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Heiße Diskussion um Moorsanierung

Jörg Hanisch / 27.11.2009, 08:00 Uhr
Müllrose Jens Thormann vom Landesumweltamt berichtete vor dem Amtsausschuss Schlaubetal über die vorgesehene Moorrevitalisierung in der Region. Als Ausgleichsmaßnahme zur Oderdeichsanierung gibt es seitens des Landesumweltamtes seit längerem Überlegungen, Moore in der Schlauberegion zu revitalisieren. "Dabei geht es vor allem um die Stabilisierung des Wasserhaushaltes. Von 29 Gebieten mit einer Gesamtfläche von 100 Hektar, die wir im Randbereich des Schlaubetales geprüft haben, sind sechs geeignete Gebiete ausgewählt worden. Das erfolgte vor allem in Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung, dem Wasser- und Bodenverband und dem Amt für Forstwirtschaft in Müllrose", so Thormann. 56 Hektar Moorlandschaft wurden für die Sanierung festgelegt.

In den Gemarkungen Schernsdorf und Dammendorf sind das die Kesselwiesen (8,9 Hektar), das Wellelauch (9), der Lange Lauch (7,2), das Teufelslauch (5), das Ragower Moor (2,5) und das Belenzlauch (9,5). Hinzu kommen noch potenzielle Einzugsflächen von 6,45 Hektar. Konkret sind der Rückbau der Entwässerungssysteme im Moor, eine Flachabtorfung (die Torfschichten betragen zwischen drei und 13 Metern), die Anhebung des Wasserstandes durch Stützschwellen am Moorrand, Pflegemaßnahmen zur Verdrängung von Gehölzaufwuchs und die Herstellung gehölzfeindlicher Bedingungen im Zentrum der Moore geplant. Der Wasserstand soll so bis zu 40 Zentimeter angehoben werden. Das ergäbe dann auch wieder Lebensraum für Krüppelkiefern, Orchideen und andere moortypische Gewächse, so Thormann.

Noch nicht geklärt ist der Landkauf. Der Landschaftspflegeverband Schlaubetal wolle den Flächenverkauf und die angebotenen Ausgleichsflächen nicht akzeptieren. Auch Baldur Börner, Besitzer der Ragower Mühle, meldete Bedenken hinsichtlich der Nützlichkeit der Aktion an und bemängelte, dass mit Betroffenen nicht direkt in Kontakt getreten würde. Doch das widerlegte der Redner mit den entsprechenden Schreiben. Zudem erhob Frank Gürtler, Betreiber der Fischzuchtteiche an der Kieselwitzer Mühle, Einspruch. Er sieht seine Fischzucht gefährdet, wenn aus den Moorregionen nicht mehr genügend Wasser in die Teiche fließe. Dem widersprach Thormann sehr energisch und bemerkte, dass das meiste Wasser in den Teichen aus der Schlaube käme und diese von den gesamten Maßnahmen nicht betroffen sei.

Trotz weiterer Wortmeldungen brach Ausschussvorsitzender Wolfgang Beitsch schließlich die Diskussion ab, da die Zeit fortgeschritten war. Auf der Amtsausschusssitzung ging es im öffentlichen Teil außer um das Thema Moor auch um Informationen und Vorlagen von Amtsdirektorin Ilka Matuschke, die u. a. eine neue Geschäftsordnung, die Jahresrechnung 2008 und die Entlastung des Amtsdirektors, die Beratung über die Haushaltssatzung sowie Änderungen zum Flächennutzungsplan in Mixdorf beinhalteten.

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