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Eisenhüttenstadt: Fünftklässler der Erich-Weinert-Grundschule übernehmen am Zukunftstag den Geschäftsbetrieb

Schüler führen Heckmann Stahl

Mit vereinten Kräften: Facharbeiter Aimé Tänzel (l.) und die Schülerinnen Lea Marie Schulz und Milena Pöthke arbeiten bei der Heckmann Stahl- und Metallbau Ost GmbH gemeinsam an der Transportsicherung eines Düsenbalkens.
Mit vereinten Kräften: Facharbeiter Aimé Tänzel (l.) und die Schülerinnen Lea Marie Schulz und Milena Pöthke arbeiten bei der Heckmann Stahl- und Metallbau Ost GmbH gemeinsam an der Transportsicherung eines Düsenbalkens. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Frank Groneberg / 25.04.2013, 21:10 Uhr - Aktualisiert 26.04.2013, 17:49
Eisenhüttenstadt (MOZ) Acht Unternehmen haben sich am Donnerstag in Eisenhüttenstadt am Zukunftstag für Mädchen und Jungen beteiligt. Schüler konnten Betriebe und Berufe näher kennenlernen. Bei der Heckmann Stahl GmbH übernahmen Grundschüler den kompletten Geschäftsbetrieb.

Nicht Eberhard Kirsch, sondern Oskar Ueberschär ist am Donnerstag der Chef bei der Heckmann Stahl- und Metallbau Ost GmbH in Eisenhüttenstadt. Zumindest für ein paar Stunden. Der Elfjährige leitet vom Geschäftsführersessel aus Einkäufe und Bestellungen, gibt Produktionsanweisungen und überwacht den Betrieb. "Ich habe Vergabegespräche geführt, Material bestellt, am Chefcomputer Angebote geschrieben", zählt er stolz auf. Und sein Amtsvorgänger/-nachfolger ergänzt lobend: "Oskar hat sogar allein mit Thyssen telefoniert und die aktuelle Bestellung abgefragt."

Von seinen Klassenkameraden aus der 5b der Erich-Weinert-Grundschule ist Oskar im WAT-Unterricht zum Geschäftsführer gewählt worden. Seine Wähler übernehmen bei Heckmann die anderen Funktionen: in der Buchhaltung, beim Schweißen, in der Schlosserei, in den Fertigungsbereichen. Seit vier Jahren lädt Eberhard Kirsch mehrmals jährlich Grundschulklassen, meist die 6. Klassen, dazu ein, einen Tag lang sein Unternehmen kennenzulernen.Er möchte die Schüler für die Arbeit im Stahlbau interessieren, hofft, dass der eine oder andere später als Lehrling wiederkommt.

Zehn Lehrlinge werden derzeit zum Metallbauer ausgebildet, drei kommen ab September neu dazu. "Wir bilden sie aus, um sie danach zu übernehmen", betont der Geschäftsführer. Von 58 einstigen Lehrlingen seien 52 nach wie vor im Betrieb tätig. "Auch deshalb haben wir einen sehr niedrigen Altersdurchschnitt", erklärt er. Dieser betrage derzeit 38,1 Jahre - der 72 Jahre alte Hauselektriker, der noch stundenweise arbeitet, eingerechnet. Tendenz: sinkend.

"So ein Zukunftstag ist bei uns nur möglich, weil die gesamte Belegschaft mitzieht", erläutert Eberhard Kirsch. Denn die Schüler seien in allen Abteilungen tätig, "und der normale Produktionsprozess wird dabei nicht unterbrochen". Und so betätigen sich die Fünftklässler am Donnerstag auch als Schweißer. So wie Francis Ganthur, der ganz begeistert schwärmt: "Das war cool! Ich könnte mir vorstellen, das später als Arbeit zu machen." Oder wie Justin Gelhaar, der von einer "tollen Erfahrung" spricht. "Ich hatte einen Schweißerschutzhelm auf mit einer Maske drin, die wurde schwarz, sobald es zündete", sagt er. Und: "Ich würde später gern Metallbauer werden."

Begeistert ist auch Niklas Kliger, der an der Plasmaschneideanlage nicht nur eine Hausnummer zum Mitnehmen schneidet, sondern auch "was Wichtiges für die Produktion". Und Lea Maria Schulz baut sogar Teile für einen Abfalltrockner zusammen.

Am Schluss nehmen alle einen Metallelefanten mit - ein echtes Heckmann-Souvenir. Und sie sind stolz darauf, heute wie die Großen gearbeitet zu haben.

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