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Deutsche und polnische IHK unterstützen Brückenwunsch

Die deutsch-polnische Grenzregion fordert seit langem einen Oderübergang für Lkw.
Die deutsch-polnische Grenzregion fordert seit langem einen Oderübergang für Lkw. © Foto: MOZ
Ulf Grieger / 23.04.2013, 19:58 Uhr - Aktualisiert 23.04.2013, 20:13
Kostrzyn/Küstrin (MOZ) Mit sehr schlechten Noten haben die Vertreter der IHK Ostbrandenburg, der Kommunen der Grenzregion und der Westlichen Industrie- und Handelskammer die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Küstriner Bereich bewertet. Die polnische Grenzstadt war am Dienstag Gastgeberin einer Deutsch-polnischen Wirtschaftskonferenz. "Wir benötigen endlich Planungssicherheit", wandte sich Küstrins Bürgermeister Dr. Andrzej Kunt an die politisch Verantwortlichen in Berlin und Warschau. Seit Jahren behindere der fehlende Übergang für den Gütergrenzverkehr die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Um den Güterverkehr aus der Kleinstadt herauszunehmen, fordere Küstrin seit vielen Jahren den Bau einer neuen Grenzbrücke nördlich der Stadt. Die bestehende ist marode. Durch einen Wechsel der Verantwortlichkeiten liegt die Zuständigkeit für die Küstriner Brücke seit der Erneuerung der Stadtbrücke Frankfurt auf polnischer Seite. "Es ist an der Zeit, Brücken zu bauen", so Kunt.

Unterstützt wird diese Forderung von der IHK Ostbrandenburg, wie Geschäftsführer Gundolf Schülke betonte. Die Kammer habe sich stets dafür ausgesprochen, dass zwischen Schwedt und Frankfurt ein Übergang für Lkw geschaffen werden müsse. Jetzt arbeite man daran, dies in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufnehmen zu lassen. "Es liegt doch auch in deutschem Interesse, wenn Erntemaschinen nicht den Umweg über Schwedt nehmen müssen. Frank Wruck, Vizepräsident der IHK Ostbrandenburg und Geschäftsführer der Barnimer Busgesellschaft, machte die zunehmende Bedeutung des Handels mit Polen deutlich. Auf Grund der Infrastruktur entfalten sich aber viele Unternehmen nur in einem Halbkreis an der Grenze. Die fehlende Anbindung der B1 an das polnische Verkehrsnetz in Küstrin sei inakzeptabel. Nicht zufrieden könne man auch mit den Bahnverbindungen sein. So fehle in Berlin die Verlängerung der Ostbahn bis Ostkreuz, gebe es noch das Nadelöhr in Strausberg, wo sich Regionalbahn und S-Bahn ein Gleis teilen.

Diese Fragen waren auch Thema bei der VBB-Regionalkonferenz, die zeitgleich im benachbarten Seelow stattfand. Dort wurde bereits über den Planungsstand des Ausbaus der Ostbahnstrecke, einschließlich der Beseitigung des Nadelöhrs Strausberg informiert.

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courage 25.04.2013 - 09:43:52

B1, B5, B168 ....

Die Bundesstraßen werden immer voller und vor allem lauter (zunehmender LKW-Verkehr durch Massentierhaltung, leere LKW mit zig Anhängern, extra laute Motorräder...). Warum werden nicht viel häufiger Maßnahmen, wie z.B. Geschwindigkeitskontrollen sowie Lautstärkenmessungen durchgeführt? Stattdessen werden die Anwohner im Stich gelassen. Mittlerweile sind das Dröhnen, Aufkreischen der Motoren mehrere hundert Meter bis einige Kilometer zu hören - Dies betrifft also nicht nur direkte Anwohner, die an den Bundesstraßen leben müssen, sondern viele weitere mehr. Es kann und darf auch nicht sein, dass die Betroffenen als Meckerköpfe, Spießer usw. hingestellt bzw. bewusst ausgegrenzt werden. Diese Betroffenheit muss endlich seitens der Politik wahrgenommen werden. Es ist bereits seit längerem bekannt, dass Lärm krank macht. Sicherlich hat unser Landrat viel zu tun - Doch auch diese Problematik ist nicht zu unterschätzen und müsste ernster genommen werden. Schöner Nebeneffekt: Durch die o.g. Kontrollen fließt schließlich ordentlich Geld in die Kasse.

midi 25.04.2013 - 07:46:38

wen interessiert denn Lebensqualität der Bürger?

..wer fragt denn danach? Wir wohnen an der B5, einer mautfreien Abkürzung zur Autobahn bei Vogelsdorf und Rennstrecke der polnischen LKW Mautpreller vom Terminal in FF. 24 Stunden Heulen der Reifen und Jaulen der Motoren. Nur Sonntags ist bis 22.00 Uhr Ruhe. Aber tagsüber rasen jetzt die Motorradfahrer an Sonn und Feiertagen durch die Orte. Was hilft? Sperrung der B5 für den Durchgangsverkehr von 40-tonnern, durch den Landrat. So geschehen in Lüneburg und in Hessen. Mauterhebung wäre kontraproduktiv, da es dann legal wäre die kürzere Strecke über die Bundesstraße zu nehmen. Ansonsten Aufruf zu Blockaden, Plakate auch oder gerade in Polnisch und Facebook als Blog und um Massen zu bewegen.

Manschnower`in 24.04.2013 - 06:57:50

Lebensqualität

Es geht um die Lebensqualität der Anwohner der B1. Wo bleibt diese? Ich kann als IHK nicht die Lebensqualität der Bewohner einer Ortschaft verbessern und dadurch die Lebensqualität anderer Anwohner der B1 massiv verschlechtern. Schön, wäre es wenn sich die MOZ ein Bild bei den BürgerInnen Vor – Ort macht und mit diesen spricht. Sprechen Sie in in Manschnow, Diedersdorf etc. mit den Anwohnern der B1, wie diese ihre Lebensqualität jetzt empfinden und was diese von den Plänen der sogenannten Wirtschaft halten und sich wünschen!!!

eddi 24.04.2013 - 06:42:34

Wie meint der Herr Schülke das wohl?

"Es liegt doch auch in deutschem Interesse, wenn Erntemaschinen nicht den Umweg über Schwedt nehmen müssen." Meint er vielleicht, dass das Schaffen eines weiteren Schlupfloches zur Verbringung gestohlener Landtechnik in deutschem Interesse liegen sollte? Sind denn nun alle völlig verrückt geworden?

Manschnower 23.04.2013 - 20:38:12

Diese Erkenntnis ist doch nicht neu!

Diese Erkenntnis ist doch nicht neu! Seit vielen, vielen Jahren wird davon gesprochen, dass die B1 erweitert werden soll. Im Bundesverkehrsministerium liegen entsprechende Pläne vor. Passieren tut leider nichts und so erden wir in 5, 10 oder 15 Jahren wieder zu dieser Erkenntnis kommen und diese als „neu“ definieren. Interessant ist es natürlich, dass man den Verkehr durch Manschnow durchleiten möchte. Wer z. B. in Manschnow an der B1 wohnt, kann heute schon darüber klagen, dass auf Grund des Güterverkehrs nach Polen, die Straße kaum zu überqueren ist, man mit dem PKW etc. kaum vom Grundstück runter kommt. Dabei ist die alte Brücke lediglich bis 7,5 Tonnen zugelassen, ob sich jemand daran hält??? Kontrollen scheinen aber scheinbar keine statt zu finden und so haben die Anwohner den Eindruck im gesetzlosen Raum zu wohnen. Interessant ist auch, dass es die polnische Seite scheinbar nicht interessiert, wie die Bewohner von Manschnow mit dem Verkehr zukünftig umgehen, die Hauptsache ist, dass auf polnischer Seite die Stadt ruhiger wird. Herr Schülke, ziehen Sie 14 Tage an die B1 nach Manschnow. Ich glaube sie halten ihre forderung danach nicht mehr aufrecht.

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