Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Biesenthals Stadtforst mit Douglasien und Eichen aufgeforstet

In der Kinderstube des Waldes

Aufforstung im Biesenthaler Stadtwald: Waldarbeiter bringen dort noch ganz kleine junge Douglasien in den Boden. Foto: Rainer Horn
Aufforstung im Biesenthaler Stadtwald: Waldarbeiter bringen dort noch ganz kleine junge Douglasien in den Boden. Foto: Rainer Horn © Foto: Rainer Horn
Rainer Horn / 10.05.2013, 19:14 Uhr
Biesenthal (Rainer Horn) Der kommunale Wald von Biesenthal wird fachgerecht entwickelt. Jahr für Jahr nehmen sich die Forstleute mehrere Hektar vor, damit die grüne Lunge der Barnimer Kleinstadt seine ökologische Funktion heute sowie auch langfristig erfüllen kann. Finanzielle Erträge kommen der Stadtkasse zugute.

Jürgen Hey, ehrenamtlicher Förster für den Biesenthaler Stadtwald, führt die Regie, wenn beauftragte Firmen mit ihren Arbeitern, Maschinen oder Pferden kommen, um Bäume zu ernten, den Wald auszulichten oder Hektar für Hektar junge Bäume zu pflanzen. Gerade wurden von einer forstlichen Firma aus Planebruch 10 000 Douglasien auf 3,5 Hektar gepflanzt.

Die Douglasie sei deshalb ausgewählt worden, weil sie mit der Klimaveränderung voraussichtlich besser zurecht kommen wird, teilt Hey bei einem Vor-Ort-Termin mit. Ein Waldarbeiter geht mit dem Pflanzspaten voraus, sticht die Löcher und sein Kollege folgt ihm, mit Pflanztaschen am Körper, um die noch unscheinbaren Jungbäume in den Boden zu setzen.

"Die Neuanpflanzung von Douglasien ist ein Voranbau", erklärt Förster Hey. "Auf der Fläche haben wir bewusst die 100-jährigen Kiefern stehen lassen, damit die Baumkronen einen Schutz für die Douglasien vor gelegentlichen Nachtfrösten bieten. Nach einigen Jahren, wenn die Douglasien größer geworden sind, werden die Kiefern aus dem Bestand genommen."

Im Biesenthaler Forst habe es bislang keine Douglasien gegeben und gerade die jungen Austriebe seien für manchen Waldbewohner eine schmackhafte Abwechslung, begründet er, warum die winzigen Bäumchen sofort einen wirksamen Schutz brauchen. "Heute werden bei uns keine Holzzäune aufgestellt", setzt Hey fort. Verzinkte Pfähle mit Drahtgeflecht lassen sich ökonomisch verarbeiten und seien auf Dauer ein guter schützender Zaun. Der Wald aus Douglasien brauche jetzt etwa 30 Jahre, bis er so richtig ins Auge fällt.

"Bei den etwa 9000 Eichen, die wir bereits Anfang April auf 1,5 Hektar gepflanzt haben und die 50 Jahre Wachstum brauchen, ist das etwas anders", sagt Hey. "Als das Tauwetter begann, haben wir die geplante Fläche eines Eichenvoranbaus durchforstet, denn die jungen Eichen brauchen wenig Schirm, jedoch mehr Licht". Bei dieser Aktion seien kräftige Pferde aus Lychen angespannt worden, um die abgesägten Stämme wegzuziehen ohne die jungen Eichen zu beschädigen. Solche Kaltblüter seien derzeit schon eine Seltenheit, da das Interesse der Besitzer meist bei leichteren Reitpferden liege.

"Die Arbeit im Wald wird künftig nicht alle", sieht Jürgen Hey in die Zukunft. "Im Biesenthaler Forst mit insgesamt 1270 Hektar gibt es derzeit 93 Prozent Kiefernbestand und es ist wichtig andere Holzarten zu pflanzen", betont er.

Seit fünf Jahren seien jährlich sechs Hektar neu gepflanzt worden. Dafür seien vor allem Eiche, Douglasien und auch einige Kiefern in die Hand genommen worden. "Kiefern können wir in mageren Sand pflanzen, Douglasien in etwas besseren Untergrund und die Eichen brauchen guten Boden", weiß der Förster. Zuvor seien die Flächen untersucht worden, weshalb die Forstexperten heute genau wissen, wo sich welcher Boden befindet.

Die sachkundige Forstarbeit zeitigt offenbar Erfolg. "Jedes Jahr wird der Wald mehr und der Ertrag größer", schätzt Förster Jürgen Hey ein. Aus dem Haushaltsplan der Stadt geht hervor, dass 2013 Einnahmen von 212 000 Euro erwartet werden. Für Holzernte und Aufforstung 106 000 Euro eingeplant.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG