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Hangelsberger Schüler und Lehrer feierten Namensgebung im Bürgerhaus / Jüdische Pädagogin starb im KZ

Hangelsberger Campus nach Clara Grunwald benannt

Kleiner Geschichtsexkurs: In der Feierstunde zur Namensvergebung für den Montessori Campus Hangelsberg haben die Grundschüler aus dem Leben und vom Wirken Clara Grunwalds erzählt
Kleiner Geschichtsexkurs: In der Feierstunde zur Namensvergebung für den Montessori Campus Hangelsberg haben die Grundschüler aus dem Leben und vom Wirken Clara Grunwalds erzählt © Foto: MOZ
Anke Beißer / 04.05.2013, 07:42 Uhr
Hangelsberg (MOZ) Es ging sehr feierlich zu, am Freitagvormittag im Hangelsberger Bürgerhaus. Schmuck gekleidete Schüler geleiteten die Gäste zu ihren Plätzen. Jeder bekam ein Perlenband zur Erinnerung. Auf der Bühne stand das Porträt einer freundlich dreinschauenden Frau - Clara Grunwald. Sie ist ab sofort die Namenspatronin für den Montessori Campus.

Für die Hangelsberger Bildungseinrichtungen des Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrums ist 2013 ein ganz besonderes Jahr. Seit zehn Jahren hat die Montessori-Pädagogik hier ein Zuhause. Was als zarte Pflanze 2003 mit einer Eltern-Initiativ-Grundschule begann, ist zu einem stabilen Gebilde geworden - bestehend aus besagter Grundschule, Kinderhaus (seit 2005) sowie Oberschule (seit 2008). 350 Heranwachsende verbringen ihren Alltag in den Domizilen an der Großen Waldstraße und der Hauptstraße. 75 Erwachsene stehen für sie in Lohn und Brot. Nun hat der Campus einen Namen - Clara Grunwald.

Dass das Miteinander funktioniert, davon konnten sich die Gäste bei der festlichen Namensgebung ein Bild machen. Während die älteren Schüler mit einem leckeren Büfett auftrumpften, überzeugten die Grundschüler mit einer Präsentation zum Leben von Clara Grunwald. Die 15 Protagonisten der Geschichtswerkstatt ließen keinen Zweifel daran, dass sie nun genau wissen, wer der Namensgeber und künftige Begleiter war. Die Kinder erzählten von der jüdischen Religion, vom Leben der Clara Grunwald als Lehrerin, Reformpädagogin und ihrem Engagement in Neuendorf im Sande, wo sie ihre letzten Jahre damit verbracht hat, sich um jüdische Kinder zu kümmern, sie zu lehren und selbstlos auf der Deportation ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zu begleiten.

Florian Schulz (10) hat in der Projektgruppe um Lehrer Clemens Katzer mitgearbeitet. Ihn hatte das Thema Nazi-Deutschland interessiert, weil er mit seiner Oma schon darüber gesprochen hatte: "Das Projekt hat mir weiter geholfen. Es ist gruselig, was mit den Juden gemacht wurde." An Clara Grunwald gefällt ihm, dass sie sich für andere Menschen geopfert hat, helfen wollte und mit den Kinder ins Lager gefahren ist, um sie nicht alleine zu lassen. Das will er auch seinen Schulkameraden erzählen, die sich noch nicht so intensiv mit dem Namen befasst haben, es nun aber tun werden.

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Hangelsberger 04.05.2013 - 21:53:13

Pfui !

Wieder einmal durch Abwesenheit glänzte der Grünheides Montag-bis-Freitag-mittag-Bürgermeister aus dem Spreewald. Er traut sich kaum noch aus seiner Burg - warum wohl?

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