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Kleine Schwester der Straßenbahn

Maßstabsgetreu: Miniaturhaltestelle der Woltersdorfer Straßenbahn mit einem Modell der St.-Michael-Kirche. Die 30 Meter lange Strecke wird in der Freien Grundschule zusammengebaut. V.l. die Schüler Pascal, Theo, Jakub, Jannis, Nico, Maik, vorn Leon.
Maßstabsgetreu: Miniaturhaltestelle der Woltersdorfer Straßenbahn mit einem Modell der St.-Michael-Kirche. Die 30 Meter lange Strecke wird in der Freien Grundschule zusammengebaut. V.l. die Schüler Pascal, Theo, Jakub, Jannis, Nico, Maik, vorn Leon. © Foto: MOZ/Eggers
Joachim Eggers / 10.05.2013, 20:43 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Wenn am Pfingstwochenende die Woltersdorfer Straßenbahn ihren 100. Geburtstag feiert, bekommt sie auch eine kleine Schwester: Kinder der Freien Grundschule haben die Straßenbahnstrecke im Miniatur-Format nachgebaut.

Am Anfang stand die Idee, der Straßenbahn zu ihrem großen Jubiläum ein Geschenk zu machen. Sieben Kinder der Freien Schule haben sie in einem Nachmittagsprojekt umgesetzt. "Wir haben im Winter begonnen", sagt Lehrer Gawan Mühl, der die Kinder bei dem Projekt angeleitet hat.

Die erste Hürde war die Wahl des Maßstabs. Die ganze Strecke, mit sämtlichen Haltepunkten zwischen Rahnsdorf und der Schleuse, sollte für die Planung auf ein großes Blatt Papier passen. In der Wirklichkeit legt die Woltersdorfer Straßenbahn zwischen ihren beiden Endpunkten rund 5,6 Kilometer zurück. So ist ein Maßstab von 1:6422 herausgekommen. "Warum eigentlich nicht 1: 6421?" fragt Pascal. "Das wäre auch gegangen", stimmt ihm Gawan Mühl zu, aber viel größer hätte der Maßstab nicht sein dürfen - dann hätte die Strecke nicht mehr aufs Blatt gepasst.

Bei der Kurve am Eichendamm - bei der richtigen Straßenbahn erst voriges Jahr modernisiert - haben sich die Straßenbahn-Bauer zu einer kleinen Veränderung entschlossen - die Krümmung folgt nicht ganz exakt der Wirklichkeit. Das ist aber auch schon der größte Kompromiss, den die Kinder eingegangen sind.

Die Gleisstrecke selbst besteht aus Plastik, mit Messing-Versatzstücken. Die Häuschen, die die Haltestellen sehr wirklichkeitsnah darstellen, sind dagegen aus Metall. Die Kinder haben sie von innen mit Werbung beklebt. Dazu kommt ein Abbild der St.-Michael-Kirche, das die Kinder der Projektgruppe aus Sperrholz gebaut haben. Auch da war die Wahl des Maßstabs eine große Herausforderung. Aus Sicht von Lehrer Mühl ist das ein wesentliche Begleiteffekt des Projekts: Die Kinder erleben, wozu Mathematik nützlich sein kann. Am Mittwoch haben die Kinder ihr Kirchenmodell bemalt. Sonst fand das Projekt, das nach den Winterferien begonnen hat, jeden Donnerstagnachmittag von 15 bis 16 Uhr statt.

Ab Freitag soll die kleine Bahn, die am Ende rund 30 Meter lang sein wird, über den Hof des Geländes an der Blumenstraße fahren. Wesentlichen Anteil am Zustandekommen hat einer der Väter der Kinder, der selbst leidenschaftlicher Modellbahnbauer ist: Norbert Bochynek. Er hat den größten Teil des Materials gespendet und auch da und dort schon Hand angelegt. Drei Modellzüge, dazu einen weiteren Reparaturzug, hat er noch zu Hause stehen. Bochynek unterstützt das Projekt auch, weil er darauf setzt, dass es die Kinder weg vom Computer bringt.

Wenn das Straßenbahn-Jubiläum vorbei ist, wird die Modellbahn zunächst zu ihm nach Hause stehen. Aber dabei soll es nicht bleiben. Dem Woltersdorfer schwebt vor, sie an geeigneter Stelle im Ort öffentlich zu präsentieren.

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