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Eurofins kaufte Reichenwalder Firma

USTEMMLERN / 11.01.2008, 10:14 Uhr
Reichenwalde Das in Frankfurt und Paris börsennotierte Unternehmen Eurofins hat das kleine, hochspezialisierte Reichenwalder High-Tech-Unternehmen ETS gekauft. Eurofins ist eine der erfolgreichsten europäischen Unternehmensgruppen der letzten Jahre mit einer weltweiten Präsenz in 28 Ländern und mit über 7000 Mitarbeitern. Eurofins ist in vielen Ländern Marktführer in den Bereichen Lebensmittel-, Umwelt- und pharmazeutische Analytik sowie aktiv im Bereich Product Testing, in den die ETS integriert werden soll.

ETS testet mit derzeit knapp 60 Mitarbeitern in Reichenwalde alle Art von elektronischen Geräten und zertifiziert sie unter anderem mit dem GS-Zeichen, dem in Deutschland bekannten Siegel "Geprüfte Sicherheit".

Laut MOZ-Informationen hat Eurofins die Mitarbeiter und Anlagegegenstände des Unternehmens am 1. Januar 2008 um 0 Uhr übernommen. Für die verbleibende alte rechtliche Hülle ist am 31. Dezember 2007 um 8 Uhr das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet worden, wie es in einer öffentlichen Bekanntmachung des Amtsgerichts Frankfurt (Oder) heißt.

Das neue Unternehmen heißt jetzt Eurofins ETS Produkt Service GmbH. Hierzu sagt Jörg Kilisch (43), Geschäftsführer der neuen Gesellschaft "Alle Leute arbeiten im selben Gebäude weiter wie bisher. Die Übernahme hilft der Gesellschaft, Reserven freizusetzen. Wir können jetzt viel mehr machen als vorher " Die Geschäftsführer der alten Gesellschaft Dietmar Genz (49) und Norbert Kaspar (65) arbeiten als wissenschaftliche Berater weiter. Genz und Kaspar hatten das Unternehmen 1995 in einer Reichenwalder Scheune gegründet und 1997 für zehn Millionen Mark den modernen Firmensitz an der Storkower Straße erstellt, wo sich Ingenieure der großen Elektronikhersteller aus aller Welt mit ihren Geräten die Klinke in die Hand geben.

Seit vier Jahren sollte der Hauptsitz in Reichenwalde kräftig erweitert werden. Das steht immer noch aus. "Jetzt hat ETS aber ganz andere Möglichkeiten einer Finanzierung - mit besseren Konditionen als ein kleines mittelständisches Unternehmen. Damit sei der Standort langfristig gesichert", sagt der neue Geschäftsführer Kilisch.

Den Verkauf begründet Genz mit Hinweis auf Konzentrationen auf dem Weltmarkt. "Auch der TÜV hat bei uns angeklopft. Wir haben uns in einer Nische bewegt, die kaum ein anderer belegt hat. Ein TÜV kann so was nicht, was wir machen. Und die können vieles, was wir nicht können." So steigen die Anforderungen an das Testen auch im chemisch-toxischen Bereich. "Dafür mussten wir bisher auf teure Subunternehmen ausweichen. Eurofins kann nun alles weltweit aus einer Hand anbieten", sagt Dietmar Genz.

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