen Überfall.

Die Männer besetzten nach Angaben von Augenzeugen ohne viele Worte die Tankstelle, blockierten die Einfahrten mit Autos und zogen ein Absperrband um das Gelände. Die Mitarbeiter ließen sie gehen. Am Morgen danach kehren diese jedoch wieder zurück zu ihrem Arbeitsplatz. Dabei es soll zu Handgreiflichkeiten gekommen sein.

Einheiten der polnischen Polizei rückten am Vormittag an, ebenso mit schusssicheren Westen. Sie griffen jedoch nicht ein, sondern wollten, so sagten sie, durch ihre Präsenz dafür sorgen, "dass die Situation nicht eskaliert". Am Nachmittag zogen sie sich in die Umgebung zurück, während die bewaffneten und vermummten Männer weiterhin die Tankstelle besetzt hielten. Bei ihnen soll es sich nach polnischen Angaben um Personal einer Sicherheitsfirma handeln, vermutlich engagiert von der Firma Apexim.

20 schwerbewaffnete und vermummte Männer besetzten in der Nacht die Tankstelle. Mit ihren Fahrzeugen blockierten sie die Zufahrten. Später brachte man in Erfahrung, das die Vermummten Mitarbeiter einer großen polnischen Sicherheitsfirma sind, die im Auftrag der Firma Apexim handelten.
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Besetzung einer Tankstelle in Polen

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Die Setpol-Station wird jeden Tag von vielen Brandenburgern angefahren. Sie ist in dieser Gegend die erste Tankmöglichkeit hinter der deutsch-polnischen Grenze.

Hintergrund des bewaffneten Einsatzes ist dem Vernehmen nach ein seit Jahren währender Streit um die Tankstelle. Der Kraftstoffhändler Apexim, der nach eigenen Angaben 14 Tankstellen betreibt, hatte im Sommer vergangenen Jahres das Grundstück der Tankstelle in Krajnik Dolny für 22 Millionen Zloty (5,4 Millionen Euro) von der Gemeinde Chojna gekauft. Apexim überbot damit den jetzigen Mieter Stefan Tarnowski mit seiner Firma Setpol, der ein Vorkaufsrecht hatte, um das Doppelte. Tarnowski versuchte, gegen den Kauf durch Apexim vorzugehen, unterlag jedoch.

Mit seinen Anwälten kam er am Vormittag ins Büro der Tankstelle und versuchte mit Vertretern von Apexim zu verhandeln, was jedoch ohne Ergebnis blieb. "Ich bin geschockt über diese nicht legale Aktion von Apexim", sagte Stefan Tarnowski dieser Zeitung. "Wir haben einen Pachtvertrag bis 2015. Wir werden den Geschäftsbetrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen." Er möchte nun seinerseits eine Sicherheitsfirma engagieren, um die Tankstelle wieder öffnen zu können.

Seine Mitarbeiter versuchten unterdessen, einen der Wachleute am Verlassen des Geländes zu hindern. Er soll versucht haben, Unterlagen von Setpol zu entwenden.

Die Tankstelle ist ein lukratives Geschäft. Wie die "Gazeta Chojenska" berichtet, soll sie durch die vielen Deutschen, die dort tanken, rund 1,4 Millionen Zloty (341 000 Euro) Nettogewinn pro Jahr einbringen.

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Weltsozialamt 22.04.2013 - 12:22:50

Nicht schlecht die Idee mit der Polizeireform.

Wer sein Hab und Gut dennoch geschützt sehen möchte und das nötige Kleingeld besitzt: hier die Kontaktdaten zu Blackwater oder heute "Academy". http://academi.com/pages/about-us/contact-us/general

Weltsozialamt 21.04.2013 - 22:53:26

Wild-Ost würde man meinen ...

ja da geht es ab, hinter der Grenze. Sieht so die Zukunft der EU aus ?

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