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Am Freitagabend Premiere der Oper "Weiße Rose" von Udo Zimmermann

Widerstand im Theater

Szenen für zwei Sänger: Erwin Belakowitsch (Hans Scholl) und Nora Lentner (Sophie Scholl) übernehmen den Hauptpart in der "Weißen Rose".
Szenen für zwei Sänger: Erwin Belakowitsch (Hans Scholl) und Nora Lentner (Sophie Scholl) übernehmen den Hauptpart in der "Weißen Rose". © Foto: Sören Tetzlaff
Jens Sell / 25.04.2013, 22:00 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Mit der Oper "Weiße Rose" spricht der Verein Wanderoper Brandenburg besonders junge Zuschauergruppen an. Der antifaschistische Widerstand der Geschwister Scholl und ihr tragisches Ende bilden das Thema dieser Kammeroper.

Nora Lentner, die der Sophie Scholl Stimme und Gestalt gibt, ist dem Freienwalder Theaterpublikum schon von der Hauptrolle im allerersten Stück der Wanderoper Brandenburg, der Märchenoper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck, bekannt. Diesmal also in einer völlig anderen Rolle, aber wiederum besonders interessant für ein junges Publikum. Intendant Arnold Schrem freut sich, dass aus dem Freienwalder Bertolt-Brecht-Gymnasium und der Erna-und-Kurt-Kretschmann-Oberschule schon für die Premiere am Freitagabend (19 Uhr im Kurtheater) Bestellungen vorliegen. "Wir freuen uns aber auch über spontane Besucher unserer Premiere", betonte er im Vorgespräch. Schrem selbst hat die Inszenierung der "Szenen für zwei Sänger und 15 Instrumentalisten", wie sie schon Komponist Udo Zimmermann kammermusikalisch einordnete, besorgt. Es sei eine kleine Oper für eine kleine Darstellerzahl und eine kleine musikalische Besetzung, betont der Intendant. "Etwas, was unseren Mitteln und Möglichkeiten entspricht."

Die Instrumentation übernahm Bernd Wefelmeyer, der bereits mehrmals bei Aufführungen der Wanderoper dirigierte. Die musikalische Leitung hat diesmal Peter Aderhold. Die Ausstattung des Stücks verantwortet Elke Eckardt, für die Maske ist Carolin Spill zuständig. Beleuchtung und Ton liegen in den Händen von Eric Hübner.

An der Seite von Nora Lentner agiert als ihr Bruder Hans Scholl der junge Erwin Belakowitsch. Der Bariton war Solist bei den Wiener Sängerknaben und studierte Gesang bei Professor Ralf Döring sowie Lied und Oratorium bei Kammersänger Robert Holl an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Die 1986 in Hamburg uraufgeführte Kammeroper Weiße Rose nach Texten von Wolfgang Willaschek thematisiert die letzten Stunden der Geschwister Hans und Sophie Scholl vor ihrer Hinrichtung auf der Grundlage von Brief- und Tagebuchaufzeichnungen. Sie begegnen ihrer Todesangst und Fragen, Zweifeln und Hoffnungen, bis beide vor der Enthauptung ihr Schicksal und den Tod akzeptieren aus der Überzeugung heraus, für immer ein Zeichen setzen zu müssen.

"Ich denke, dass wir in unserer schnelllebigen und bunten Zeit unseren Jugendlichen solche Kunsterlebnisse zum Innehalten und Nachdenken über Menschlichkeit in den dunklen Jahren deutscher Geschichte anbieten müssen", sagt Arnold Schrem. Er hat deshalb auch erfolgreich bei der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung und beim Landespräventionsrat Brandenburg Unterstützung eingeworben. Unter den Förderern sind auch das Bildungs- und das Kulturministerium, die brandenburgischen Sparkassen und die Investitionsbank des Landes Brandenburg. "Ohne den Zuschuss der Stadt Bad Freienwalde jedoch könnten wir den Eigenanteil an mancher Förderung nicht aufbringen", sagt er dankbar.

Um die Wirkung des Stücks möglichst vielen jungen und erwachsenen Menschen zukommen lassen zu können, bietet er seine Aufführung auch anderenorts im Lande an - eine Wanderoper Brandenburg eben.

Premiere Freitag, 19 Uhr, Kurtheater Bad Freienwalde, Gesundbrunnenstraße 12. Informationen und Nachfragen unter www.wanderoper.de

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